USA: Die erste gute Idee von Occupy
Die Occupy-Bewegung glänzt endlich mit einer sinnvollen Tat: Sie kauft klammen Bürgern ihre Schulden ab – worauf die Tea Party neidisch sein sollte, meint Eric T. Hansen.
© David McNew/Reuters

Aktivistin in Los Angeles
Hiermit nehme ich alles zurück, was ich je im Leben über die Occupy-Bewegung gesagt habe.
Und das war nicht wenig: Pubertär und halbgar habe ich sie genannt, ineffektiv, politisch wie wirtschaftlich naiv, im Vergleich zur Tea Party leider irrelevant, und vieles mehr.
All das bereue ich jetzt, denn seit einigen Wochen hat eine Handvoll Occupy-Anhänger ein Projekt ins Leben gerufen, das ich ernst nehmen kann. Lustigerweise ist es eine Idee, die sogar die Tea Party ernst nehmen kann. Ach was, es ist eine Idee, auf die die Tea Party neidisch sein sollte.
Ein Hauptgrundsatz der Tea Party ist ja: weniger Staat. Der Staat, glaubt die Tea Party (und tief im Herzen auch ein Großteil der Amerikaner), sei zu groß, korrupt und ineffizient, um solch komplizierte Dinge wie einen Sozialstaat kostengünstig und leistungsfähig zu verwalten. Wir trauen unseren Bundesbehörden ungefähr so viel praktisches Organisationstalent zu wie der durchschnittliche Deutsche einem EU-Bürokraten.
Soviel wie möglich, glauben wir, vom Schul- bis zum Rentensystem, gehöre in private Hand, und der Staat solle sich auf Dinge konzentrieren, die er kann: Straßen bauen und uns den Rest der Welt vom Leib halten.

Nun haben eine Handvoll Occupy-Anhänger diesen Gedanken der Tea Party kurzentschlossen weggenommen und zu Ende gedacht – und die Rolling Jubilee ins Leben gerufen, die da ansetzt, wo der Staat versagt hat.
Denn Obama hatte zwar nach der Finanzkrise die Banken vor den Konsequenzen ihrer dummen Entscheidungen, aber die Kunden nicht vor ihren Banken gerettet. Das kam so:
Vor der Finanzkrise 2008/9 hatten eine Menge Hauseigentümer irreal hohe Schulden auf sich genommen – im guten Glauben, sie hätten alle Zeit der Welt, diese zu tilgen. Doch in der Krise stiegen plötzlich die Raten für die Kredite. Die Folge: Zahlreiche Amerikaner verloren ihre Häuser, behielten aber diverse Schulden, die sie nicht mehr zurückzahlen können.
Schulden wie weggezaubert
Also werden diese "schlechte Schulden", die für die Banken nur lästig sind, gebündelt und in Paketen billig weiterverscherbelt. Und zwar richtig billig: zu nur ein paar Prozent des ursprünglichen Wertes. So können Inkassounternehmen die "schlechten" Schuldscheine kaufen und ihr Bestes tun, pro ursprünglich geschuldetem Dollar wenigstens noch 50 Cent bei den Schuldnern herauszuholen. Und viel Glück damit.
Hier kommt Rolling Jubilee ins Spiel: Man kauft die verbilligten Schulden ebenfalls für ein paar Cents, doch statt sie dann mit Gewinn einzutreiben, informieren sie die Schuldner einfach, dass ihre Schulden sich in Luft aufgelöst hätten, und ein schönes Leben noch. Das sind Zaubertricks, wie sie bisher nur fiese Banker drauf hatten.
Bis jetzt hat Rolling Jubilee knapp eine halbe Million Dollar durch Online-Spenden eingenommen und kann damit den 16-fachen Wert an "schlechten" Schulden aller Art kaufen. Hut ab!
Allerdings ist das nicht so viel, wie es sich anhört: Die gesamten Privatschulden der Amerikaner werden auf $11 Billionen geschätzt. Und das ist kein Übersetzungsfehler.





aber die Banken werden nicht genug in die Pflicht genommen. Da sie auf der einen Seite wieder dicke Gewinne einfahren, könnten sie auf der anderen Seite den Menschen, die sie durch ihre unverantwortliche Kreditvergabe ins Unglück gestürzt haben, die Schulden einfach erlassen.
Der Vergleich mit Griechenland hinkt meiner Meinung nach enorm.
"aber die Banken werden nicht genug in die Pflicht genommen. Da sie auf der einen Seite wieder dicke Gewinne einfahren, könnten sie auf der anderen Seite den Menschen, die sie durch ihre unverantwortliche Kreditvergabe ins Unglück gestürzt haben, die Schulden einfach erlassen."
Recht haben Sie, man muss einfach alles umdrehen! Unverantwortliche Kreditaufnahme gibt es nicht mehr, nur noch unverantwortliche Kreditvergabe. Das gilt logischerweise auch für Griechenland, Spanien, Portugal und wenn alles seinen sozialistischen Gang geht, auch bald für Italien und Frankreich. Wenn Deutschland diesen Ländern unverantwortliche Kredite aufzwingt, "muss es in die Pflicht genommen werden", das heisst, die Kredite sind hinfällig, eine Strafzahlung für unverantwortliche Kreditvergabe überfällig.
Ich werde meiner Bank Occupy auf den Hals hetzen, die hat mir einen Kredit aufgedrängelt, unverantwortlich so was!
"aber die Banken werden nicht genug in die Pflicht genommen. Da sie auf der einen Seite wieder dicke Gewinne einfahren, könnten sie auf der anderen Seite den Menschen, die sie durch ihre unverantwortliche Kreditvergabe ins Unglück gestürzt haben, die Schulden einfach erlassen."
Recht haben Sie, man muss einfach alles umdrehen! Unverantwortliche Kreditaufnahme gibt es nicht mehr, nur noch unverantwortliche Kreditvergabe. Das gilt logischerweise auch für Griechenland, Spanien, Portugal und wenn alles seinen sozialistischen Gang geht, auch bald für Italien und Frankreich. Wenn Deutschland diesen Ländern unverantwortliche Kredite aufzwingt, "muss es in die Pflicht genommen werden", das heisst, die Kredite sind hinfällig, eine Strafzahlung für unverantwortliche Kreditvergabe überfällig.
Ich werde meiner Bank Occupy auf den Hals hetzen, die hat mir einen Kredit aufgedrängelt, unverantwortlich so was!
Ansonsten kommts vllt dazu das man wieder Schulden aufhäuft mit dem Hintergedanken die andern zahlen schon meinen Flat-TV....
Ich würde z.B. einem der sich für eine Herz-OP verschuldet haat sicher eher was geben als einem der nur zuviele Unterhaltungselektronik gekauft hat.
"Ich würde z.B. einem der sich für eine Herz-OP verschuldet haat sicher eher was geben als einem der nur zuviele Unterhaltungselektronik gekauft hat."
Und deswegen richten wir am besten gleich eine neue Behörde ein, welche die jeweiligen Umstände minutiös überprüft...
Sie haben nur die Hälfte des Artikels verstanden.
"Ich würde z.B. einem der sich für eine Herz-OP verschuldet haat sicher eher was geben als einem der nur zuviele Unterhaltungselektronik gekauft hat."
Und deswegen richten wir am besten gleich eine neue Behörde ein, welche die jeweiligen Umstände minutiös überprüft...
Sie haben nur die Hälfte des Artikels verstanden.
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"... Wer Geld leiht und es nicht zurückzahlen kann, muss zum Wohl des Systems bankrott gehen können ohne etwas davon behalten zu dürfen. ..."
Die Banken liess man NICHT bankrott gehen, sondern erfand die Räuberpistole der "Systemrelevanz", päppelte die Institute mit STEUERGELDERN und lagerte die faulen Kredite in Bad Banks aus.
Was Occupy kauft, ist nichts anderes als die bei den Bad Banks gelagerten, ehemals von käuflichen Rating-Hengsten zu "triple-A" zurechtgelogenen Assets zu deren heutigem Marktpreis.
Da wird niemand "belohnt".
Würde Occupy nicht kaufen, lagerten und schimmelten diese "toxischen" assets nur eben weiterhin in den Bad Banks vor sich hin.
Die einzigen mit bestenfalls einigermassen Interesse an derartigen Risiko-Investitionen wären vielleicht "vulture-funds".
http://en.wikipedia.org/w...
Diese ruinieren aber lieber Länder mit durchweg käuflicher Jurisprudenz, weil sie mit Recht befürchten, ihr Geschäftsmodell, breit durchgezogen wider Amerikanische Privatschuldner, könnte in Nordamerika vermutlich keinen Schutz des Supreme Court finden.
wünschen sich ja viele Deutsche die Gesellschaft als Solidargemeinschaft und den Staat als ihren Verwalter?
"vielleicht
wünschen sich ja viele Deutsche die Gesellschaft als Solidargemeinschaft und den Staat als ihren Verwalter?"
So ist es. Und wie gut das funktioniert, können Sie in einem Experiment herausfinden. Bilden Sie in Ihrer Strasse, ihrem Haus oder sonstwo eine Solidargemeinschaft mit einer gemeinsamen Kasse, in die jeder soviel einzahlt, wie er kann. Und dann kriegt jeder Solidargemeinschaftsangehörige so viel aus der Kasse, wie er nach Meinung der Gemeinschaft benötigt. Wenn sich dann alle immer liebhaben und glücklich über die gerechte Verteilung sind, hat die Sozialstaatsidee gesiegt und einem Großexperiment steht nichts mehr im Wege. Die Banken z.B. gehen dann ein, weil jeder jeden mit benötigten Geldern aushilft, zinsfrei selbstverständlich, die "Zinsknechtschaft" liegt endlich auf dem Müllhaufen der Geschichte.
[wünschen sich ja viele Deutsche die Gesellschaft als Solidargemeinschaft und den Staat als ihren Verwalter?]
Dann sind die Wünsche der Deutschen widersprüchlich. Eine Solidargemeinschaft kann nur freiwlliger Zusammenschluss freier Individuen sein. Solidarität ist wie Liebe instrinsisch und kann nicht durch Gewalt erzwungen werden. Der Staat aber ist kein Verwalter, es ist ein Zwangs- und Gewaltapparat, der sich durch das GEWALTmonopol auszeichnet.
Was Herr Hansen beschreibt ist Ausdruck einer Solidargemeinschaft. Menschen, die aus eigenem Antrieb, aus dem Bedürfnis zu helfen und einem Gefühl der Verantwortung anderen Menschen helfen. Die meisten Deutschen wünschen sich UMverteilung statt Solidargemeinschaft, also den Kampf aller gegen aller um die Herrschaft über den Zwangs- und Gewaltapparat, um ihn dafür zu nutzen, an das Geld anderer Leute zu kommen. Mit Solidarität, Gemeinschaft und Verbundenheit hat das wenig zu tun.
"vielleicht
wünschen sich ja viele Deutsche die Gesellschaft als Solidargemeinschaft und den Staat als ihren Verwalter?"
So ist es. Und wie gut das funktioniert, können Sie in einem Experiment herausfinden. Bilden Sie in Ihrer Strasse, ihrem Haus oder sonstwo eine Solidargemeinschaft mit einer gemeinsamen Kasse, in die jeder soviel einzahlt, wie er kann. Und dann kriegt jeder Solidargemeinschaftsangehörige so viel aus der Kasse, wie er nach Meinung der Gemeinschaft benötigt. Wenn sich dann alle immer liebhaben und glücklich über die gerechte Verteilung sind, hat die Sozialstaatsidee gesiegt und einem Großexperiment steht nichts mehr im Wege. Die Banken z.B. gehen dann ein, weil jeder jeden mit benötigten Geldern aushilft, zinsfrei selbstverständlich, die "Zinsknechtschaft" liegt endlich auf dem Müllhaufen der Geschichte.
[wünschen sich ja viele Deutsche die Gesellschaft als Solidargemeinschaft und den Staat als ihren Verwalter?]
Dann sind die Wünsche der Deutschen widersprüchlich. Eine Solidargemeinschaft kann nur freiwlliger Zusammenschluss freier Individuen sein. Solidarität ist wie Liebe instrinsisch und kann nicht durch Gewalt erzwungen werden. Der Staat aber ist kein Verwalter, es ist ein Zwangs- und Gewaltapparat, der sich durch das GEWALTmonopol auszeichnet.
Was Herr Hansen beschreibt ist Ausdruck einer Solidargemeinschaft. Menschen, die aus eigenem Antrieb, aus dem Bedürfnis zu helfen und einem Gefühl der Verantwortung anderen Menschen helfen. Die meisten Deutschen wünschen sich UMverteilung statt Solidargemeinschaft, also den Kampf aller gegen aller um die Herrschaft über den Zwangs- und Gewaltapparat, um ihn dafür zu nutzen, an das Geld anderer Leute zu kommen. Mit Solidarität, Gemeinschaft und Verbundenheit hat das wenig zu tun.
Leider hat diese Idee das potential ihr eigener Untergang zu sein.
Wenn diese Idee populär werden sollte (was sie verdient hat) werden notwendigerweise die Banken anfangenkönnen die Preise der Papiere zu erhöhen. Wenn die Preise zu sehr steigen, wird die effektivität der Methode nachlassen, und es kann sich eine "Hype-vorbei" Stimmung breit machen. Das würde dann zu einem einbruch der Spenden führen der sich warscheinlich nicht erholt wenn die Preise wieder fallen...
Die bessere Lösung wäre, wenn der Staat die Banken verpflichten würde anstelle des Verkaufs der Papiere den Schuldnern einen Rabatt anzubieten. Sozusagen sicherzustellen, dass der Buchwert den Realwert nicht unterschreiten darf.
Als Reaktion darauf würde ich erwarten, dass die Banken weniger Kredite an Risikofälle vergeben - was in einigen Fällen ja durchaus hilfreich sein kann. Leider kann ich mir auch Fälle vorstellen, wo dies Leuten die auf der Kippe stehen den Boden unter den Füssen wegzieht.
Man bedenke: In den USA ist die Hypothek an das haus geknüpft. Wenn der Schuldner auszieht und den Schlüssel der Bank gibt ist er auch die Hypothek los. Das ist bei uns etwas anders....
Dein Argument war: "Wenn diese Idee populär werden sollte (was sie verdient hat) werden notwendigerweise die Banken anfangenkönnen die Preise der Papiere zu erhöhen."
Vielleicht ist das so, aber ich glaube nicht. Wenn jemand drei faule Äpfel im Körbchen hat, und einen davon verkauft, werden die beiden anderen dadurch nicht frischer.
"Wenn diese Idee populär werden sollte (was sie verdient hat) werden notwendigerweise die Banken anfangen können die Preise der Papiere zu erhöhen."
Ulkige Vorstellung, dass Marktpreise einseitig und willkürlich - out of the blue - erhöht werden. Noch ulkiger, dass es dafür eine Redaktionsempfehlung gibt. Die ZEIT ist toll und nötig, aber ökonomisch betrachtet sind einzelne (zur Ehrenrettung: vermutlich fachfremde) Redakteure höchstens auf Flohmarkt-Level ansprechbar. Sorry!
Im Artikel steht:
"Doch in der Krise stiegen plötzlich die Raten für die Kredite. Die Folge: Zahlreiche Amerikaner verloren ihre Häuser, behielten aber diverse Schulden, die sie nicht mehr zurückzahlen können."
Hier im - von der Redaktion empfohlenen - Kommentar steht:
"Man bedenke: In den USA ist die Hypothek an das haus geknüpft. Wenn der Schuldner auszieht und den Schlüssel der Bank gibt ist er auch die Hypothek los."
Was stimmt denn nun? Ist die Hypothek mit dem Haus weg oder nicht?
Ich dachte bisher, sie es nicht. Und Privatinsolvenz kennen die Amerikaner nicht. Genau dadurch entsteht ja die hohe Schuldenlast. Ähnliches Problem bspw. in Portugal.
Dein Argument war: "Wenn diese Idee populär werden sollte (was sie verdient hat) werden notwendigerweise die Banken anfangenkönnen die Preise der Papiere zu erhöhen."
Vielleicht ist das so, aber ich glaube nicht. Wenn jemand drei faule Äpfel im Körbchen hat, und einen davon verkauft, werden die beiden anderen dadurch nicht frischer.
"Wenn diese Idee populär werden sollte (was sie verdient hat) werden notwendigerweise die Banken anfangen können die Preise der Papiere zu erhöhen."
Ulkige Vorstellung, dass Marktpreise einseitig und willkürlich - out of the blue - erhöht werden. Noch ulkiger, dass es dafür eine Redaktionsempfehlung gibt. Die ZEIT ist toll und nötig, aber ökonomisch betrachtet sind einzelne (zur Ehrenrettung: vermutlich fachfremde) Redakteure höchstens auf Flohmarkt-Level ansprechbar. Sorry!
Im Artikel steht:
"Doch in der Krise stiegen plötzlich die Raten für die Kredite. Die Folge: Zahlreiche Amerikaner verloren ihre Häuser, behielten aber diverse Schulden, die sie nicht mehr zurückzahlen können."
Hier im - von der Redaktion empfohlenen - Kommentar steht:
"Man bedenke: In den USA ist die Hypothek an das haus geknüpft. Wenn der Schuldner auszieht und den Schlüssel der Bank gibt ist er auch die Hypothek los."
Was stimmt denn nun? Ist die Hypothek mit dem Haus weg oder nicht?
Ich dachte bisher, sie es nicht. Und Privatinsolvenz kennen die Amerikaner nicht. Genau dadurch entsteht ja die hohe Schuldenlast. Ähnliches Problem bspw. in Portugal.
"aber die Banken werden nicht genug in die Pflicht genommen. Da sie auf der einen Seite wieder dicke Gewinne einfahren, könnten sie auf der anderen Seite den Menschen, die sie durch ihre unverantwortliche Kreditvergabe ins Unglück gestürzt haben, die Schulden einfach erlassen."
Recht haben Sie, man muss einfach alles umdrehen! Unverantwortliche Kreditaufnahme gibt es nicht mehr, nur noch unverantwortliche Kreditvergabe. Das gilt logischerweise auch für Griechenland, Spanien, Portugal und wenn alles seinen sozialistischen Gang geht, auch bald für Italien und Frankreich. Wenn Deutschland diesen Ländern unverantwortliche Kredite aufzwingt, "muss es in die Pflicht genommen werden", das heisst, die Kredite sind hinfällig, eine Strafzahlung für unverantwortliche Kreditvergabe überfällig.
Ich werde meiner Bank Occupy auf den Hals hetzen, die hat mir einen Kredit aufgedrängelt, unverantwortlich so was!
"Dann können ja die informierten und entschuldeten Schulder ihrerseits 10 % der Ursprungsschuld einzahlen und somit weiteren Schuldnern helfen."
Genau so funktioniert der Geldkreislauf - nur umgekehrt! Mit dem umgekehrten Schneeballsystem (Rückzahlung aller global vorhandenen Schulden) würde man das Eigenkapital bei Aktiva und Passiva auf Null reduzieren. Allerdings gibt es dann auch kein Giralgeld mehr. Bei Amazon einkaufen und per online banking bezahlen geht dann nicht mehr.
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Warum sollte der Kauf von "Schulden" zu deren "Marktwert" grundsätzlich illegal sein?
Eher ist das Gegenteil der Fall.
Der Handel mit Schuldtiteln, wenn diese "notleidend" werden, sollte in einem Idealen Markt doch ganz im Gegenteil sogar wünschenswert sein, damit nicht Staaten einspringen müssen sondern sich die Schuldner und die Gläubiger im idealen, nicht staatlich gestörten Markt ALLEINE zu einigen hätten.
Problematisch ist daran nur, dass Griechenland nicht von der EZB die Mittel zu EZB-Konditionen leihen kann WIE DIE BANKEN DAS JA AUCH KÖNNEN, sondern dass Griechenland ohne Not unwirklich hohe Zinsen an BANKEN zahlen müsste, um an das Geld zu gelangen, seine eigenen Schulden zu deren derzeitigem Marktwert zurückzukaufen.
Es bleibt immer ein Nullsummenspiel.
Die Bankenkrise hat zu einer Staatsschuldenkrise geführt, weil die Banken zu "systemrelevant" zurechtgelogen worden waren anstatt sie aufschnappen zu lassen wie es der ideale Markt verlangt hätte.
Jetzt muss man auch den zweiten Schritt gehen und den Staaten ebenso systemrelevant ermöglichen, die künstlich geblähten Schulden wieder zu zerstören.
Am Ende sind viele unrechtmässig zusammengestohlene "Vermögen" aus der Systemrelevanzlüge weg, und die Staatsschulden sind wieder in realistischen Grössenordnungen angelangt.
Anders als durch Deckung der Staatsschuld mit eben jenen Vermögen, die aus den unrechtmässig entstandenen Staatsschulden stammen wird das System nicht wieder flott werden.
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