SyrienTote bei Anschlagsserie in Damaskus

In einem Vorort von Damaskus sind bei Anschlägen Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Das Viertel wird überwiegend von Christen und Drusen bewohnt. von afp, dpa und

Ein Foto der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur Sana zeigt einen der Anschlagsorte in Dscharamana.

Ein Foto der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur Sana zeigt einen der Anschlagsorte in Dscharamana.  |  © EPA/SANA/dpa

In einem vorwiegend von Christen und Drusen bewohnten Viertel der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mehr als 50 Menschen durch Bombenanschläge getötet worden. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt.

Nach Angaben von Regierungsgegnern explodierten in dem Vorort Dscharamana kurz hintereinander vier Sprengsätze. Zwei der Bomben waren demnach in Autos versteckt, eines der Autos wurde von einem Selbstmordattentäter gesteuert, die andere Autobombe wurde offenbar ferngezündet.

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Der syrischen Nachrichtenagentur Sana zufolge explodierten zwei weitere Sprengsätze, die nur materiellen Schaden anrichteten. Bewohner des Viertels berichteten, die beiden gleichzeitig ausgeführten Anschläge hätten sich am frühen Morgen um 6.30 Uhr Ortszeit (5.30 Uhr MEZ) ereignet.

Ein Reporter der britischen BBC berichtete von Kämpfen, die es in Dscharamana vor den Explosionen gegeben habe. In den vergangenen Tagen wurden verstärkt Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen rund um Damaskus gemeldet. Regierungsgegnern zufolge wurden bei Kämpfen in der Hauptstadtregion seit Dienstag fast 50 Menschen getötet.

Die Bewohner des drusischen Viertels hatten zu Beginn des syrischen Bürgerkrieges versucht, sich aus der bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Armee und Rebellen herauszuhalten. Doch die Lage in dem Stadtteil eskalierte zunehmend, nachdem dort mehrfach Bomben explodiert waren. Um ihr Viertel zu verteidigen, haben Bewohner Milizen gebildet.

Die Drusen sind eine eine einflussreiche Minderheit in Syrien , ihr Glaube ist ein Ableger der schiitischen Religion. Sie gelten als Unterstützer des Präsidenten Baschar al Assads, der selbst zu schiitischen Minderheit der Alawiten gehört.

An der syrisch-türkischen Grenze schossen unterdessen syrische Rebellen einen Jagdbomber der syrischen Luftwaffe ab, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Die Maschine wurde von einer Rakete getroffen und explodierte. Augenzeugen sagten, die zwei Piloten hätten sich mit Schleudersitzen gerettet. Einer der Piloten sei gefangen genommen worden.

Aktivisten der sogenannten Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten die syrische Luftwaffe hätte ihre Angriffe im Norden und im Zentrum des Landes verstärkt. Auch im zentralen Homs sowie im Großraum Damaskus hätte die Armee demnach ihre Angriffe fortgesetzt.

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Leserkommentare
  1. Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen rund um Damaskus

    Die hier bei diesen feigen Anschlägen umgekommenen Zivilisten sind aber nicht im Kampf "gegen das Assad Regime" gestorben.

    Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, die Bewohner dieses von Christen bewohnten Viertels werden für ihre Neutralität im Konflikt bestraft.

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

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    • Gariban
    • 28. November 2012 12:18 Uhr

    ... wir wissen doch gar nicht, wer für diese furchtbare Tat verantwortlich ist. Könnte ebensogut das Regime gewesen sein, dass dadurch zum einen die Chriten auf seine Seite ziehen und zum anderen die Rebellen diskreditieren möchte :)

    Das Alaviten nicht auf Terror zurückgreifen? Oder verbietet es der Glaube?
    Ich frage mich bei solchen Horrormeldungen immer was in solchen Köpfen eigentlich vorgeht die solche Anschläge verüben.
    Auch der syrische Großmufti hat meines erachtens mit Anschlägen auf Rüstungsindustrien gedroht falls es zu einem Eingreifen kommt. Wer sagt also das es nicht Assadloyale Kräfte sind die die Christen zwischen die Räder drängen da ja dort ebenso ein Religionsmix hinter Assad noch steht.
    Die selbstsicherheit das nur die Opposition in frage kommt ist nicht zu überbieten.

    • Gariban
    • 28. November 2012 12:18 Uhr

    ... wir wissen doch gar nicht, wer für diese furchtbare Tat verantwortlich ist. Könnte ebensogut das Regime gewesen sein, dass dadurch zum einen die Chriten auf seine Seite ziehen und zum anderen die Rebellen diskreditieren möchte :)

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    Ich gehe mal aufgrund Ihres :) davon aus, dass Sie ihren Kommentar nicht ernst meinen. Diese Theorie kann man nicht ausschließen, sie ist aber auch nicht naheliegend.

  2. In der Nähe der Stadt befindet sich ein Flüchtlingscamp für Palästinenser. Mich wurde es nicht wundern, wenn zwischen dem Camp und den Anschlägen eine Verbindung bestünde, da Palästinenser eher mit den sunnitischen Rebellen sympathisieren und man Christen in Syrien eine Pro-Assad Haltung unterstellt. Ich möchte klarstellen, dass es sich hier nur um Vermutungen handelt und ich niemanden beschuldigen möchte.

  3. Ich gehe mal aufgrund Ihres :) davon aus, dass Sie ihren Kommentar nicht ernst meinen. Diese Theorie kann man nicht ausschließen, sie ist aber auch nicht naheliegend.

    Antwort auf "Aber, aber..."
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    Eigentlich ist das schon naheliegend. Denn wenn sich die Christen und Drusen vor Angst gegen die Rebellen bewaffnen und in Assad treuen Milizen gegen sie in den Krieg ziehen, wäre das ein massiver Gewinn für Assad!

    Das Assad weniger Skrupel mit Mordanschlägen hat beweist schon der Mord an Rafiq al-Hariri im Libanon.

  4. Wer profitiert am meisten wenn sich die Minderheiten vor den Rebellen fürchten und ihnen die Unterstützung verweigern. Bisher wurde noch kein einziger Beweis geliefert das die Rebellen die Bomben gelegt haben und nicht Assad! Die Vorteil aus den Bomben zieht jedenfalls das Assad-Regime!

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    .. wenn man die letzten 1.5 Jahre mal komplett ausblendet.

    Bis jetzt haben sich irgendwelche Rebellengruppen immer zu den Bombenanschlägen im Land bekannt bzw. auch die FSA selbst. Aber es ist natürlich naheliegender jetzt die 180 Grad wende zu fahren und zu behaupten das Regime wäre es gewesen. Ziemlich kurzsichtig.

    Die Menschen werden wegen den Bombenanschlägen wohl eher überlegen aus dem Land zu fliehen als zu der Waffe zu greifen und raten sie mal wem das nützen würde, wenn Christen in Panik geraten und das Land verlassen, sollten sie das vertrauen verlieren, dass Assad sie beschützen kann.

    Assad hat die Christen schon hinter sich, wozu soll er sie dann wegbomben. Seine Armee ist auch groß genug, nur hilft eine große Armee nicht viel gegen Rebellengruppen die über die Grenzen ein-, ausfahren wie sie wollen und dort mit Infos, Waffen versorgt werden.

    In einem Konflikt auf Augenhöhe hätte Syrien das Nachbarland schon angegriffen, welches die Rebellen unterstützt und hätte auch das Recht dazu, das geht aber nicht, da die Türkei in der Nato ist und sofort den Verteidigungsfall ausrufen würde, was eigentlich Blödsinn ist, da die Türkei schon lange einen Stellvertreterkrieg führt. Die Türkei, gedeckt von der Nato unterstützt die Rebellen, China und Russland Assad, das kommt doch bekannt vor oder?

    Wir stehen näher an einem ernsthaft großen Konflikt als es den Anschein hat.

  5. Eigentlich ist das schon naheliegend. Denn wenn sich die Christen und Drusen vor Angst gegen die Rebellen bewaffnen und in Assad treuen Milizen gegen sie in den Krieg ziehen, wäre das ein massiver Gewinn für Assad!

    Das Assad weniger Skrupel mit Mordanschlägen hat beweist schon der Mord an Rafiq al-Hariri im Libanon.

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    wovon das Assad Regime tatsächlich zurückschreckt kann niemand wirklich sagen im gegenteil hier im Forum werden jegliche Berichte die gegen das Regime sprechen relativiert.
    Was hat die Opposition von solchen Menschenverachtenden Anschlägen: Nichts also kann es ebensogut radikale Teile des Regimes gewesen sein die alles tun nur das Assad an der Macht bleibt.

    war aber kein Freund und Vertrauter von Assad, sondern eher ein Rivale.
    Syrische Christen stehen Assad näher, als Christen im Libanon. Hier sollte man genauer hinschauen.

    • SonDing
    • 28. November 2012 12:34 Uhr

    Gelegentliche Statements, die immer noch einen gewaltsamen Sturz der legitimen Regierung in Damaskus propagieren und weitere "Useful Idiots" zu weiterer Gewalt aufhetzen und bewaffnete Gruppen, deren Motive offensichtlich nicht menschlicher Natur sind, unterstützen, bezeichne ich nicht nur als zynisch, sondern in höchstem Maße menschenverachtend.

    Auch durch zu einseitiger Propaganda und Sanktionen wird der Konfliktherd Syrien, weiter am Kochen gehalten und solche Terroranschläge nicht nur ermöglicht, sondern gezielt gefördert.

    Wie realitätsfern muss man sein ,dass nun auch Deutschland in dieses Desaster hineingezogen werden soll.
    http://www.zeit.de/politi...

    Die Devise müsste lauten:
    Den Terror durch ein Einstellung der Unterstützung bewaffneter Gruppen beenden. Zu einer ausgewogenen und an Tatsachen orientierten Berichterstattung übergehen. Die bisherigen Unterstützer (auch Ausländische) von Gewalt und Terrorismus in Syrien klar benennen, anklagen und abstrafen. Den Dialog mit den legitimen Vertretern in Damaskus suchen und alle Parteien, die sich wirklich mit Syrien indentifizieren und eine gewaltlose Lösung wollen, an einemn Tisch bringen.

    Würde einigen Oppositionellen klar, welchen Einfluss die ausländischen Interventionen, bisher auf das Morden gehabt haben, würde auch hier ein Umdenken schnell einsetzen.

    Also los liebe Redakteure, es gibt viel zu tun und aufzudecken...

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    Was macht die Regierung in Damaskus den bitte legitim. Seit sich Assads Vater an die Macht putschte und in Hama 20000 Menschen ermorden ließ, gab es keine freien und geheimen Wahlen zur Bestimmung der Regierung oder des Präsidenten!

    Dagegen sind oppositions Gruppen wie beim Damaszener Frühling Reihen weise im Gefängnis gelandet!

  6. Was macht die Regierung in Damaskus den bitte legitim. Seit sich Assads Vater an die Macht putschte und in Hama 20000 Menschen ermorden ließ, gab es keine freien und geheimen Wahlen zur Bestimmung der Regierung oder des Präsidenten!

    Dagegen sind oppositions Gruppen wie beim Damaszener Frühling Reihen weise im Gefängnis gelandet!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, tis
  • Schlagworte Syrien | BBC | Damaskus | Anschlag | Auto | Bürgerkrieg
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