FrankreichAlain Juppés Vermittlung im UMP-Machtkampf gescheitert

Die konservative UMP-Partei von Nicolas Sarkozy steht vor der Spaltung. Die Vermittlung des ehemaligen Außenministers Juppé im Kampf um die Parteiführung war ohne Erfolg. von afp und dpa

Der ehemalige französische Außenminister Alain Juppé

Der ehemalige französische Außenminister Alain Juppé  |  © Kenzo Tribouillard/AFP/Getty Images

Der Vermittlungsversuch des französischen Ex-Außenministers Alain Juppé im Machtkampf um die Führung der konservativen UMP-Partei ist gescheitert. Seine Vorschläge seien nicht angenommen worden, sagte Juppé nach einem Treffen mit den beiden Rivalen um den Parteivorsitz, Jean-François Copé und François Fillon . Deshalb sehe er seine "Mission für beendet" an.

Der erbitterte Kampf um die Parteiführung war nach der chaotischen Urwahl vergangene Woche eskaliert. Die interne Wahlkommission hatte zwar Copé mit einem Vorsprung von 98 Stimmen zum Sieger erklärt , später aber auf Drängen des Fillon-Lagers schwere Fehler einräumen müssen. Die von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy vor zehn Jahren gegründeten UMP steht vor einer Spaltung.

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Fillon kündigte an, er werde nun die Wahrheit über das umstrittenen Wahlergebnis von einem ordentlichen Gericht feststellen lassen. Copé hingegen will abwarten, bis die parteiinterne Beschwerdekommission den Wahlsieger bekannt gibt. Er wolle den "politischen und rechtlichen Prozess" nicht vermischen. Erst wenn der Name des Wahlsiegers feststehe, sei eine politische Vermittlung möglich.

Die Beschwerdekommission setzte unterdessen am Sonntagabend ihre Arbeit fort. Die Mitglieder des Fillon-Lagers waren allerdings nicht mehr dabei, sie hatten die Kommission bereits am Vormittag verlassen. Nach einer Umfrage des Ifop-Instituts befürworten inzwischen 71 Prozent der Franzosen eine Wiederholung der Wahl des UMP-Vorsitzenden.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, nf
    • Schlagworte Frankreich | Nicolas Sarkozy | Gericht | Umfrage | Arbeit | Prozess
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