AmoklaufGI Bales droht die Todesstrafe

Der US-Militärstaatsanwalt hat einen Prozess mit möglicher Todesstrafe gegen Unteroffizier Robert Bales verlangt. Ihm wird ein Massaker an 16 Afghanen zur Last gelegt. von dpa und dapd

Grabsteine für die im März 2012 getöteten 16 Afghanen in Panjwai in der Provinz Kandahar

Grabsteine für die im März 2012 getöteten 16 Afghanen in Panjwai in der Provinz Kandahar  |  © Mamoon Durrani/AFP/Getty Images

Sieben Monate nach einem Massaker an afghanischen Zivilisten muss der US-Unteroffizier Robert Bales die Todesstrafe fürchten. Bei einer Anhörung auf dem Militärstützpunkt Fort Lewis im US-Bundesstaat Washington forderte die Staatsanwaltschaft einen Prozess vor einem Militärgericht, bei dem eine Todesstrafe für den Angeklagten möglich wäre.

Der 39-jährige Soldat habe "die schlimmsten und verabscheuungswürdigsten Verbrechen begangen, die ein Mensch begehen kann", sagte Militärstaatsanwalt Rob Stelle zum Abschluss der Vorverhandlungen.

Anzeige

Bales wird vorgeworfen, im März 16 Zivilisten in der südafghanischen Provinz Kandahar vorsätzlich getötet zu haben; unter den Opfern sollen neun Kinder gewesen sein. Bales habe demnach seinen Stützpunkt verlassen und Massaker in naheliegenden Dörfern angerichtet.

Ein sieben Jahre altes Mädchen wurde während einer Anhörung aus Afghanistan per Video in den Gerichtssaal zugeschaltet. Sie beschrieb, wie sie sich hinter ihrem Vater versteckte, als dieser erschossen wurde.

Anwältin sieht "nicht genug Beweise"

Die Verteidigung machte psychische Probleme von Robert Bales geltend. Er habe bei einem Einsatz im Irak ein Schädeltrauma erlitten und sei gegen seinen Willen nach Afghanistan geschickt worden. Zudem sei sein Geisteszustand zum Tatzeitpunkt weiterhin nicht geklärt.

Bales Anwältin Emma Scanlan sagte, es gebe nicht genug Beweise zur Eröffnung eines ordentlichen Verfahrens vor einem Militärtribunal. Ob es zu einem solchen Verfahren kommt, entscheidet ein General des Stützpunkts Fort Lewis, auf dem die Vorverhandlung stattfand.

Die US-Streitkräfte haben seit 1961 keinen ihrer Soldaten hingerichtet.

Zur Startseite
 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, dpa, sc
    • Schlagworte Soldat | Staatsanwaltschaft | Stützpunkt | Todesstrafe | Video | Afghanistan
    Service