US-WahlRomney tritt nach

Der Republikaner beschuldigt Obama, mit Geschenken auf Stimmenfang gegangen zu sein – vor allem bei Minderheiten und Frauen. Von seiner Partei erntet er Unverständnis. von afp

Mitt Romney

Mitt Romney  |  © Mike Segar/Reuters

Rund eine Woche nach der US-Präsidentschaftswahl hat sich der Verlierer Mitt Romney zu Wort gemeldet – und prompt mit seinen Äußerungen die eigenen Leute verärgert. Denn der Republikaner sucht die Fehler weniger bei sich und macht US-Präsident Barack Obama für seine Niederlage verantwortlich: Bei einer Telefonkonferenz mit Spendern für seinen Wahlkampf sagte Romney, Obama habe die Wahl in der vergangenen Woche dank seiner "Geschenke" für Frauen, junge Leute, Afroamerikaner und Wähler lateinamerikanischer Abstammung gewonnen. Das berichten die New York Times und LA Times .

Romney warf dem Präsidenten vor, die "alte Strategie" der Demokraten gewählt zu haben: Er habe seine Wähler mit Versprechen gelockt. Die jungen Leute etwa habe Obama mit einem Zinserlass bei den Krediten für Studiengebühren für sich gewonnen, Frauen mit kostenlosen Verhütungsmitteln. Für Latinos sei die kostenlose Gesundheitsvorsorge und die "Amnestie für Kinder von illegalen Einwanderern" ein "großes Plus" gewesen, sagte Romney. Bei Obamas Wahlkampf sei es um die "kleinen Dinge" gegangen, bei seiner Kampagne dagegen um die "großen Fragen".

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Romneys Äußerungen widersprechen den Bemühungen der Republikaner, die Partei für weibliche Wähler und Minderheiten attraktiver zu machen . Bei vielen Parteikollegen stießen seine Äußerungen daher prompt auf Unverständnis. "Ich weise diese Auffassung absolut zurück", sagte der Gouverneur von Louisiana , Bobby Jindal. "Das steht nicht dafür, wo wir als Partei stehen und wo wir hingehen." Der indischstämmige Jindal gilt als einer der Nachwuchsstars der Republikaner.

Obama hatte die Präsidentschaftswahl gewonnen, nachdem Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt hatten. Der Präsident sicherte sich in den Bundesstaaten 332 Wahlmännerstimmen, Romney kam nur auf 206 Wahlmänner. Auch beim landesweiten Stimmenanteil lag Obama mit 51 Prozent vorne, Romney erhielt dagegen 48 Prozent.

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Leserkommentare
  1. Romney ist einfach ein schlechter Verlierer.

    Zudem zeigte er in der Wahlnacht einen ziemlichen Realitätsverlust, als er anderthalb Stunden brauchte, um trotz des eindeutigen Ergebnisses seiner Niederlage einzugestehen.

    Zwei weitere Gründe, warum ich froh bin, dass er nicht Präsident geworden ist.

    31 Leserempfehlungen
  2. Der Präsident hat seinen Haupt-Wählergruppierungen Versprechungen gemacht?
    Nein, wie überaus furchtbar und unfair. Und ungewöhnlich auch, so in einem Wahlkampf.
    Ein Republikaner würde sowas natürlich niemals machen, auch wenn er von Goldman Sachs 3 Milliarden für den Wahlkampf geponsert bekäme.

    Myth Romney in Höchstform. Erst nicht in der Lage sein, die notwendigen Stimmen selber vom blauen Himmel herunterzulügen und dann auch noch rumweinen.

    You've lost it, Mitt. Now deal with it!

    14 Leserempfehlungen
  3. Obama hat den Latinos, den Afroamerikanern, der Jugend und den Frauen was versprochen...

    Du hast den Millardären was versprochen...

    War Dir nicht klar, daß es in "God's own Country" mehr Latinos, Afroamerikaner, junge Leute und Frauen gibt als Milliardäre?

    Da hast Du irgendwie nicht richtig nachgedacht...

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    So einfach ist das! Sie haben es auf den Punkt gebracht!

    • ctuth
    • 15. November 2012 19:12 Uhr

    ..nennt man so etwas "sore loser"!

    7 Leserempfehlungen
    • jumibe
    • 15. November 2012 21:08 Uhr

    ... so liest, dann könnte man meinen, die USA gehören nur den Weißen. Alle andere sind Ihrer Meinung nach (unerwünschte) Eindringlinge. Sie vergessen, dass in den USA alle (außer den Indianern) Einwanderer sind oder von Einwanderern abstammen. Mit welchem Recht fordern Sie für die Weißen eine Sonderrolle? Warum beunruhigt es Sie, wenn die weißen Amerikaner an Einfluss verlieren? Man könnte eine solche Haltung sicherlich "rassistisch" nennen ...

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Doch, da hat er recht"
    • snoek
    • 15. November 2012 18:53 Uhr
    2. .....

    You've lost it. Face it!

    6 Leserempfehlungen
  4. Aber seit wann gehen Politiker anders als mit Versprechen und Geschenken an Zielgruppen in den Wahlkampf?
    Hat Romney etwa niemandem was versprochen?

    5 Leserempfehlungen
    • Rend
    • 15. November 2012 19:11 Uhr

    weil ihr euch immer mehr von der Realität entfernt, von den echten Problemen eures Landes. Die Realitätsferne war ja schon in der Wahlnacht in den "Erdrutsch-Sieg" Prognosen für Romney zu erkennen.
    Und manche Leute wie Romney sind anscheinend immer noch nicht aufgewacht.

    4 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, sk
  • Schlagworte Barack Obama | Mitt Romney | Barack Obama | Amnestie | Gesundheitsvorsorge | Kredit
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