US-Präsident Barack Obama © Jason Reed/Reuters

Triumph für Barack Obama : Der US-Präsident hat die Wahl überraschend deutlich gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney gewonnen und wird für weitere vier Jahre die Vereinigten Staaten regieren. Die notwendige Mehrheit von 270 der 538 Wahlmännerstimmen sicherte sich Obama durch Erfolge in den entscheidenden Schlüsselstaaten . Als er mit Ohio 18 Wahlmännerstimmen gewonnen hatte, war das Rennen gelaufen.

In seiner Dankesrede vor Tausenden jubelnden Anhängern im McCormack Center in Chicago beschwor er dann die Einheit des amerikanischen Volkes. "Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika . Wir leben in dem großartigsten Land der Welt", rief der 51-jährige Demokrat den Parteifreunden zu. "Egal, woran Du glaubst, wo Du herkommst, ob Du weiß oder schwarz bist, Latino oder Indianer, schwul oder hetero: Du kannst es hier schaffen."

Zugleich reichte er seinen Gegnern symbolisch die Hand. Er wolle mit dem Republikaner zusammenarbeiten, "um das Land voranzubringen", sagte Obama. "Für die Vereinigten Staaten von Amerika kommt das Beste erst noch."

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Über seinen Herausforderer bemerkte er: "Wir haben hart gekämpft, aber nur weil uns dieses Land so wichtig ist."

Noch bevor er in seiner Heimatstadt auf die Bühne trat, machte der Amtsinhaber seinen Sieg per Twitter öffentlich und bedankte sich bei den Anhängern. "Das passierte nur euretwegen. Danke.", twitterte er . Und: "Vier weitere Jahre."

Romney gestand seine Niederlage ein – allerdings erst mehr als eineinhalb Stunden, nachdem die ersten US-Sender die Wiederwahl Obamas vermeldet hatten. Zuerst gratulierte er Obama persönlich am Telefon, dann trat der frühere Gouverneur von Massachusetts vor seine Anhänger in Boston. "Das ist eine Zeit großer Herausforderungen für Amerika, und ich bete, dass der Präsident Erfolg haben wird, unsere Nation zu führen", sagte er, dankte seinen Wahlkampfhelfern sowie seiner Frau und Familie für ihre Unterstützung. "Ich habe mir so sehr gewünscht, eure Hoffnungen zu erfüllen, das Land in eine andere Richtung zu führen", sagte der Unterlegene, rief seine Anhänger aber dazu auf, den Präsidenten zu unterstützen.

Die Ergebnisse der Bundesstaaten

Nach den bisherigen Hochrechnungen von US-Medien gewinnt der Republikaner Romney Kentucky mit 8 Wahlmännerstimmen, Alabama (9), Alaska (3), Arkansas (6), Arizona (11), West Virginia (5), Idaho (4), Indiana (11), Oklahoma (7), North Carolina (15), South Carolina (9), Tennessee (11), Kansas (6), Louisiana (8), Nebraska (5), North Dakota (3), South Dakota (3), Texas (38), Wyoming (3), Mississippi (6), Missouri (10), Montana (3), Utah (6) und Georgia (16).

Präsident Barack Obama liegt dagegen vor allem in mehreren Staaten im Nordosten in Führung: Connecticut (7 Wahlmännerstimmen), Delaware (3), den Hauptstadtbezirk District of Columbia (3), Maine (4), Vermont (3), Hawaii (4), Illinois (20), Iowa (6), Ohio (18), Oregon (7), Kalifornien (55), Maryland (10), Massachusetts (11), Minnesota (10), Nevada (6), Wisconsin (10), Pennsylvania (20), New York (29), New Jersey (14), Michigan (16), New Hampshire (4), New Mexico (5), Washington (12), Virginia (13), Colorado (9) und Rhode Island (4) fallen an den US-Demokraten. Massachusetts ist der Heimatstaat seines Herausforderers Romney.
 

US-Kongress bleibt gespalten

Neben der Präsidentschaftswahl wurde auch über die Zusammensetzung des US-Kongresses entschieden. Dabei konnten die Demokraten ihre Mehrheit im Senat verteidigen, im Repräsentantenhaus behielten die Republikaner ihre Mehrheit.

Die Demokraten gewannen im Senat drei Sitze hinzu, meldeten die US-Fernsehsender Fox und CNN. Insgesamt standen 33 Senatorenposten der 100 Sitze zählenden Parlamentskammer zur Wahl. Die Demokraten verfügten dort bislang über 51 Sitze. Dazu kamen zwei parteilose Senatoren, die mit den Demokraten stimmten.

Reaktionen von Politikern und Wählern haben wir auf Storify zusammengestellt.

Wahlberechtigt waren nach Angaben der Website statisticbrain.com 206 Millionen US-Bürger, 146 Millionen hatten sich als Wähler registrieren lassen. Bei der Wahl 2008 hatten 131 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgegeben.