Saudi Arabiens König Abdullah (rechts) mit dem britischen Premierminister David Cameron © Saudi Press Agency/Handout/Reuters

Der britische Premierminister David Cameron hat sich zur Beilegung des Syrien-Konfliks dafür ausgesprochen, Präsident Baschar al-Assad eine sichere Ausreise aus dem Land zu ermöglichen. Wenn das den Bürgerkrieg beenden würde, könnte eine derartige Lösung arrangiert werden, sagte Cameron dem Sender Al-Arabija.

Viel lieber aber sähe er Assad wegen der ihm angelasteten Taten vor Gericht gestellt. Die internationale Gemeinschaft sollte aber alle machbaren Szenarien in Erwägung ziehen, "den Mann außer Landes zu bringen und einen sicheren Übergang in Syrien zu gewährleisten".

Auf keinen Fall biete er Assad Asyl in Großbritannien an, sagte Cameron. Unklar war, ob der britische Premierminister seinen Vorstoß mit anderen ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats abgesprochen hat. Offen war auch, welches Land Assad Asyl gewähren könnte. Der britische Premier befindet sich derzeit auf einer dreitägigen Reise durch den Nahen Osten.

Brahimi warnt vor Kollaps Syriens

Der russische Außenminister Sergej Lawrow dagegen rief die syrische Opposition dazu auf, die Rücktrittsforderungen gegen Assad fallenzulassen. Die Regierungsgegner machten den Amtsverzicht des Staatschefs zur Voraussetzung für Gespräche über ein Ende der Gewalt, sagte Lawrow.

Der Vermittler der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien, Lakhdar Brahimi, warnte vor einem Zerfall des Landes. Er sei weniger besorgt, dass Syrien durch den Aufstand ethnisch und religiös geteilt werden könnte, sagte Brahimi der in London erscheinenden Zeitung Al-Hayat . "Was ich befürchte, ist schlimmer: den Kollaps des Staates und dass Syrien ein neues Somalia wird."

Seit Beginn der Volkserhebung gegen den syrischen Staatschef und dem sich anschließenden Bürgerkrieg sind Schätzungen der UN zufolge 32.000 Menschen getötet worden.