Nahost-KonfliktDoch keine Waffenruhe im Gaza-Streifen

Die halbe Nacht lang sah es nach einer Feuerpause zwischen Israel und Palästinensern aus, dann kam die Absage. Jetzt gehen die Kämpfe weiter. von afp, dpa, reuters und dapd

Der umkämpfte Jalama Checkpoint im Gazastreifen

Der umkämpfte Jalama Checkpoint im Gazastreifen  |  © Saif Dahlah/AFP/GettyImages

Trotz intensiver diplomatischer Bemühungen der USA und Ägyptens ist eine Waffenruhe zwischen Palästinensern und Israelis im Gaza-Streifen ausgeblieben. In der Nacht gingen die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas unvermindert weiter: Israelische Panzer und Kanonenboote feuerten auf Ziele im Gaza-Streifen, während militante Palästinenser von dort mindestens 200 Raketen auf südisraelisches Gebiet abschossen. Arabische und israelische Medien berichteten von weiteren Raketen, die aus dem abgeriegelten Palästinensergebiet auf Israel abgefeuert worden seien.

Noch am Abend hatten beide Seiten ihre Angriffe verstärkt. Die israelische Armee bestätigte weit mehr als 20 Einsätze in den letzten Stunden des Tages. Unter anderem sei eine Einsatzzentrale der Hamas in einem Mediengebäude angegriffen worden, hieß es. Außerdem hätten Kampfflugzeuge Raketenabschussanlagen, Waffenlager und -Fabriken sowie Schmugglertunnel bombardiert.

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Der US-Sender CNN berichtete von einer Serie von Explosionen an einem Regierungsgebäude in Gaza-Stadt . Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete den Beschuss einer Polizeistation in Chan Junis im Süden des Palästinensergebiets.

Israel fordert Journalisten zum Fernbleiben auf

Die israelische Armee forderte Journalisten im Gaza-Streifen auf, sich von Vertretern der Hamas oder deren Einrichtungen fernzuhalten. "Hamas, eine Terrorgruppe, wird sie als menschliche Schutzschilde benutzen", heißt es in einer über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreiteten Warnung. Die Kassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, wies die Anschuldigungen ebenfalls über Twitter zurück: "Wir haben nur israelische Soldaten, Kampfflugzeuge, Panzer und Stützpunkte im Visier."

Nach Angaben eines von der Hamas betriebenen Senders waren drei palästinensische Journalisten getötet worden. Demnach kamen zudem zwei Kameraleute bei einem israelischen Luftangriff ums Leben, obwohl ihr Wagen als Pressefahrzeug gekennzeichnet war. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza wurde auch ein dritter Journalist getötet. Er habe für eine private Radiostation gearbeitet. Gezielte Angriffe auf Journalisten gab es bislang offenbar nicht.

Seit Beginn der jüngsten Offensive der israelischen Streitkräfte gegen militante Palästinenser vor knapp einer Woche sind im Gaza-Streifen mehr als 130 Menschen getötet worden. Auf israelischer Seite kamen fünf Menschen ums Leben. Im Gaza-Streifen waren nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 54 Zivilisten unter den Toten, rund 840 Menschen wurden verwundet, darunter 225 Kinder.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu : "Das Ziel ist eine dauerhafte Regelung, die zur regionalen Stabilität beiträgt und den Sicherheitsinteressen und legitimen Forderungen Israels und der Palästinenser Rechnung trägt." Sie würdigte ausdrücklich die Vermittlung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi zur Beilegung des Gaza-Konflikts. Ihn werde sie am heutigen Mittwoch in Kairo treffen, sagte sie. Auch ein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sei geplant.

Leserkommentare
  1. Und IHR habt gerne, dass IHR die Bilder Eurer "Opfer" ....

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    Antwort auf "Wunschdenken"
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    • mumpes
    • 21. November 2012 10:01 Uhr

    "Und IHR habt gerne, dass IHR die Bilder Eurer "Opfer" ...."

    Unverständlich! Was wollten Sie sagen?

  2. 18. [...]

    Entfernt. Bitte belegen Sie ihre Thesen mit seriösen Quellen. Danke, die Redaktion/jp

    Eine Leserempfehlung
  3. 19. Darum

    "Hamas verkündet Waffenruhe mit Israel" und bricht ihn auch gleich.

    8 Leserempfehlungen
    • TDU
    • 21. November 2012 8:54 Uhr

    "Unser Volk und unser Widerstand sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet", schrieb das Mitglied des Hamas-Politbüros, Isat Rischek."

    Das Volk ja aber die "Terroismus Abteilung" der Hamas, Widerstand genannt nicht. Widerstand gegen was übrigens? Wo würde die denn bleiben bei Frieden?. Wer sich Reputation durch Gewalt erkauft, muss diese Line weiter verfolgen. Terrorismus hat kein Volk. Im Zweifel handelt er immer gegen das Volk, untrerstützt von denen, die ihn gebrauchen können.

    Die Blockade von Gaza könnte aufgehoben werden, würde man sie nicht als Anschlagsterritorium nützen.

    6 Leserempfehlungen
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    So einfach ist das, glaube ich, nicht. Sicher will "das Volk" hüben wie drüben Frieden, endlich Frieden. Aber da gibt es Interessen.
    In Palästina leben Menschen die in Gefangenschasft geboren wurden, darin aufwuchsen, und nun leben müssen. Die kennen nichts als Mauern und Zäune. Grundstücke, die Jahrhunderte von ihren Familien bewirtschasftet worden waren, werden von Israel entschädigungslos enteignet. Da wachsen die Männer heran, die lieber tot als gefangen sind.

    Ich denke, daß Israel (Amerika) endlich einer Zweistaatenlösung zustimmen muß, daß israelische Siedler die illegal erbauten Siedlungen verlassen müssen und dann - erst dann - wird man sehen wer die Friedenstiffter und wer die Terroristen sind.

  4. Nur am Rande! Wem fiel noch auf, daß unser Aussenminister, Herr Westerwelle, ganz schön reisefreudig ist. Erinnert mich an den einen Papst.
    Sicher, er ist Aussenminister und es ist sein Job, mit dem Ausland Kontakte zu pflegen.
    Seit Monaten hört man allerdings folgende Nachrichten:
    Herr Westerwelle mahnt zur Vorsicht (Türkei)
    Herr Westerwelle mahnt die Menschnrechte an (China)
    Herr Westerwelle mahnt vor einer Ausweitung (Syrien)
    Herr Westerwelle mahnt vor....
    Von China über Afgstan in die Türkei nach Israel (mahnt er vor unüberlegten Reaktionen) und dann nach Ägypten.
    Dort mahnt er beide Seiten, doch bitte aufzuhören sich zu streiten.

    Nun endlich hat er es geschafft. Er wird bei zeitonline in ein und dem selben Artikel, sogar in dem gleichen, letzen Absatz, genannt zusammen mit Frau Clinton und dem UN-Generalsekretär. Wow.

    Leider hat es ja nicht geklappt mit dem "Friedenstiftenden" Herrn Westerwelle.
    Ich kann mich noch erinnern, wie er vor die Presse trat und verkündete, daß die diplomatischen Bemühungen gefruchtet hätten und Lybien von seinem Diktator befreit wurde.
    Daß viele Länder Soldaten gestellt und Waffen geliefert hatten und nur das der Grund war, daß Saddam "ging",das war ihm vielleicht klar, aber egal. Er wollte in der Sonne stehen.
    Das will er jetzt auch wieder, aber ich fürchte, er ist nur eine Witzfigur auf dem Schachbrett dise Welt und das merkt er nicht mal.

    2 Leserempfehlungen
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    Abgesehen von der Tatsache, dass Saddam nichts mit Lybien zu tun hatte und schon einige Jaehrchen laenger in den ewigen Diktator-Jagdgruenden weilt, gebe ich Ihnen voellig recht.

    Ich lebe seit geraumer Zeit im Mittleren Osten und habe sowohl in der Presse als auch im Gespraech mit mittlerem Diplomatenlevel nur Hohn und Spott fuer Herrn Westerwelle zu hoeren bekommen.

    • antlew
    • 21. November 2012 9:08 Uhr

    werden,
    so sind auch in dem Bild zu diesem Artikel, obwohl vom "umkämpften Jalama Checkpoint" die Rede ist, weder palästinensische Geschüze noch Gewehre zu sehen, das Video aber zeigt israelische Panzer,
    dann ist der eklantante Mangel einer ausgewogenen Berichterstattung offensichtlich.
    Die Folgerung hinsichtlich der Korrumpierbarkeit der Journalisten ist ebenso evident.

    [...]

    Gekürzt. Bitte wenden Sie sich mit Beiträgen, die direkt an die Moderation gerichtet sind, an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/jp

    13 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und persönliche Angriffe. Danke, die Redaktion/jp

    • eras
    • 21. November 2012 9:11 Uhr

    "Wieso sieht man nie fotos von hamaskämpfern?"

    Von denen gab es doch gestern eine ganze Fotostrecke zu bestaunen. Auf der sie einen Mann (einen von 6 erschossenen, angeblichen Kollaborateuren) durch die Strassen schleiften.

    Siehe hier (@Zeit: das Foto ist nachbearbeitet, so dass sich die Grausamkeiten in akzeptablem Rahmen halten):
    http://www.haaretz.com/polopoly_fs/1.479317.1353430503!/image/1010891429.jpg_gen/derivatives/landscape_640/1010891429.jpg

    9 Leserempfehlungen
  5. Die heftigen Meinungsverschiedenheiten der Politiker, der Presse sowie die Kommentare der Experten hier spiegeln für mich exakt die Situation in Nahost wieder: Solange der Mensch eine Meinung hat, wird es Krieg geben.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, Reuters, AFP, nf
  • Schlagworte Guido Westerwelle | Mohammed Mursi | CNN | gazastreifen | Hamas | Mahmud Abbas
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