Der US-Geheimdienst CIA ermittelt gegen seinen zurückgetretenen Chef David Petraeus . Es handele sich um eine interne Voruntersuchung, zitierte CNN einen Sprecher. Der Ausgang der Ermittlungen sei völlig offen, hieß es.

"Bei der CIA überprüfen wir ständig unsere eigene Leistung", sagte der Sprecher. "Die Untersuchung dient der Faktensammlung und nimmt kein bestimmtes Ergebnis vorweg."

Petraeus hatte in der vergangenen Woche eine außereheliche Beziehung zu seiner Biografin Paula Broadwell eingeräumt und war als CIA-Chef zurückgetreten. Er beteuerte jedoch, er habe während seiner Affäre keine vertraulichen Informationen weitergegeben. Die Bundespolizei FBI hatte jedoch auf dem Computer der Geliebten möglicherweise vertrauliche Dokumente sichergestellt.

Eigenem Verhaltensstandard nicht gerecht geworden

In die Angelegenheit war auch der Oberkommandierende der Afghanistan-Truppen, US-General John Allen, hineingezogen worden . Im Rahmen der Ermittlungen war das FBI auf einen "möglicherweise unangebrachten" E-Mail-Austausch des Generals mit der Arztgattin Jill Kelley gestoßen. Kelley hatte das FBI wegen Drohmails eingeschaltet, in der ihr ein sexuelles Interesse an Petraeus vorgeworfen wurde. Offenbar hatte die Petraeus-Geliebte Broadwell die Mails verschickt.

US-Präsident Barack Obama sagte , der ehemalige Vier-Sterne-General Petraeus sei zurückgetreten, weil er seinem eigenen Verhaltensstandard nicht gerecht geworden sei. Geheimnisse habe er seines Wissens nicht verraten.

Petraeus soll an diesem Freitag in Kongress-Geheimdienstausschüssen zum tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi aussagen. Bei der Attacke starben im September US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger. Kritiker werfen der CIA und dem Außenministerium vor, das Konsulat nicht genügend geschützt und die Öffentlichkeit über die wahren Hintergründe des Angriffs getäuscht zu haben.

Auch Susan Rice umstritten

Oppositionelle Republikaner halten der Regierung vor, sie habe den tödlichen Angriff zunächst als eine spontane Demonstration ausgegeben, bei der radikale Muslime ihre Wut über ein anti-muslimisches Schmähvideo aus den USA ausgelassen hätten. Dagegen habe es sich in Wirklichkeit um einen gezielten Terrorangriff gehandelt. Spezialeinheiten hätten Stunden bis zum Tatort gebraucht.

Bei dem Streit geht es auch um die mögliche Nominierung der amerikanischen UN-Botschafterin Susan Rice als Obamas künftige Außenministerin. Einige Republikaner werfen ihr vor, den wahren Charakter der Attacke von Bengasi verschleiert zu haben. Sie wollen eine notwendige Zustimmung für Rice im Senat verhindern. Rice gilt als eine Anwärterin für die Nachfolge von Außenministerin Hillary Clinton . Auch Clinton soll im Dezember in einem Kongress-Ausschuss zu Bengasi aussagen.