BürgerkriegIslamischer Geistlicher führt Syriens Opposition

Die Gegner von Präsident Assad haben sich in Doha zur Syrischen Nationalkoalition zusammengeschlossen. Zum Vorsitzenden wurde ein moderater Geistlicher ernannt. von afp und dpa

Präsident der neuen Nationalkoalition: Der ehemalige Imam Moaz al-Chatib

Präsident der neuen Nationalkoalition: Der ehemalige Imam Moaz al-Chatib  |  © Mohammed Dabbous/Reuters

Der neue Zusammenschluss syrischer Oppositionsgruppen hat einen gemäßigten islamischen Geistlichen zu seinem Führer bestimmt. Der 52-jährige Scheich Ahmed Muas al-Chatib ist bei einem Treffen in Katar zum Präsidenten der "nationalen Koalition" aus Gegnern von Syriens Präsident Baschar al-Assad gewählt worden.

Der aus Damaskus stammende al-Chatib hatte Syrien vor drei Monaten verlassen, nachdem er mehrfach von den Sicherheitskräften Assads festgenommen worden war. Zum Vize-Präsidenten wurden der Dissident Riad Seif sowie die Oppositionelle Suhair al-Atassi gewählt.

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Die zerstrittenen Oppositionsgruppen aus Syrien und dem Exil hatten sich in Katars Hauptstadt Doha auf die Bildung einer "nationalen Koalition der Kräfte der syrischen Revolution und Opposition" verständigt. Die neue Gruppe solle den Namen Syrische Nationalkoalition für Opposition und Revolutionäre Kräfte tragen, sagte Ali Sadr el Din Bajanuni, ehemaliges Führungsmitglied der syrischen Muslimbruderschaft.

Der Einigung waren tagelange Verhandlungen unter der Schirmherrschaft der Arabischen Liga und Katars vorausgegangen. Dabei blockierte zunächst die derzeit größte oppositionelle Vereinigung, der Syrische Nationalrat (SNC) , einen Konsens, weil die Mitglieder des SNC einen Bedeutungsverlust befürchteten .

SNC soll als führende Oppositionsvertretung abgelöst werden

Bisher sahen die internationalen Unterstützer der Aufständischen in Syrien den SNC als führende Vertretung der Opposition an. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte den Nationalrat zuletzt jedoch auch öffentlich kritisiert und eine Oppositionsführung gefordert, der auch Inlandssyrer angehören müssten. Bei den Verhandlungen in Doha setzten nach Teilnehmerangaben Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA den Nationalrat massiv unter Druck, einer Einigung zuzustimmen.

Die US-Regierung begrüßte das neue Bündnis als einen Meilenstein auf dem Weg zum "Ende von Assads blutiger Herrschaft und zum Beginn einer friedlichen, gerechten und demokratischen Zukunft" für alle Menschen in Syrien. "Wir werden mit der Nationalen Koalition zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unsere humanitäre und nicht-tödliche Unterstützung den Bedürfnissen der syrischen Menschen dient", sagte der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner. Zugleich dankte er der Regierung des Golfemirats Katar für deren Unterstützung.

In Syrien selbst gingen die Kämpfe auch am Sonntag weiter. Dabei eroberte die Armee nach Angaben von Regierungsgegnern Teilstücke der strategisch wichtigen Autobahn zwischen Damaskus und Aleppo zurück. Die "Schlüsselstadt" Maaret al-Numan hätten die Assad-Soldaten aber noch nicht eingenommen, berichteten Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bei zwei Autobombenanschlägen im Süden Syriens wurden den Berichten zufolge am Samstag mindestens 20 Soldaten getötet. Die amtliche Nachrichtenagentur Sanaa bestätigte zwei Autobombenexplosionen sowie Opfer und schwere Schäden in Daraa.

Seit Beginn des Konflikts zwischen Aufständischen und Regierungstruppen Mitte März 2011 wurden in Syrien nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 37.000 Menschen getötet.

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Leserkommentare
  1. Exilsyrer und externe Oppositionskräfte dominieren offensichtlich die Gruppe.

    "Syria's exiled opposition groups have signed an initial agreement to form a new coalition. The new coalition is mainly composed of opposition groups outside Syria."

    http://news.xinhuanet.com...

    Dieses bestätigt auch folgende Meldung:
    Das LCC hat das Treffen bereits am Freitag aus Protest verlassen und gehört nicht zu den Unterzeichnern.

    Sie ist die wichtigste innersyrischen Gruppe opposioneller Aktivisten. Sie koordinierten von Anbeginn der friedlichen Demonstrationen der syrischen Rebellen auf lokaler Ebene.

    http://www.nowlebanon.com...

    "Over time, the committees have sought greater coordination between themselves,..the committees formed the Local Coordinating Committees of Syria, an umbrella organization with members from most cities and many smaller towns across Syria."

    http://www.lccsyria.org/a...

    Die FSA- Führung sitzt vorwiegend in der Türkei. Die Kämpfer vor Ort scheinen von derem "Einsatz" nicht sehr überzeugt zu sein.

    "Syrian fighters fed up with “cowards in exile”

    http://www.nowlebanon.com...

    Nachsatz: die al Nusra Front/ al Kaida hat sich an den Diskussionen in Doha beteiligt. Sie kämpft gemeinsam mit anderen Gruppen der FSA.

    "Syria rebels tolerate extremists despite West's fears"

    http://www.nowlebanon.com...

  2. 2. na ja

    abgesehen davon, dass unklar ist, wer oder was die personen als opposition legitimiert, also welche massen stehen dahinter, dürfte es ja viel bedeutender sein, für welche ziele sie stehen, die in einem programm festzuhalten sind, das dann umzusetzen wäre.

    wenn der sturz eines diktators das einzige ziel ist, dann haben wir neben afghanistan, irak und lybien eben noch ein land, dass anschließend in chaos und blut versinkt.
    echt gelungene einmischungen des westens. der allerdings setzt seine ziele regelmäßig um, die materiellen ...

    daher, nur zu ...

    • newceri
    • 12. November 2012 8:02 Uhr

    Gestern Hieß es:Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) hat einen neuen Vorsitzenden. Auf seiner seit Sonntag andauernden Tagung im Golfemirat Katar wählten die Delegierten am Freitagabend den Oppositionsveteranen und Christen Georges Sabra.Quelle Die Zeit
    Und Heutige Überschrift Islamischer Geistlicher führt Syriens Opposition.
    Bei zwei Autobombenanschlägen im Süden Syriens wurden den Berichten zufolge am Samstag mindestens 20 Soldaten getötet. Hörtsich sehr friedlich an und diese Friedens Tauben"Al Kaida" haben 3 Sitze bekommen im zukunftigem Opposition SNC.
    Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate "Zwei super Demokraten" und die USA" Geopolitische Intresse" den Nationalrat massiv unter Druck, einer Einigung zuzustimmen.Und das nemmt man Demokratie unter MASSIV DRUCK. Ich dachte in Demokratie wird Gewählt.

  3. haben hier nicht einige Foristen vorher behauptet das ein Christ gewält wurde? Wie ist man darauf gekommen oder war das Propaganda??

    Auch frage ich mich ob dies der Wahrheit entspricht wenn ja sollte jede unterstützung beenden:
    "Syrien: Demnächst ein Blutbad unter den Alawiten
    Ein Blutbad kündigt sich gegen die alawitische Gemeinschaft in Syrien an. Es wird immer offensichtlicher, dass die salafistisch-wahabitischen Terroristen sich dazu anschicken, seitdem besonders die Viertel, in denen die Alawiten die Mehrheit haben, in ihrem Visier stehen. Aber weit gefehlt zu glauben, dass nur die «Jihadisten» diese Wahl von sich aus getroffen hätten, es scheint, dass die Entscheidung innerhalb des Syrischen Nationalrats (SNC) gefallen sei.
    Laut der Seite der Opposition, Syria Truth, wurde der Ausrottung grünes Licht durch den Vizepräsidenten und Verantwortlichen der Moslembruderschaft des SNC, Farouk Tayfour, gegeben, der zur Zeit seinen Wohnsitz in der Türkei hat. Er hat die beiden Milizen «Ansar el-Islam» und «Ahrar Hauran» aufgefordert, auf die von den syrischen Minderheiten bewohnten Viertel zu zielen.
    «Die nächsten Tage und Wochen werden ein Blutbad ohnegleichen erleben durch schwerste Autobomben und Mörserangriffe gegen Wohngebiete und durch Ermordungen», erklärte der Seite eine Quelle, die den Moslembrüdern nahesteht."

    http://urs1798.wordpress....

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    • newceri
    • 12. November 2012 8:19 Uhr

    Nicht nur Aleviten sonder auch Christen und alles was nicht an deren Allahs Glauben.

    • Snorrt
    • 12. November 2012 8:10 Uhr

    ... Steve Jobs.

    Ich hoffe, er ist in etwa so kreativ, denn das können gerade die Syrer in dieser völlig kaputten Situation gut gebrauchen. Vielleicht sollten wir "Westler" auch aufhören, irgendwas in irgendeine Wahl rein zu interpretieren.

    Es ist doch mehr als zu begrüßen, dass diesem ganzen Geballer nun eine inländische Vertretung folgt, die politische Absichten hat. Seien sie für unser westliches Verständnis noch so verzahnt mit Religion, Machtinteressen etc. Hauptsache man beginnt, vom Schießen aufs Reden umzuschalten.

    Wäre mal ein Anfang.

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    • newceri
    • 12. November 2012 8:27 Uhr

    der vergleich ist weie Jesus "Jobs" für die Menschheit und Satern " Scheich Ahmed Muas al-Chatib" mit veantwortlich für ca.37000 tote menschen

    • newceri
    • 12. November 2012 8:19 Uhr

    Nicht nur Aleviten sonder auch Christen und alles was nicht an deren Allahs Glauben.

    Antwort auf "Doch kein Christ"
    • newceri
    • 12. November 2012 8:27 Uhr

    der vergleich ist weie Jesus "Jobs" für die Menschheit und Satern " Scheich Ahmed Muas al-Chatib" mit veantwortlich für ca.37000 tote menschen

    Antwort auf "Der sieht aus wie ..."
    • MaxS2
    • 12. November 2012 8:46 Uhr

    Wo steht die christliche Minderheit in diesem Konflikt, und was bedeuten diese Zusammenschlüsse für diese Menschen?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, nf
  • Schlagworte Syrien | Dissident | Doha | Katar | Muslimbruderschaft | Nachrichtenagentur
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