UkraineJulija Timoschenko beendet Hungerstreik

Sie ist geschwächt, doch fühlt sich bestätigt: Die ukrainische Ex-Regierungschefin nimmt wieder Nahrung ein, nachdem sie wegen der Wahl in den Hungerstreik getreten war. von AFP, dpa und Reuters

Die inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin Julija Timoschenko hat ihren zweieinhalbwöchigen Hungerstreik beendet. Die Kritik internationaler Beobachter am Wahlsieg der Partei von Präsident Viktor Janukowitsch habe ihre Einschätzung bestätigt, erklärte die 51-jährige frühere Ministerpräsidentin. Jetzt wisse jeder Ukrainer, dass die Abstimmung manipuliert worden sei.

"Daher kann ich am 18. Tag den Hungerstreik beenden und meinen Kampf gegen das korrupte Janukowitsch-Regime mit anderen Mitteln fortsetzen", sagte Timoschenko.

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Durch die Nahrungsverweigerung sei Timoschenko in sehr geschwächter Verfassung, ihre Schmerzen seien "beträchtlich gewachsen", sagte der deutsche Arzt Lutz Harms von der Berliner Charité , der Timoschenko im ukrainischen Charkiw behandelt.

Nachdem die Oppositionspolitikerin am Donnerstagabend erstmals seit 17 Tagen wieder ein paar Schlucke Saft zu sich genommen habe, habe sie nun mit Rehabilitationsmaßnahmen begonnen. Da ihr Körper sehr geschwächt sei, sei dies aber nur sehr eingeschränkt möglich und auch Medikamente schlügen nicht gut an, sagte Harms.

Hungerstreik gegen das Ergebnis der Parlamentswahl

Timoschenko, die wegen eines Rückenleidens vom Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden war, hatte mit ihrem Hungerstreik gegen die Parlamentswahl Ende Oktober protestiert.

Ihre Tochter Jewgenia Timoschenko verlas am Freitag vor Journalisten eine Erklärung ihrer Mutter, in der diese ankündigte, "weiter gegen das korrupte Regime" von Staatschef Viktor Janukowitsch zu kämpfen. "Ich sehe, dass ich das Ziel, für das ich den Hungerstreik begonnen habe, erreicht habe", schrieb Julija Timoschenko. Mittlerweile könne niemand mehr behaupten, das Parlament sei rechtmäßig und demokratisch gewählt.

Timoschenko war im Oktober 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde vom Westen als politisch motiviert kritisiert. Der Oppositionspolitikerin droht ein weiterer Prozess wegen Untreue und Steuerhinterziehung.

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Leserkommentare
  1. "Daher kann ich am 18. Tag den Hungerstreik beenden und meinen Kampf gegen das korrupte Janukowitsch-Regime mit anderen Mitteln fortsetzen", sagte Timoschenko.

    Aber bitte in Sachen "Mein Kampf" kein Buch schreiben.

    4 Leserempfehlungen
  2. dies ausgerechnet von der wundersam reich gewordenen Frau T.?
    Das hat was.

    5 Leserempfehlungen
  3. die kein Stück besser ist als der von ihr gescholtene Janukowitsch-Clan.

    6 Leserempfehlungen
  4. "Hungerstreik" unter ständiger Betreuung ihres Leibarztes der Berliner Charité läßt einiges hinsichtlich der menschenunwürdigen Haftbedingungen erahnen.

    2 Leserempfehlungen
  5. 5. [..]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare und verzichten auf Unterstellungen. Die Redaktion/ls

    3 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, dpa, sk
  • Schlagworte Julija Timoschenko | Viktor Janukowitsch | Medikament | Parlamentswahl | Arzt | Gefängnis
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