Georges Sabra (M) bei seiner Wahl zum Chef des Oppositionellen Syrischen Nationalrats © Karim Jaafar/AFP/Getty Images

Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) hat einen neuen Vorsitzenden. Auf seiner seit Sonntag andauernden Tagung im Golfemirat Katar wählten die Delegierten am Freitagabend den Oppositionsveteranen und Christen Georges Sabra. Die Delegierten wählten auch ein Exekutivkomitee und ein 41 Mitglieder starkes Generalsekretariat.

Der 65-jährige Lehrer Sabra erklärte nach seiner Wahl, er werde im Namen des Nationalrats "darauf hinwirken, zusammen mit den anderen Bestandteilen der syrischen Opposition den Sturz des Regimes des Kriminellen (Präsidenten Baschar al-Assad) zu beschleunigen".

Sabra tritt die Nachfolge des scheidenden kurdischen SNC-Vorsitzenden Abdel Basset Saida an. Zum neuen Vize-Präsidenten wurde der Muslimbruder Faruk Tayfur gewählt.

Auf die Frage, was er von der internationalen Gemeinschaft erwarte, sagte Sabra, er habe nur einen Wunsch: " dem syrischen Volk dabei zu helfen , dieses blutrünstige Regime zu verjagen, indem wir bewaffnet werden". Dreimal wiederholte der neu gewählte Vorsitzende: "Wir wollen Waffen."

Ethnische Minderheiten sind vertreten

In dem neu gewählten Exekutivkomitee sitzen elf Mitglieder, von denen vier neu hinzugekommen sind. Drei Mitglieder sind Islamisten. Auch ein Drittel der Mitglieder des Generalsekretariats sind Islamisten. Ethnische Minderheiten wie Kurden oder Assyrer sind ebenfalls vertreten. Die aus Aktivisten vor Ort zusammengesetzten örtlichen Koordinierungskomitees sind in der neuen Führung des Nationalrats nicht mehr vertreten. Sie warfen den Muslimbrüdern vor, die Organisation zu kontrollieren.

Unterdessen berieten andere oppositionelle Gruppen am Freitagabend unter der Schirmherrschaft von Katar und der Arabischen Liga über die Bildung eines gemeinsamen Oppositionsgremiums . Darin sollten zivile Aufstandsgruppen in Syrien , militärische Gruppen, Religionsgelehrte und andere Vertreter der syrischen Gesellschaft repräsentiert sein. Dieses Gremium sollte wiederum eine Übergangsregierung und einen Militärrat schaffen.

Der Nationalrat zeigte sich gegenüber diesem Plan skeptisch und schlug stattdessen vor, dass ein Nationalkongress aus 300 Mitgliedern in den "befreiten Gebieten" tagen und eine Übergangsregierung bilden sollte.