Zwei Tage nach der US-Präsidentenwahl haben die Palästinenser einen Entwurf bei den Vereinten Nationen verbreitet, in dem sie bitten ihnen den Status als Beobachterstaat einzuräumen. Damit wären die Palästinenser zwar nicht Vollmitglied und hätten kaum mehr Rechte als jetzt. Zum ersten Mal würden sie allerdings offiziell als Staat geführt.

Das Schreiben wurde allerdings nur zur Information an die 193 UN-Mitgliedsstaaten geschickt. Offiziell eingebracht ist der Antrag noch nicht.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas hatte diesen Schritt bei der UN-Vollversammlung Ende September angekündigt, den Termin allerdings noch offen gelassen. Unter der Hand galt nur als gewiss, dass die Palästinenser die Entscheidung erst nach der US-Präsidentenwahl suchen würden, um den ihnen gewogenen Präsidenten Barack Obama nicht in Zugzwang zu bringen. Die USA lehnen einen eigenen Staat kategorisch ab, solange die Palästinenser nicht Frieden mit Israel schließen . Daran war im vergangenen Jahr schon der Versuch einer Vollmitgliedschaft in den UN gescheitert.

Unklar war noch, wann die Palästinenser die Abstimmung  beantragen werden. Als gewiss gilt aber, dass das noch in diesem Jahr sein werde. Eine Mehrheit gilt als sicher. Die Palästinenser hätten dann einen ähnlichen Status wie der Vatikan. Auch die beiden deutschen Staaten lebten mit diesem Provisorium, bevor sie 1973 ordentliche UN-Mitglieder wurden.