US-Präsident Barack Obama hat sich in Chicago vor jubelnden Anhängern zum Wahlsieger erklärt. "Das Beste kommt noch", sagte er nach seiner Wiederwahl .

"Ich möchte jedem US-Bürger danken, der an den Wahlen teilgenommen hat", sagte Obama. Egal ob er für Mitt Romney oder für ihn gestimmt habe. Der Demokrat gratulierte seinem unterlegenen Kontrahenten und dessen Vizepräsidentschaftskandidaten Paul Ryan zu dem harten Wahlkampf. Obama reichte den Republikanern die Hand zur Zusammenarbeit.

In seiner zweiten Amtszeit steht der 51-Jährige vor großen Herausforderungen: Er muss so schnell wie möglich das riesige Haushaltsdefizit der USA senken, ohne eine weitere Rezession zu riskieren. Dazu braucht er die Unterstützung des Kongresses. Die US-Volksvertretung bleibt wie in den vergangenen Jahren gespalten : Während Obamas Demokraten bei der Wahl am Dienstag ihre Mehrheit im Senat verteidigten, behielten die Republikaner im Repräsentantenhaus die Kontrolle.

Reaktionen von Politikern und Wählern haben wir auf Storify zusammengestellt.

Gesten der Versöhnung

Der wiedergewählte Präsident versuchte, eine Brücke zu den Republikanern zu schlagen. "Wir haben hart gekämpft, aber nur weil uns dieses Land so wichtig ist", sagte er über seinen Konkurrenten. Er werde sich mit Romney zusammensetzen und darüber sprechen, wo beide Seiten kooperieren könnten. Nach dem erbitterten Wahlkampf sagte Obama an die Anhänger beider Parteien gerichtet: "Ob ihr in den letzten Wochen ein Romney-Plakat oder ein Obama-Plakat getragen habt – ihr habt etwas bewegt."

Obama hob auch die Erfolge seiner ersten Amtszeit hervor. "Unsere Wirtschaft hat sich erholt. Das Jahrzehnt des Krieges ist vorbei", rief er. "Ich habe euch gehört. Ihr habt mich zu einem besseren Präsidenten gemacht." Er gehe gestärkt und noch motivierter als bisher in seine zweite Amtszeit. "Heute habt ihr Taten gewählt, nicht Politik nach altem Schema."

Liebeserklärung an Familie

Mit einer Liebeserklärung wandte sich der wiedergewählte Präsident an seine Ehefrau: "Michelle, ich habe Dich niemals mehr geliebt." Er sei stolz, dass auch der Rest der Nation ihr als First Lady so zugewandt sei. Auch seine Töchter Sasha und Malia hob Obama hervor: Sie seien junge, intelligente und wunderschöne Mädchen. Allerdings, so schränkte er ein, bedeute eine weitere Amtszeit nicht einen weiteren Hund im Weißen Haus.

Obama hatte sich in der Präsidentenwahl am Ende überraschend deutlich gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney durchgesetzt.

Am Ende seiner Rede beschwor Obama mit Nachdruck die Einheit der Amerikaner und nahm dabei Bezug auf die Rede nach seiner Wahl 2008: "Egal, woran Du glaubst, wo Du herkommst, ob Du weiß oder schwarz bist, Latino oder Indianer, schwul oder hetero: Du kannst es hier schaffen." Auch die politische Ausrichtung sei zweitrangig: "Wir sind keine blauen (demokratischen) und roten (republikanischen) Staaten, wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika . Danke Amerika, Gott schütze die Vereinigten Staaten."