Petraeus-AffäreErmittlungen gegen Afghanistan-Kommandeur Allen

Der Petraeus-Skandal weitet sich aus: Das US-Pentagon ermittelt gegen Isaf-General Allen. Er soll "unangemessenen" Kontakt mit der Petraeus-Bekannten Kelley gehabt haben. von afp und dpa

David Petraeus (l.) und sein Nachfolger an der Spitze der Afghanistan-Schutztruppe Allen (M.) im April 2011 in Washington

David Petraeus (l.) und sein Nachfolger an der Spitze der Afghanistan-Schutztruppe Allen (M.) im April 2011 in Washington  |  © Alex Wong/Getty Images

Die Affäre um die außereheliche Beziehung des früheren CIA-Chefs David Petraeus zu seiner 40-jährigen Biografin Paula Broadwell zieht immer größere Kreise. Inzwischen ermittelt nicht mehr nur das FBI , sondern auch das Pentagon: Die Untersuchung des US-Verteidigungsministeriums richtet sich gegen Petraeus ' Nachfolger als Kommandant der internationalen Isaf-Schutztruppe in Afghanistan , General John R. Allen.

Allen soll wie Petraeus in "unangemessenen" E-Mail-Kontakt mit einer Frau gestanden haben. Bei dieser handelt es sich um Jill Kelley, die angebliche Nebenbuhlerin von Petraeus' Ex-Geliebter Broadwell und Adressatin von Droh-Mails durch Broadwell. Kelley war es auch, die das FBI alarmierte und damit die Affäre zwischen Petraeus und Broadwell aktenkundig werden ließ.

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US-Militärkreisen zufolge überprüft das Pentagon E-Mails von Allen und Kelley mit einem Umfang zwischen 20.000 und 30.000 Seiten aus den Jahren 2010 bis 2012. Worin genau der "unangemessene" Inhalt der Nachrichten besteht, ist nicht bekannt. Dabei könnte es sich entweder um Intimitäten handeln oder um die Weitergabe geheimer Informationen.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Leon Panetta habe das FBI den Fall am Sonntag an das Pentagon übergeben. Er habe dann am Montag Ermittlungen gegen Allen angeordnet. Laut Panetta werde die für 2013 geplante Beförderung Allens zum Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa und der Nato-Truppen in Europa vorerst verschoben. Bis der Fall aufgeklärt sei, bleibe dieser auf seinem Posten in Afghanistan.

Der Vier-Sterne-General selbst bestreitet jegliches Fehlverhalten. Auch von Kelley gibt es dazu keine Stellungnahme. Die 37-Jährige arbeitet als ehrenamtliche soziale Vertrauensperson für den Luftwaffenstützpunkt MacDill in Florida, auf dem auch das US-Zentralkommando und das Kommando der US-Spezialkräfte ihren Sitz haben. Sie steht nicht in Diensten der Regierung.

Hausdurchsuchung bei Broadwell

Zugleich treibt das FBI seine Ermittlungen gegen die frühere Petraeus-Geliebte weiter voran. Die Ermittler wollen herausfinden, inwieweit die Affäre des pensionierten Vier-Sterne-Generals mit der Autorin ein Sicherheitsrisiko darstellt und Broadwell etwa von geheimen CIA-Erkenntnissen wusste. Medienberichten zufolge haben Beamte der Bundespolizei am Montagabend das Haus der Familie Broadwell in Charlotte im Bundesstaat North Carolina durchsucht. Nach Angaben des Charlotte Observer waren die FBI-Ermittler mehrere Stunden lang auf beiden Etagen, machten Fotos und trugen Dokumente weg.

Leserkommentare
  1. US-Soldat in Afghanistan sicher etwas angefressen!
    Mit solchen "strategischen Studien" vertreiben sich die Großen Chefs also die Zeit .....
    Allerdings könnte das auch der Beginn einer neuen Ära sein:
    Make mail not war!
    Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Öffentlicher Dienst"
  2. 34. [...]

    Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke. Die Redaktion/kvk

    • hairy
    • 13. November 2012 12:50 Uhr

    werden aus zig anderen Medien oder Agenturen die bits and pieces zusammengeklaubt, und keiner kennt die genauen Ereignisse, und so wird spekuliert und vermutet. Ich lese sowas NICHT MEHR.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Bitte nicht!"
  3. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke. Die Redaktion/kvk

  4. Herr Schmidt, RT ist jetzt auch nicht mehr seriös? Ich würde die Zeit Redakteure wirklich bitten eine White-List zu veröffentlichen. Denn das kann irgentwann wirklich keiner mehr nachvollziehen. Bitte um öffentliches Statement, denn das Problem trifft alle Kommentatoren.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
  5. Als Amerikaner, habe ich eine direkte Kenntis von den realitätsfernen amerikanischen Moralvorstellungen von den Sie schreiben. Das Land ist aber nicht so leicht anzuordnen wie Sie vielleicht wünschten. Obwohl absurde Vorstellungen wie Kreationismus in manchen gebieten weit verbreitet sind, haben wir auch eine Fähigkeit unsere ethische Brennpunkte, ob Rassismus oder Homoehe, offen diskutieren zu können. Es ist vielleicht für die Deutsche lächerlich, dass amerikanischen Schulkinder 'the pledge of allegiance' in der Schule rezitieren. Für viele (aufgeklärte) Amerikaner wäre es ebenfalls unvorstellbar einen kirchlich unterstützten Religionsunterricht in offentlichen Schulen zu haben.
    Deutschland ist in vielen Hinsichten aufgeklärter als mein Land-hat aber ein problem die richtig schwerigen eigenen Themen (z.B. nicht-so-kriechenden Xenophobie und Rechtsextrimismus) ins gesicht zu schauen.

  6. Auch nichts bleibt den Afghanen erspart.

    Eine Leserempfehlung
  7. Wer blickt da in der us-amerikanischen Generalität noch durch?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, kg
  • Schlagworte David Petraeus | CIA | Leon Panetta | FBI | Washington Post | Pentagon
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