Wiederwahl US-PräsidentGratulanten stellen erste Forderungen an Obama

Aus dem Nahen Osten ist der alte und neue Präsident der USA mit zahlreichen politischen Forderungen konfrontiert worden. Und der Dalai Lama bat um Hilfe für Tibet. von afp, dpa, reuters, dapd und

Obama-Fans in einem Wahlbeobachtungs-Zentrum in Jakarta/Indonesien

Obama-Fans in einem Wahlbeobachtungs-Zentrum in Jakarta/Indonesien  |  © Romeo Gacad/AFP/Getty Images

Die internationalen Reaktionen auf die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama fallen weitgehend positiv aus. Neben der obligatorischen Gratulation zum Sieg über den republikanischen Herausforderer Mit Romney verbinden viele Staats- und Regierungschefs die Hoffnung auf wirtschaftliche Stabilität, Kontinuität der Beziehungen, oder – je nach Interessenlage – auch einen Kurswechsel.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte schriftlich und vergleichsweise kühl. Die strategische Allianz zwischen Israel und den Vereinigten Staaten sei "stärker denn je", teilte sein Büro mit. "Ich werde die Zusammenarbeit mit Präsident Obama fortsetzen, um das grundlegende Bedürfnis der israelischen Bürger nach Sicherheit zu gewährleisten."

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Das Verhältnis zwischen Obama und dem konservativen Netanjahu ist nicht unbelastet. Vor allem in der Frage eines Militärschlags gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm hatte es in den vergangenen Monaten erhebliche Spannungen gegeben.

Schwierige Aufgaben der Arabischen Liga

Sicher konnte sich Netanjahu aber stets in der Frage nach dem Existenzrecht Israels sein. Im Hinblick darauf verlangte die im Gazastreifen herrschende Hamas von Obama, "seine einseitige Haltung zugunsten der israelischen Besatzung zu beenden", wie ein Hamas-Sprecher sagte. Die Hamas herrschen seit Juni 2007 in dem Küstenstreifen . Die Radikal-Islamisten sprechen Israel das Existenzrecht ab. Für die USA und Europa ist die Hamas eine Terrororganisation.

Die Arabische Liga hofft allgemein auf ein verstärktes Engagement Obamas im Nahen Osten. Die Geschichte habe gezeigt, dass Präsidenten in der zweiten Amtszeit eher in der Lage seien, schwierige Aufgaben zu erfüllen, sagte der Sprecher der Organisation, Nabil Al-Arabi.

Wahlnacht in Chicago
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Klicken Sie auf das Bild, um die Fotostrecke zu starten!  |  © Carlo Allegri/Reuters

Der oppositionelle Syrische Nationalrat äußerte die Erwartung, dass Obama Syrien "in die Prioritäten seiner Außenpolitik einreiht, um die Krise beenden zu können". So könne er das Streben "des syrischen Volkes" nach der Wahl einer neuen Regierung und eines Präsidenten Wirklichkeit werden lassen. In dem Land herrscht Bürgerkrieg , ohne Aussicht auf ein Ende.

Pakistan reagiert wohlwollend

Afghanistans Präsident Hamid Karsai erhofft sich nach der Wiederwahl ein engeres Verhältnis der beiden Länder. Die bilateralen Beziehungen "könnten auf der Basis von gemeinsamen Interessen erweitert werden", ließ Karsai mitteilen. Die Beziehungen waren in letzter Zeit trotz militärischer und finanzieller Hilfe der USA für die afghanische Regierung angespannt. Ende 2014 sollen die letzten Nato-Kampftruppen das Land verlassen.

Auch das Nachbarland Pakistan reagierte trotz der derzeitigen Spannungen wohlwollend. Er hoffe, dass er zusammen mit Obama "Frieden, Sicherheit, Stabilität und Wohlstand" fördern könne, sagte Präsident Asif Ali Zardari. Die Beziehungen der beiden Länder könnten auf der Basis von gegenseitigem Respekt und Interesse "weiter gedeihen". Das Verhältnis der beiden Länder war während Obamas erster Amtszeit stark angespannt, auch weil die USA mittels Kampfdrohnen in Pakistan Terrorverdächtige töten und Osama bin Laden von US-Elitesoldaten im Land getötet wurde.

Leserkommentare
  1. 1. Ohje!

    Gottseidank bin ich kein POTUS

  2. ... hoffen auf Frieden und gute Zusammenarbeit, Guido Westerwelle möchte von Obama mehr Wachstum.

    So isser nun mal.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, Reuters, AFP, tst
  • Schlagworte Barack Obama | Benjamin Netanjahu | Hamid Karsai | US-Präsident | Hamas | Manmohan Singh
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