GrenzkonfliktIsrael feuert Warnschüsse in Richtung Syrien

Die israelische Armee hat erstmals seit Jahrzehnten Warnschüsse in Richtung Syrien abgegeben. Zuvor war eine syrische Granate auf den Golanhöhen eingeschlagen. von afp, dpa und reuters

Grenzgebiet zwischen Syrien und Israel

Grenzgebiet zwischen Syrien und Israel  |  ©Reuters/Nir Elias

Die israelische Armee hat zum ersten Mal mehrere Warnschüsse auf Syrien abgefeuert. Eine Armeesprecherin sagte, eine aus Syrien abgefeuerte Granate habe zuvor einen israelischen Militärposten auf den Golanhöhen getroffen.

"Es war Teil des internen Konflikts in Syrien", sagte die Sprecherin. Es habe weder Sachschaden noch Verletzte gegeben. Die Soldaten hätten daraufhin jedoch Warnschüsse in Richtung Syrien abgegeben. Nach Angaben des israelischen Rundfunks handelte es sich um die ersten Schüsse in Richtung syrischer Streitkräfte seit dem Jom-Kippur-Krieg von 1973.

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Am Freitag hatte die israelische Regierung Syriens Führung gewarnt, den bewaffneten Konflikt vom israelisch kontrollierten Territorium auf den Golanhöhen fernzuhalten. "Wir machen das Regime in Damaskus für die Lage an der Grenze verantwortlich", teilte der stellvertretende israelische Ministerpräsident Mosche Jaalon mit. "Die derzeitige Lage in Syrien kann noch lange andauern (...) und wenn wir ein Übergreifen in unsere Richtung feststellen, sind wir in der Lage, unsere Bevölkerung zu schützen", sagte Jaalon.

Auf den Golanhöhen waren in letzter Zeit durch den Bürgerkrieg immer wieder Mörsergranaten eingeschlagen, zuletzt am Donnerstag. Im Gegensatz zur Türkei hatte Israel bislang nicht militärisch darauf reagiert.

Annan warnt vor Ausweitung des Syrien-Konflikts

Der ehemalige UN-Sondergesandte Kofi Annan hatte sich am vergangenen Freitag besorgt gezeigt, dass der Syrien-Konflikt auf auch andere Länder der Region übergreifen könne. Die Auseinandersetzungen hätten eine religiös beeinflusste Wende genommen, die sie über Syriens Grenzen hinaus wirken lassen könnten, sagte er in einem Interview des schwedischen Senders Sveriges Radio. " Libyen ist implodiert. Syrien – so wie wir es sehen – implodiert nicht, sondern wird eher explodieren, und zwar explodieren über seine Grenzen hinaus." Dennoch glaube er nicht, dass es eine militärische Lösung des Konflikts gebe.

"Es gibt einige Regierungen, die glauben, es gebe eine militärische Lösung. Ich denke, sie verschärfen das Problem", sagte Annan weiter. Auf die Frage, von welchen Regierungen er spreche, sagte er, die syrische Opposition finde starke Unterstützung in Saudi-Arabien , Katar und der Türkei , während Iran und Russland auf der Seite der Regierung in Damaskus stünden. Auf Gräueltaten müsse die internationale Gemeinschaft scharf reagieren, welche Seite in dem Konflikt sie auch begangen habe: "Ich denke, es ist wichtig, dass wir alle wissen lassen, dass diese Form der Brutalität nicht akzeptiert werden kann, und dass die Abrechnung kommen wird."

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Leserkommentare
  1. Die hier historisch argumentierenden Kommentare, die in illegaler Besatzung sprechen, scheinen, für sie angenehmerweise, vergessen zu haben, warum Israel die Golanhöhen besetzt hat: Weil Syrien von dort über Jahrzehnte israelische Gemeinden beschossen hat. Wohlgemerkt Gemeinden in der entmilitarisierten Zone, in der also ausschließlich zivile Opfer zu erwarten waren. Kein Land der Welt würde einen solchen Beschuss dulden. Israel hat sich im laufenden Konflikt lange ruhig verhalten und im Gegensatz zur Türkei nicht mit einem offenen Krieg gedroht. Die nun getätigten Warnschüsse sind das gute Recht des Staates.

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    "Die Siedler, so Dayan, hätten geschildert, dass es für die Zwischenfälle an der Waffenstillstandslinie zwischen Syrien und Israel ein gut eingespieltes Szenario gebe: "Wir schickten einen Traktor aufs Feld, dorthin, wo man nichts tun konnte, in die demilitarisierte Zone. Wir wussten, dass die Syrer anfangen würden zu schießen. Wenn sie nicht schossen, sagten wir dem Fahrer, er solle weitermachen, bis es den Syrern zu viel wurde und sie doch zu schießen anfingen. Dann beschossen wir sie mit unserer Artillerie ..." http://www.freitag.de/aut...

    BEIDE Seiten haben sich gegenseitig provoziert.

    Fakt ist:

    Israel bricht auf den Golanhöhen das Völkerrecht, in dem es die Gebiete a) annektiert hat und b) mit Zivilisten besiedelt.

    Fakt ist auch, dass es ein völkerrechtlich legitimiertes Widerstandsrecht gegen eine völkerrechtswidrige Besatzung gibt. Sogar bewaffnet, solange nicht Zivilisten Opfer sind.

    Ein Angriff auf eine Militärbasis einer illegalen Besatermacht ist somit völkerrechtlich legitim.

  2. ...vor 1967 stand dort oben nämlich syrische Artillerie und diese hat regelmäßig das fruchtbare israelische Hula-Tal unter Beschuss genommen. Dem wurde 1967 ein Ende gemacht.

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    • rommmel
    • 11. November 2012 15:33 Uhr

    es gibt genügend un-beschlüsse zum freiden und beendigung der israelischen besatzung !

    nach wie vor wird der golan von israel besetzt und ausgeplündert !
    landraub , bleibt landraub!

  3. die Terroristen zu eliminieren. Wäre eine effektive Sache. Denn die Muslimbrüder (laut unserem Verfassungsschutz als gefährlich eingestuft) und die anderen Terroristen werden nach einen Sturz der syrischen Regierung nicht nur alle Christen ermorden, sondern dann auch Israel angreifen mit dem Ziel alle Juden zu töten.
    "Die Dschihadisten wollen sich in Syrien festsetzen, sie streben Zonen eigener Kontrolle an. Die »Unterstützungsfront« kämpft keineswegs nur gegen das Regime. Syrische Flüchtlinge berichten übereinstimmend, dass ihre Kämpfer gezielt Christen ermorden – selbst wenn diese zur Opposition zählen."
    http://www.zeit.de/2012/4...

    Höchste Zeit der syrischen Regierung zu helfen die Terroristen und Mörder der Christen dingfest zu machen, anstatt sie als heroische "Rebellen" zu titulieren.

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    Das perfide ist ja, dass Kämpfer in Syrien rekrutiert werden unter dem Vorwand der Kampf gegen Assad sei eigentlich der Kampf gegen das "zionistische Regime".

    Man erzählt jungen Rekruten, dass Assad die Zionisten stütze.
    Gerade bei den islamistischen Fraktionen ist das weit verbreitet.

    Rein logisch sollte Israel eigentlich auf der Seite Assads stehen. Weil die Gefahr besteht, dass nach seinem Sturz Islamisten an die Macht kommen.

    Schwachsinn!

    "Höchste Zeit der syrischen Regierung zu helfen die Terroristen und Mörder der Christen dingfest zu machen, anstatt sie als heroische "Rebellen" zu titulieren"

    Leider kommen im Konflikt Christen sowie Muslime ums leben. Dafür trägt der Syrische Staat ebenso schuld wie die zum Teil vermeidlichen Rebellen. Da zwischen Israel und Syrien kein echter Frieden bestand und sogesehen Assad die Saat des Hasses gegen Israel vorallem verbreitete kann es gut sein das eine ablösende Regierung Israelfreundlich ist und gerade ihre Angst die sie vor radikalen Islamisten machen unbegründet sind da diese in der Opposition keine Mehrheit sind und womöglich eines besseren belehrt werden.

  4. Der Mensch ist ein schlimmes Tier voller niedriger Beweggründe. Meiner Einschätzung nach ist nicht einmal ein Drittel der Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert angekommen. Viele Menschen erleben ihr Dasein wie im Mittelalter und immer noch gibt es Ethnien, die die Steinzeit kaum verlassen haben. Religiöser Fanatismus, Sippenrache, Brudermord und ein nicht enden wollendes Abschlachten aus tausend weiteren Motiven lassen alle Hoffnungen versiegen, dass die Menschheit einmal vernunftgesteuert einen einzigen gemeinsamen richtigen Schritt in Richtung Zukunft unternimmt.

    Anhand der Erfahrungen in Ägypten und Libyen kann ich die politischen Führungen verstehen, wenn sie in Syrien nicht eingreifen wollen. Aber es muss auch einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden, dass Diktaturen erst möglich werden, wenn sie von anderen Staaten geduldet oder sogar hofiert werden.

    Man kann die verhaltene Reaktion seitens Israels nur begrüßen.

    Mit freundlicher Empfehlung
    Peter Echevers H.

    12 Leserempfehlungen
    • u.t.
    • 11. November 2012 15:07 Uhr

    die israelische Politik zu verteidigen. Auch bei den Golanhöhen hätte man längst eine Verständigung suchen können.

    Wie meine Vorposter aber das Assadregime so "lieb" schreiben, finde ich schon recht lächerlich.
    Genau dieses Regime hat jahrelang genau die Organisationen direkt oder indirekt (via dem engsten Verbündeten Assads, Iran) unterstützt, deren Politik es ist, Raketen auf israelisches Territorium zu feuern (und früher Selbstmordattentäter in israelische Städte zu schicken).

    Und unter den Umständen sollte Israel dem Assadregime vertrauen, dass es nicht wie einst - vor 1967 - auch von den Golanhöhen auf Israel schießt?? Lachhaft.

    Die Rückgabe des Golan wäre eine längere Geschichte der Vertrauensbildung (gewesen). Dass dies nicht geschah (beste Zeit 1994 ff), ist sicher auch großenteils israelische Schuld. Aber ein gerüttelt Maß geht auch an das Assadregime.

    Unglaublich, was manche Poster hier ignorieren, nur damit ihr Weltbild schön passt. Ich finde so etwas immer lächerlich. Denn ich kann gerade noch verstehen, dass Menschen da unten Schwierigkeiten haben, Standpunkte der anderen zu sehen und Argumente gegen die eigene Sichtweise anzuerkennen.

    Dass aber Poster hier in D., gemütlich von ihrem Sessel aus, eine so einseitige Position knallhart und mit Scheuklappen vertreten, das halte ich für sehr unreif.

    Der/diejenige, der irgendwann einmal diesen Knoten des gegenseitigen Missverstehens und Anfeindens löst, wird sicher nicht mit solcher Einseitigkeit den Weg ebnen.

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  5. sondern seit 1981 von israel widerrechtlich annektiert - israel beschießt also syrien, weil eine syrische granate auf syrischem gebiet eingeschlagen ist...

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  6. Kofi Annan scheint mir die einzige Stimme der Vernunft in diesem Konflikt zu sein.

    9 Leserempfehlungen
  7. die syrische Armee kann dieses Gebiet mit mit Granatbeschuss eindecken wie sie will. Die Israelis können sich in ihr Land zurückziehen wenn es ihnen nicht passt.
    Hoffentlich vertreibt Dr. Assad die Terroristen, Al-KAida und israelische Besatzer bald aus seinem Land und stellt wieder Ruhe und Ordnung her.

    8 Leserempfehlungen
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    ...vor 1967 stand dort oben nämlich syrische Artillerie und diese hat regelmäßig das fruchtbare israelische Hula-Tal unter Beschuss genommen. Dem wurde 1967 ein Ende gemacht.

    • PGMN
    • 11. November 2012 17:04 Uhr

    "...die syrische Armee kann dieses Gebiet mit mit Granatbeschuss eindecken wie sie will."

    Klar "kann" die syrische Armee machen, was sie will. Dann "kann" die israelische Armee allerdings auch zurückschießen, wie sie will. Und wenn es dann "illegaler Angriff" heißt, dann "kann" die syrische Armee auch einfach aufhören, die Golan Höhen mit Granatbeschuss "einzudecken", wenn es ihr nicht passt.

    Ich schlage vor, nicht mit irgendwelchen historischen Gebietsansprüchen zu argumentieren und sich dann in eine Phantasie dessen zu flüchen, wie die Welt "sein sollte", und sich stattdessen der politischen Realität zu stellen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, nf
  • Schlagworte Israel | Kofi Annan | Syrien | Mosche Jaalon | Bevölkerung | Bürgerkrieg
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