Asien-ReiseObama umwirbt Chinas Nachbarn

China ist größter Rivale der USA, weshalb der US-Präsident auf seiner ersten Reise nach der Wahl die asiatischen Nachbarn besucht. Und auf Begeisterung trifft. von 

Ein Kuss für die Oppositionsführerin: Barack Obama begrüßt in Rangun Aung San Suu Kyi.

Ein Kuss für die Oppositionsführerin: Barack Obama begrüßt in Rangun Aung San Suu Kyi.  |  © Jason Reed/Reuters

Immerhin, wenigstens zum Auftanken landete Barack Obama in Deutschland. Seine Air Force One legte Samstagnacht einen Zwischenstopp auf dem US-Stützpunkt Ramstein ein. Dann aber ging es weiter nach Asien .

Thailand , Birma und Kambodscha sind die Ziele der ersten Auslandsreise Obamas in seiner zweiten Amtszeit , nicht etwa Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Es ist dem Präsidenten ernst mit dem "pivot to Asia", der Hinwendung zu Asien. Die strategische Neuausrichtung der amerikanischen Außenpolitik vom Atlantik zum Pazifik , die Obama im vergangenen Jahr verkündet hat, dürfte in den nächsten vier Jahren noch sichtbarer werden.

Mit Thailand besuchte Obama einen treuen Verbündeten, mit dem es nie einen ernsthaften Streit gab. Diplomatische Routine. Umso spektakulärer war seine Sechs-Stunden-Visite in Birma , das noch nie ein amerikanischer Präsident besucht hat. Obama erwies damit einem Land seine Reverenz, das sich fast über Nacht auf den Weg zu Reformen begeben hat.

Allerdings gab es deshalb auch Kritik an seinem Besuch: Hat der US-Präsident den herrschenden Generälen zu früh seine Aufwartung gemacht, wie Dissidenten kritisierten? Auch Aung San Suu Kyi, die lange Jahre unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin, war wohl dieser Ansicht. Aber dann ließ sie sich von Obama doch als "Ikone der Demokratie" feiern. Die beiden Friedensnobelpreisträger, strahlend auf der Terrasse vor Suu Kyis Haus in Rangun: Ein Bild für die Geschichtsbücher und eine Ermutigung im Kampf für die Menschenrechte in Südostasien .

Birma löst sich von China

Bilder, die in China für Missmut gesorgt haben dürfen. Dort hat man die Botschaft sehr wohl verstanden: Mit der Öffnung zum Westen reagiert Birma auf die allzu enge Umarmung durch den rohstoffhungrigen Nachbarn im Norden.

Raus aus der chinesischen Umklammerung: Das ist mittlerweile die Devise etlicher Staaten Südostasiens. China hat in den vergangenen Jahren seinen Machtanspruch in der Region immer unverhohlener angemeldet und damit Nachbarstaaten wie die Philippinen oder Vietnam den USA regelrecht in die Arme getrieben.

Im Mittelpunkt des Streits stehen ungelöste Territorialfragen im Südchinesischen Meer. Diese verursachten auch prompt einen Streit beim Gipfeltreffen der Südostasiatischen Staaten in Phnom Penh , der dritten Station auf Obamas Reise. Als ganz im Sinne Chinas der Gastgeber, Kambodschas Ministerpräsident Hun Sen, verkündete, man sei sich einig, dass der Inselstreit nicht "internationalisiert" werden solle, widersprach der philippinische Präsident Benigno Aquino heftig: "Multilaterale Probleme sollten eine multilaterale Lösung haben."

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Leserkommentare
    • Malliki
    • 20. November 2012 21:36 Uhr

    ... wenn ein Wunschgedanke die Grundlage einer Analyse ist, kann diese nicht ernst genommen werden.

    China ist Rohstoffland. Es exportiert nicht nur Arbeitskraft, sondern auch eigene Rohstoffe, die nicht teuer importiert werden müssen.

    Es weiteren sind Konzerngewinne, wie von Apple keine eigentliches Volkseinkommen, sondern werden nur im BIP als solches dargestellt.

    Sie haben also die eigentlichen Probleme nicht herausgearbeitet, geschweige denn lösungsorientiert verarbeitet.

    Antwort auf "Amerika und China"
    • Malliki
    • 20. November 2012 21:39 Uhr

    Es gab Zeiten, das war Salz und Pfeffer wertvoller als Gold. Historisch betrachtet ist der Goldpreis heute auf seinem höchsten Stand.

    Daher müssen Sie davon ausgehen, dass Ihnen mit Gold ein Bären aufgebunden wurde.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Würden sich die Chinesen auch einen solchen Bären aufbinden lassen.
    Ansonsten habe ich schon ein bisschen schmunzeln müssen bei ihren Kommentar. Danke und gut Nacht

    • Malliki
    • 20. November 2012 21:41 Uhr
    19. [...]

    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Bitte verzichten Sie auf persönliche Anfeindungen. Danke, die Redaktion/ds

    Antwort auf "erleichterung"
  1. Würden sich die Chinesen auch einen solchen Bären aufbinden lassen.
    Ansonsten habe ich schon ein bisschen schmunzeln müssen bei ihren Kommentar. Danke und gut Nacht

    Antwort auf "Gold ist unwichtig"
  2. steht natürlich ausser Frage und ist korrekt.
    Eventuell dürfen wir uns davon in bälde wieder überzeugen lassen von ihrer Theorie.

    • Malliki
    • 20. November 2012 21:48 Uhr

    Was für eine scharf Analyse. Aus diesem Grunde glaubte die USA es sein nicht verfänglich, sich Geld von China zu leihen. Stellen Sie sich vor, die chinesische Bevölkerung will den gleichen Wohlstand wie der berühmte "Westen".

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine demokratisch gewählte Regierung in China - Mehrheitswahlrecht - sich freiwillig unterdrückt, sondern die holen sich, was sie wollen.

    Jetzt bin ich auf ihre wirtschaftliche Analyse gespannt. Wollen Sie dann in China einen neuen Mao?

    Antwort auf "Chinas Problem"
    • Hainuo
    • 20. November 2012 21:57 Uhr

    Es geht doch nichts über einen freundlichen Tonfall und wahre Bescheidenheit.

  3. ... schön uns gut. Aber sie Nachbarn auf die es absehbar am meisten ankommt werden gar nicht genannt: Japan, Russland, Indien!

    Birma und Thailand sind aller Ehren wert. Thailand als einziges niemals kolonisiertes Land in Südostasien sogar besonders.

    Trotzdem ist das etwa so, wie wenn Neville Chamberlain Portugal und Griechenland umworben hätte, um Deutschland zu isolieren.

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    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Bahamut
    • 21. November 2012 8:55 Uhr

    Es geht wohl bei dem Besuch kaum darum, China zu "isolieren", wie Sie mit einer schwer nachvollziehbaren historischen Analogie anzudeuten scheinen.

    Und im Gegensatz zu dem was Sie andeuten, duerfte es wohl "mainstream" bei allen politischen Analysten sein, dass die Musik in Zukunft schon heute sehr viel staerker als in der Vergangenheit in Suedostasien spielt.

    Bereits heute ist die Strasse von Malakka die am staerksten befahrene Meerenge der Welt, durch ein unvorstellbar grosses Handelsvolumen abgewickelt wird.

    Die Staaten Suedostasiens haben wirtschaftliche Wachstumsraten, die auf viele Jahre hin (und im Gegensatz zu China nicht durch eine schnell ueberalternede Bevoelkerung beeintraechtigtes) diese Region zu der Boomregion weltweit machen werden.

    Auch ansonsten werden die Karten hier neu gemischt. Einige Staaten, wie z.B. Indonesien haben aus eigener Kraft eine Demokratie aufgebaut oder sind auf dem Weg dorthin. Und auch im Kontext des Zusammenlebens von Menschen verschiedener Religion und Kultur kann die Region in Zukunft beispielhaft sein.

    Das sind nur so ein paar Gruende warum gerade diese Laender eine staerkere Aufmerksamkeit verdienen (auch von Europa uebrigens). Dass ein US-Praesident, der praegende Jahre seiner Jugend in der Region verbracht hat, dafuer der geeignete Mann ist, diesen Wandel zu vollziehen, liegt dabei auf der Hand. Wer so wie Sie dies alles nur im Hinblick auf ein "containment" von China sieht, greift dabei natuerlich viel zu kurz.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Barack Obama | China | China | Aung San Suu Kyi | Benigno Aquino | Dissident
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