Human Rights WatchKinder sterben durch syrische Streumunition

Human Rights Watch verdächtigt das Assad-Regime, Kinder durch Streubomben getötet zu haben. Augenzeugen zufolge warf das Militär sowjetische Munition ab. von dpa und

Schon vor wenigen Wochen fanden diese Syrer in einer Stadt in der Provinz Idlib diese Streubombenhülle.

Schon vor wenigen Wochen fanden diese Syrer in einer Stadt in der Provinz Idlib diese Streubombenhülle.  |  © Philippe Desmazes/AFP/Getty Images

Syrisches Militär hat Augenzeugen zufolge Streubomben aus sowjetischer Herkunft über einem Kinderspielplatz nahe Damaskus abgeworfen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft dem Regime in Damaskus vor, durch das Bombardement den Tod von elf Kindern in Kauf genommen zu haben. Viele weitere Kinder hätten Verletzungen erlitten.

Die Organisation führt Beobachter und Videofilmer an, die am Sonntagnachmittag eine MiG 23 der Regierungstruppen über dem Wohnviertel sahen. "Dann hörte ich Menschen schreien und zum Spielplatz rennen", zitiert die Organisation einen Augenzeugen . "Als ich ihn erreichte, sah ich fünf tote Kinder und viele Verletzte."

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Streumunition wird von vielen Staaten geächtet, weil sie wenig zielgenau ist und weil nicht-explodierte Kleinbomben auch lange nach dem Ende eines Konflikts noch gefährlich sind.

Nicht das erste Mal

Die Bomben hätten sich als sowjetische RBK-250/275 herausgestellt, hieß es. Das von Human Rights Watch veröffentlichte Video zeigt auch Dutzende nichtexplodierte Sprengsätze, sogenannte Bomblets, die etwa so groß wie eine Trinkflasche sind. Zu sehen sind auch tote Kinder und trauernde Angehörige.

Es ist nicht das erste Mal, dass Syrien verdächtigt wird, solche Waffen einzusetzen. Schon im Oktober hatte die Organisation Augenzeugen und Videos als Belege dafür angeführt.

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Leserkommentare
  1. Vorsicht. Die Informationen kommen von "Aktivisten", die angeblich direkt vor Ort waren. Bilder der Bombardierung gibt es aber nicht.

    <em>Kimberly Brown, a conflict adviser at the Save the Children charity: "There is no confirmation yet that cluster bombs are what caused the deaths of these children in Damascus. We are working on getting verification.</em>

    Auf Grund des "Massaker-Marketings", dass viele "Aktivisten" betreiben, bin ich erstmal sehr skeptisch bei solchen Meldungen.

    Es ist natürlich im Bereich des Möglichen. Independent berichtet, dass die Stadt Deir al-Asafir Schauplatz heftiger Kämpfe ist und viele Bewohner Zuflucht in dieser Schule gesucht haben. Anscheinend sind die Kinder in einer "Kampfpause" in der es ruhiger war, auf den Spielplatz gegangen.

    http://www.independent.ie/world-news/middle-east/syrian-jets-kill-9-chil...

  2. Bisher hab ich nur Anti-Panzercluster u.a "PTAB" gesehen. PTAB=protivo-tankovaya aviatsionnaya bomba

    Was HRW hier anführt wären eine Splitterbombe die wohl eine kopie der amerikanischen BLU26B darstellt; letzteres ist eine aus zwei Halbschalen aus Gussmaterial (mit eingebetteten Stahlkugeln) hergstellte Splitterbombe mit ca. 30 m Wirkradius.

    Die angeblich aufgefundene RBK 250=razovaya bombovaya kasseta was etwa "einweg Streubombenbehälter" heißt.

    Es wäre bemerkenswert, wenn es bei festem Untergund eine hohe Versagerrate gegeben hätte.

    Ansonst bleibt das Beklagen über einen direkten Luftangriff mit Abwurfmunition irgendwie fragwürdig! Wäre eine FAB 500 (Sprengbombe allgemeiner Bestimmung 500 kg) denn irgendwie besser?

    MfG KM

  3. 3. Foto?

    Wo bekommt man eigentlich so tolle Fotos her?

    Ja, das sieht wie eine Streubombenhülle aus, aber eine abgeworfene? Ich bezweifle SEHR stark, dass eine aus großer Höhe abgeworfene Blechdose auch nach dem Aufprall so formschön bleibt.

    Die Rostflecken zeugen eher von einer unsachgemäßen Lagerung eines unnützen Dings, denn von einer Aufbewahrung des Arsenals. Syrien importiert Waffen, es kann es sich sicherlich nicht leisten Bomben verrosten zu lassen - ausgemusterte Schalen schon.

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    (Bitte Foto nach Feststellung nicht wieder gleich austauschen)

    scheint die Öse vom Lastschlossdurchgriff (das herausstende Metallteil etwa auf Höhe Kniescheibe rechts, der Lederjackengestalt) auch einen signifikanten Rostansatz aufzuweisen. So ist ein Abwurf wohl nicht erst kürzlich erfolgt..

    Na ja, hier wurden ja auch schon Torpedoantriebsteile mit Seepockenbewuchs als "neuwertig" angesprochen...

    MfG KM

  4. (Bitte Foto nach Feststellung nicht wieder gleich austauschen)

    scheint die Öse vom Lastschlossdurchgriff (das herausstende Metallteil etwa auf Höhe Kniescheibe rechts, der Lederjackengestalt) auch einen signifikanten Rostansatz aufzuweisen. So ist ein Abwurf wohl nicht erst kürzlich erfolgt..

    Na ja, hier wurden ja auch schon Torpedoantriebsteile mit Seepockenbewuchs als "neuwertig" angesprochen...

    MfG KM

    Antwort auf "Foto?"
    • Gomulka
    • 27. November 2012 16:53 Uhr
    5. [...]

    Entfernt. Bitte tragen Sie sachlich zum Thema des Artikels bei. Die Redaktion/mak

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    statt dessen wird dem Leser wieder mal eine Ladung Agenturmeldungs-Mist vor die Füße gekippt.

  5. statt dessen wird dem Leser wieder mal eine Ladung Agenturmeldungs-Mist vor die Füße gekippt.

    Antwort auf "[...]"
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    • Gomulka
    • 27. November 2012 17:09 Uhr

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

    • Gomulka
    • 27. November 2012 17:09 Uhr
    7. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

    • deDude
    • 27. November 2012 17:10 Uhr

    ... und um sich die Unterstützung der verbliebenen Verbündeten zu sichern lässt er Kinder auf Spielplätzen bombadieren?

    Ehrlich?

    Assad mag ein brutaler Diktator sein, ein Dummkopf ist er aber sicher nicht. Welchen Vorteil sollte er aus der Tötung von Kindern ziehen? Einschüchterung der Bevölkerung? Ich glaube nicht das es da noch viel Einschüchterung bedarf, der eine Teil der Bevölkerung will nur möglichst schnell ein Ende der Kämpfe und Sicherheit, der andere Teil kämpft mir mindestens genauso harten Bandagen wie Assad und wird sich sicherlich so schnell nicht einschüchtern lassen.

    Das riecht mir schon wieder viel zu sehr nach Inszenierung.
    Vgl. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Falsche_Flagge.

    Bevor jetzt wieder die Kommentare ala "Assad-Freund!!!" etc. kommen; Ich bin sicher kein Unterstützer Assads, ich bin aber auch kein Freund voreiliger Interventionen die auf unbelegten Behauptungen bestehen.

    Die letzte auf Behauptungen basierende Intervention in der Region wurde seitens des damaligen deutschen Außenministers mit den Worten "My generation learned you must make a case, and excuse me, I am not convinced, That is my problem, I cannot go to the public and say, 'these are the reasons', because I don't believe in them." kommentiert.

    Sie sollten also nicht jeden "Nicht-Überzeugten" gleich in die Ecke von Herrn Assad stellen. Vielleicht bin ich auch einfach..."not convinced".

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tst
  • Schlagworte Militär | Konflikt | Sprengsatz | Tod | Video | Kinder
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