UN-Vollversammlung : Palästinenser dürfen auf die große Bühne

Die Vereinten Nationen werden die Palästinenser wohl zum Beobachterstaat aufwerten, obwohl die USA dagegen sind und Europa gespalten. Doch der Erfolg birgt auch Gefahren.

Palästinensische Politiker haben in den vergangenen Wochen viel geplant und noch mehr geredet – oft in aller Öffentlichkeit, aber noch öfter hinter verschlossenen Türen. Galt es doch, zunächst das ziemlich unwegsame Terrain der Nahost -Diplomatie umfassend zu sondieren, bevor der große Schritt gewagt wird. Da braucht es vor allem sensible Überzeugungsarbeit. Sonst wäre die ganze Arbeit vergebens gewesen.

Doch danach sieht es nicht aus. Alles ist bestens vorbereitet für das große Ereignis: Am heutigen Donnerstag will Mahmud Abbas für die Palästinenser den Status eines Beobachterstaates bei den Vereinten Nationen beantragen. Und aller Voraussicht wird in New York eine deutliche Mehrheit der 193 Mitglieder den Wunsch nach einer politischen Aufwertung erfüllen – gegen den erklärten Widerstand der USA und Israels . Und gegen die Bedenken Deutschlands.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte im Vorfeld der Abstimmung, Deutschland werde sich enthalten. "Aus unserer Sicht sind Zweifel angebracht, ob der heute von den Palästinensern angestrebte Schritt zum jetzigen Zeitpunkt dem Friedensprozess dienlich sein kann", sagte er zur Begründung. "Wir befürchten, dass er eher zu Verhärtungen führt." Man sei zwar für einen eigenen Palästinenersstaat, dies lasse sich jedoch nur in direkten Verhandlungen zwischen Palästinensern und Israel erreichen.

Damit ist Europa weit von einer einheitlichen Linie entfernt. So will Frankreich für die Aufwertung der Palästinenser stimmen, auch Spanien , Österreich, Portugal und Dänemark haben ein entsprechendes Votum bereits angekündigt. Großbritannien schließt eine Zustimmung ebenfalls nicht aus. Allerdings müsse die Resolution zugunsten der Palästinenser die Perspektive der Friedensgespräche offenhalten, lautet die Einschränkung im Londoner Außenministerium. Wenn Großbritannien tatsächlich für die Aufwertung stimmen würde, wäre dies ein erheblicher Prestigegewinn für die Palästinenser. Denn noch im vergangenen Jahr hatte sich London bei der Abstimmung über die Mitgliedschaft Palästinas in der UN-Organisation Unesco enthalten.

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Kommentare

78 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

53 tote Palästinenser, drei tote Israelis....

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Mit der Blockadehaltung Palästina gegenüber will die israelische Regierung nur eins sagen: "Egal, was ihr tut, egal, ob ihr Raketen auf uns feuert oder es mit Diplomatie versucht - wir geben euer Land niemals wieder zurück und werden alles tun, um euer Leben möglichst schwer zu machen."

Ich meine, was will Israel denn? Völlige Selbstdemütigung der Palästinenser, ohne selbst auch nur einen Zentimeter von seiner völkerrechtswidrigen Position abzurücken?

Natürlich geht es darum!

"Ich meine, was will Israel denn? Völlige Selbstdemütigung der Palästinenser, ohne selbst auch nur einen Zentimeter von seiner völkerrechtswidrigen Position abzurücken?"

Netanjahu und seine rechten Freunde wollen keinen Palästinenserstaat!
Letztes "Angebot" von ihm: Palästinenserstaat ohne eigene staatl. Souveränität, Armee und keinen eigenen Luftraum!

http://www.spiegel.de/pol...

Ergo genau den Status den die Palästinenser jetzt haben!
Mit Leuten wie Netanjahu an der Spitze lässt sich kein Frieden im nahen Osten erreichen.

Autorität

Sie sprechen davon, dass Abbas vom Westjordanland aus im "fernen" Gaza keine Macht ausübt. Das entbehrt nicht gewisser Ironie: Mit dem Auto ist man in kürzester Zeit die paar Kilometer gefahren. Wenn da denn nicht zwei Mauern wären. Abbas könnte selbst mit den notwendigen Kräften in Gaza schon faktisch keine Autorität ausüben, weil Gaza nicht an das Westjordanland angeschlossen ist und es den Palästinensern weitgehend unmöglich ist, sich zwischen diesen beiden Orten zu bewegen.

Welche "Gefahren" bitte schön? Verärgerte Amis?

Wenn die Palästinenser in der UNO (wenn auch nur als Beaobachter) anerkannt werden, dann heißt das, man erkennt an dass sie exisiteren (und zwar nicht als Kolonialvolk sondern mit den heute üblichen Menschenrechten). Und dann können sie endliuch mit Israel auf Augenhöhe verhandeln.

Und wenn die Amis "verärgert" sind- so what? Haben die Amis die letzten 12 Jahre irgendwas getan, um die unerträgliche Besatzungs- und Siedlungspolitik zu beenden? Irgendein kleines Sanktiönchen? Irgendein "bitte, bitte, zieht euch doch mal langsam zurück, lieber Bibi?"