US-PräsidentenwahlEs beginnt mit einem Patt

Dixville Notch – in einem Dorf in New Hampshire hat die US-Wahl bereits begonnen. Ein erstes Ergebnis liegt vor. Landesweit liegen Obama und Romney in Umfragen gleichauf. von afp, dpa, reuters und dapd

US-Präsident Obama bei seinem letzten Wahlkampfauftritt in Iowa

US-Präsident Obama bei seinem letzten Wahlkampfauftritt in Iowa  |  © Jewel Samad/AFP/Getty Images

Die USA stehen voraussichtlich vor einer der knappsten Präsidentschaftswahlen ihrer jüngeren Geschichte . Symptomatisch: Die Wahl hat gleich in den ersten Minuten nach Öffnung der Wahllokale mit einem Patt begonnen. Zehn Wahlberechtigte im Dorf Dixville Notch im Bundesstaat New Hampshire haben ihre Stimmen bereits abgegeben. Bei der Abstimmung erhielten Amtsinhaber Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney jeweils fünf Stimmen.

Auch in den letzten landesweiten Umfragen lagen beide Kontrahenten gleichauf. Zwar hatte Obama immer einen hauchdünnen Vorsprung, dieser lag jedoch innerhalb der statistischen Fehlerquote. Eine aktuelle Erhebung des Pew-Instituts sowie eine gemeinsame Umfrage der Washington Post und des TV-Senders ABC sehen Obama drei Prozentpunkte in Führung; die Erhebung von Reuters/Ipsos sieht gar nur einen Unterschied von zwei Prozentpunkten.

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Die Amerikaner richten sich auf eine lange Wahlnacht ein. Es galt als möglich, dass das Ergebnis erst nach Tagen feststeht. Auch die Wahlkampflager von Demokraten und Republikaner bereiten sich auf einen möglichen langwierigen Streit um Abstimmungsergebnisse vor und heuerten bereits zahlreiche Anwälte an. 

Und auch die Kandidaten selbst versuchen bis zum Schluss, ihre Anhänger zu mobilisieren . Romney geht mit seinem Wahlkampf sogar in die Verlängerung und kündigte zusätzliche Termine noch während der Abstimmung an. Ursprünglich hatte der Obama-Herausforderer seine Abschlussveranstaltung für Montagabend in New Hampshire vorgesehen, nun will er nach seiner eigenen Stimmabgabe am Morgen in seinem Heimatort Belmont im Bundesstaat Massachusetts noch in den Bundesstaaten Ohio und Pennsylvania auftreten. Den Wahlabend schließlich verbringt Romney in Boston in Massachusetts, wo das Hauptquartier seiner Kampagne ist.

US-Wahl

Am 6. November wählen die Bürger der USA zum 45. Mal einen Präsidenten. Wahlberechtigt sind Bürger ab dem 18. Lebensjahr, die in einem der 50 Bundesstaaten oder in der Hauptstadt Washington leben. Bewohner von Außengebieten wie Puerto Rico dürfen nicht wählen. In der Regel gibt nur etwa die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

US-Präsident kann jeder geborene US-Bürger werden, der mindestens 35 Jahre alt ist. Eine Amtszeit dauert vier Jahre, der Amtsinhaber darf nur einmal wiedergewählt werden.

Das amerikanische Wahlrecht ist ein sogenanntes Mehrheitswahlrecht. Das System hat nach Einschätzung von Kritikern einige Schwachstellen.

Wahlsystem

Bei der Wahl stimmen die US-Bürger nicht direkt über ihren künftigen Präsidenten und seinen Vize ab. Stattdessen wählen sie Wahlmänner und -frauen der jeweiligen Parteien. Diese Stellvertreter küren dann den Staatschef und seinen Vertreter. Für den Einzug ins Weiße Haus muss ein Kandidat wenigstens 270 der 538 Wahlmännerstimmen erhalten.

Die Zahl der Wahlmänner für die Bundesstaaten spiegelt ihre jeweilige Bevölkerungsstärke wider. Kalifornien etwa verfügt über 55, das kleine Delaware dagegen nur über 3 Vertreter. Mit Ausnahme von Maine und Nebraska bekommt der Kandidat mit den meisten Stimmen alle Wahlmänner aus dem Bundesstaat zugesprochen – egal, wie knapp die Mehrheit ausfällt.

Die Folge ist, dass ein Kandidat Präsident werden kann, obwohl nicht die Mehrheit der Wähler für ihn gestimmt hat. Vor zwölf Jahren etwa kam George W. Bush auf 47,9 Prozent der Stimmen, sein Kontrahent Al Gore holte 48,4 Prozent. Bush hatte aber 271 Wahlmänner hinter sich, Gore nur 266.

Swing States

Das US-Wahlsystem führt außerdem dazu, dass es am Ende meist nur auf wenige Bundesstaaten ankommt, in denen sich Mehrheiten für Republikaner und Demokraten traditionell abwechseln. Kritiker bemängeln, dass diesen Swing States wie Ohio oder Florida ein unverhältnismäßig großes Gewicht zukommt.

Ein Nachsehen haben auch Außenseiter, die nicht für eine der beiden großen Parteien antreten. Sie haben unter den Bedingungen des Mehrheitswahlrechts so gut wie keine Chance.

So gewann der Unternehmer Ross Perot bei den Wahlen 1992 und 1996 zwar 18,9 beziehungsweise 8,4 Prozent, erhielt jedoch keine einzige Wahlmännerstimme. Bei den letzten beiden Wahlen lagen alle Kandidaten kleinerer Parteien unter einem Prozent.


 

Patt

Zwar stehen die Chancen dafür gering, aber unmöglich ist es nicht, dass beide Kandidaten am 6. November genau 269 Wahlmänner gewinnen. Was geschieht in so einem Fall? Die US-Verfassung regelt: Bei einem Patt stimmt das Repräsentantenhaus ab, wer neuer US-Präsident wird. Allerdings müssen dann je alle Abgeordneten aus jedem Bundesstaat ein gemeinsames Votum abgeben.

Von so einer Situation profitieren dürfte der republikanische Kandidat Romney: 33 Staaten haben mehr republikanische Abgeordnete als demokratische. Auch nach dem 6. November dürfte der Vorteil noch groß genug sein. Romney könnte Präsident werden.

Die Folge wäre womöglich eine ungewöhnlich Konstellation. Denn die Verfassung regelt, dass in diesem Fall der Senat den Vize-Präsidenten wählt. In der Kammer haben allerdings zurzeit die Demokraten eine Mehrheit. Sollte das nach der Kongresswahl so bleiben, was als wahrscheinlich gilt, dürfte sie sich für den Demokraten Joe Biden als Vize Romneys entscheiden.
 

Kongresswahl

Zeitgleich mit der Präsidentenwahl werden am 6. November auch alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der 100 Senatssitze neu vergeben. Die Abgeordneten beider Kammern werden direkt vom Volk gewählt.

Umfragen zufolge wird der Senat weiter in der Hand der Demokraten und das Repräsentantenhaus unter Kontrolle der Republikaner bleiben. Damit würde sich die Blockade im Kongress wohl für mindestens zwei Jahre fortsetzen. Die neue Legislaturperiode beginnt Anfang Januar 2013.

Obama wiederum, der seine Stimme bereits vorzeitig abgegeben hatte, wartet auf die Ergebnisse in seiner Heimatstadt Chicago . Zuvor absolvierte er seine Abschlusskundgebung in Des Moines in Iowa . Dabei rief er seine Anhänger dazu auf, bis zur letzten Minute für einen Sieg zu kämpfen. Sie sollten auch sicherstellen, dass Freunde und Verwandte zur Wahl gehen. "Es kommt jetzt auf jeden von uns als Bürger an", sagte er. Und in einem Radiointerview äußerte der Präsident die Sorge, dass viele seiner Unterstützer der Wahl fernbleiben könnten. "Wir haben genügend Wähler, um zu gewinnen, es ist nur die Frage, ob sie auch kommen."

Offiziell beginnt der Wahltag um fünf Uhr morgens Ortszeit (elf Uhr MEZ) mit der Öffnung der Wahllokale im Bundesstaat Vermont. In besagtem Dorf Dixville Notch öffnen die Wahllokale seit 1948 bereits um Mitternacht. Die Bürger von Hawaii und Alaska sind die Schlusslichter. In Alaska sind die Wahllokale bis sechs Uhr MEZ am Mittwoch geöffnet.

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Leserkommentare
  1. Mal ganz ehrlich liebe Journalisten, Sie nervt es doch auch praktisch nur noch über die US-Wahlen berichten zu müssen, so haben Sie sich Ihren Job bestimmt nicht vorgestellt;)
    Als ich 'US-Wahl' in die Suchleiste eingab kamen 1278 Ergebnisse, davon 32 allein die letzten 7 Tage, und der Tag hat erst angefangen.
    Entschuldigung, aber Bevölkerung informieren sieht für mich anders aus.

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    Ein so großes Ereignis wie die US-Wahl rechtfertigt auf jeden Fall eine intesive Berichterstattung. Ob es uns nun passt oder nicht, das Wahlergebnis ist auch für Deutschland bedeutsam. Die USA sind vielleicht nicht mehr die alleinige Weltmacht, aber immer noch der bedeutenste westliche Staat, der mit seinen wirtschafts- und außenpolitischen Entscheidungen die Deutsche Politik und Wirtschaft beeinflusst. Klimaabkommen und Finanzkrise sind nur zwei Beispiele.

    Wie bei diesem Artikel:
    Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, Reuters, AFP, kg

    Was glauben Sie, wie viel Aufwand es ist hier was zu machen. Sie und mindestens 10 Weitere, die ihre Aussage unterstützen sorgten mit dem Klick auf diesen Artikel dafür, dass die Journalisten noch mehr über den US-Wahlkampf schreiben werden - denn das Volk interessiert sich offensichtlich dafür.

  2. Warum wird denn in den Medien so getan als wäre die Wahl völlig offen?! Man muss doch nur mal ein paar gute Analysten wie Nate Silver zu rate ziehen, um zu wissen, dass der Wahlausgang in der Wahrscheinlichkeit 92% zu 8% ausfallen wird, natürlich zugunsten Obamas. Absolut klares Ergebnis!

    Was sollen also diese schwachsinnigen Artikel die ganze Zeit, die selektiv irgendwelche Umfragen herauspicken, um ein Krimi draus zu machen?!

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    Sie vergessen die Wahlfälschungen. Würde mich nicht wundern wenn wieder Afroamerikanische Wähler von den Wahlen ausgeschlossen würden und Wahlcomputer die von Republikanisch-Freundlichen Firmen hergestellt werden vielleicht sogar 140% Wahlbeteiligung, natürlich zugunsten Romneys anzeigen würden ;-)

    Wo Nachfrage ist gibt's ein Angebot.
    Auch wenn die Nachfrage vom Anbieter (mit)geschaffen wurde.

    • lib-dem
    • 06. November 2012 17:14 Uhr

    ... als Journalist dieser Tage.
    Bringen Sie Ihre Leser zum Hyperventilieren. Dann bleiben die auf ihrer Seite, klicken noch ein wenig rum (zweite Seite des Artikels z. B.) und schomn haben sich ihre Werbeeinnahmen verdoppelt.
    Dass das Geschriebene häufig recht weit an den Haaren herbeigeschleift werden musste, ist lange egal.
    Ernsthaft.
    Unterhalb eines Live-tickers oder eines Skandales machen wir es einfach nicht mehr.

    • wauzi
    • 06. November 2012 19:32 Uhr

    darum geht es

  3. dann ist sie endlich vorbei, diese Groteske Orgie der Selbstbeweihräucherung. Man stelle sich einmal vor, was dieser schwachsinnige Wahlkampf gekostet hat. Dafür hätte man auf Haiti nahezu alle Schäden des letzten Erdbebens und sämtliche Ernteausfälle durch Sandy kompensieren können.

    Wäre ich amerikanischer Präsident, hätte ich genau 1 Werbevideo gemacht, und das immer wieder ausgestrahlt. Die Message: "Messt mich an meinen Taten, nicht an meinen Worten, alles Geld was mein Gegner hier im Wahlkampf verschwendet, verwende ich für mein Land und karritative Zwecke im Rest der Welt." Sicher würde ich die Wahl damit verlieren, aber ich müsste mich nicht den Rest meiner Tage fragen, was meine Ausrede ist, wenn ich mal vor meinen Schöpfer trete.

    Amerika wähnt sich immer als Heilsbringer der Welt und macht sich dabei auf jede erdenklihe Art und Weise lächerlich.

    Shame on you Americans, fail in every single way.

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    Dass die USA auch bereits das eine oder andere Mal "der Heilsbringer" war, lässt sich aber dennoch nicht bestreiten. Besonders von uns Deutschen nicht. Und nein, damit meine ich jetzt nicht, dass wir jedes Mal einen Kniefall machen müssen, wenn wir einen Ami sehen. Ebenso wenig bin ich mit allem einverstanden, was die Amis machen (meiner Meinung nach schießen sie öfters mal über das Ziel hinaus bzw. tun Dinge aus einer falschen Intention). Dennoch halte ich es für falsch, dass einige Menschen (nicht Sie, zumindest nicht in Ihrem jetzigen Beitrag, der enthält auch viel Wahres) meinen, sie müssten die USA grundsätzlich verteufeln und alles schlecht reden, was diese machen. So ist das nämlich nun auch wieder nicht...

    Ich verteufele nicht Amerika insgesamt und bin auch nicht der Meinung, dass alle Amerikaner dumm wären. Das wäre eine Pauschalisierung unnötigen Ausmaßes.

    Allerdings glaube ich auch, das die amerikanische Öffentlichkeit von Ihren Medien so eingelullt ist, dass eben solche Zustände vonnöten sind, um die Wähler überhaupt noch zu erreichen. Momentaufnahmen einzelner Handlungen der Kandidaten werden bis zum Erbrechen ausgeschlachtet um die Leute zu beeinflussen und es werden Ressourcen verbraucht, die Amerika und auch den Rest der Welt in einer Art und Weise positiv beeinflussen könnten, wie man es sich kaum vorstellen mag.

    Ich denke, wenn Sie heute die Mehrheit der US-Bewohner fragen würden, ob es Ihnen lieber ist, diese Shows zu veranstalten oder das Geld dafür zu verwenden um den Opfern von Sandy zu helfen und ihnen vielleicht sogar ihr Leben zu retten, wäre die Antwort denke ich klar zugunsten der geretteten Menschenleben. Allerdings besteht eine derartige Medienhörigkeit, dass diese Umstände gezielt ausgeblendet werden und demnach die eigene Wahlparodie in den Vordergrund rückt.

    Es ist einfach nur schade, wie kalt diese Welt geworden ist und was ihr dadurch in den verbleibenden anderthalb Monaten noch bevorsteht. Vielleicht hätte es die Welt einfach verdient endlich unterzugehen und Platz zu machen für etwas Neues.

  4. Es kommt in den USA nicht direkt auf die Wählerstimmen an, sondern auf die Bundesstaaten, die "gewonnen" werden. Die Bundesstaaten entsenden dann Wahlmänner. Die Anzahl der Wahlmänner pro Bundesstaat richtet sich nach der Einzahl an Einwohnern. Basierend auf dieser Grundlage liegt Obama in den Umfragen deutlich vorne (vielleicht nicht bei den Wählerstimmen, aber bei der Anzahl an Wahlmännerstimmen). Die aktuelle Chance of Winning liegt bei 92% (vgl. fivethirtyeight blog). Wenn Romney gewinnt, ist das eine Überraschung, nichts anderes. Natürlich hat jede Statistik ihre Fehler und Ungenauigkeiten, aber, um das auch nochmal zu erwähnen (ich glaube zum 3. oder 4. Mal), fivethirtyeight lag bei der letzten Wahl in 49 von 50 Staaten richtig. In dem einzigen Staat in dem sie falsch lagen, war das Ergebnis denkbar knapp, Obama gewann mit 1%.
    Von daher bin ich persönlich nicht der Meinung, dass diese Wahl unbedingt als Kopf-an-Kopf-Rennen bezeichnet werden müsste. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren im Laufe des heutigen bzw. morgigen Tages, aber momentan bin ich der Meinung, Obama hat die Nase deutlich vorn.

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    • Gerry10
    • 06. November 2012 9:09 Uhr

    ...ich halte es sogar für wahrscheinlich das Romney mehr Stimmen als Obama bekommt, da es aber um Wahlmänner geht die wie von Ihnen erwähnt in Bundesstaaten nach dem Winner takes all Prinzip gewonnen werden wird Obama gewinnen.
    Ein Romney Sieg wäre in der Tat die Überraschung des Jahres.

    Das ist ja genau der springende Punkt. Es wird Mehrheits- und Verhältniswahl vermengt. Dadurch besteht die Möglichkeit, mit nur 30% Wählerstimmen Präsident zu werden. But: "every vote counts"! - sicher nicht!

    • Slater
    • 06. November 2012 9:36 Uhr

    wenn alles so feststeht, wie ist denn bitte schon mal das Ergebnis in Ohio?
    ich kann die Seite aufrufen, aber so klare Lage kaum finden,
    die allgemeine Landeskarte gibts ja überall,
    Ohio wie immer 'Tossup', im Moment Umfragen 3% Führung Obama,

    aber das wechselt ja Tag um Tag,
    inwiefern gibt es eine sichere Vorhersage für 49/50 Staaten?,
    zumal bis auf die 10 umkämpften sowieso all entschieden sind,
    9/10 klingt schon bisschen anders..

    wie kann man die 92% verstehen? Obama führt 3% aktuell in Ohio,
    also 'wirds wohl auch so klappen', und wenn doch nicht, na dann Pech?,
    wären die letzten Umfragen einen Tag zuvor anders, wären es nicht 92% sondern weniger Prozent? was nützen solche Zahlen wenn sie eh nur die aktuellen Umfragen wiedergeben, die täglich schwanken,
    was ist der Unterschied der 92% zu 50% oder 99.9%?
    (ja ich weiß dass es im Moment sogar ohne Ohio klappen kann)

    also da zittere ich eher weiter, und nicht aus Freude an der Spannung..

  5. Dass die USA auch bereits das eine oder andere Mal "der Heilsbringer" war, lässt sich aber dennoch nicht bestreiten. Besonders von uns Deutschen nicht. Und nein, damit meine ich jetzt nicht, dass wir jedes Mal einen Kniefall machen müssen, wenn wir einen Ami sehen. Ebenso wenig bin ich mit allem einverstanden, was die Amis machen (meiner Meinung nach schießen sie öfters mal über das Ziel hinaus bzw. tun Dinge aus einer falschen Intention). Dennoch halte ich es für falsch, dass einige Menschen (nicht Sie, zumindest nicht in Ihrem jetzigen Beitrag, der enthält auch viel Wahres) meinen, sie müssten die USA grundsätzlich verteufeln und alles schlecht reden, was diese machen. So ist das nämlich nun auch wieder nicht...

    3 Leserempfehlungen
  6. Ich verteufele nicht Amerika insgesamt und bin auch nicht der Meinung, dass alle Amerikaner dumm wären. Das wäre eine Pauschalisierung unnötigen Ausmaßes.

    Allerdings glaube ich auch, das die amerikanische Öffentlichkeit von Ihren Medien so eingelullt ist, dass eben solche Zustände vonnöten sind, um die Wähler überhaupt noch zu erreichen. Momentaufnahmen einzelner Handlungen der Kandidaten werden bis zum Erbrechen ausgeschlachtet um die Leute zu beeinflussen und es werden Ressourcen verbraucht, die Amerika und auch den Rest der Welt in einer Art und Weise positiv beeinflussen könnten, wie man es sich kaum vorstellen mag.

    Ich denke, wenn Sie heute die Mehrheit der US-Bewohner fragen würden, ob es Ihnen lieber ist, diese Shows zu veranstalten oder das Geld dafür zu verwenden um den Opfern von Sandy zu helfen und ihnen vielleicht sogar ihr Leben zu retten, wäre die Antwort denke ich klar zugunsten der geretteten Menschenleben. Allerdings besteht eine derartige Medienhörigkeit, dass diese Umstände gezielt ausgeblendet werden und demnach die eigene Wahlparodie in den Vordergrund rückt.

    Es ist einfach nur schade, wie kalt diese Welt geworden ist und was ihr dadurch in den verbleibenden anderthalb Monaten noch bevorsteht. Vielleicht hätte es die Welt einfach verdient endlich unterzugehen und Platz zu machen für etwas Neues.

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  7. ...täte ein kleines Kursfeuerwerk auch mal gut. Das klappt aber nur mit Romney, also drücke ich Romney die Daumen. Warum immer nur an andere denken, wenn man selbst Bedarf hat ?

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    • Karl63
    • 06. November 2012 9:42 Uhr

    Wie die wirtschaftliche Situation in den USA tatsächlich ist, darüber hat nicht zuletzt die ZEIT immer wieder sehr differenziert berichtet. Auch die aktuelle Titelgeschichte des Spiegel zu dem Thema würde ich empfehlen, gerade dann wenn man die dortigen Positionen nicht unbedingt teilt.
    Nein, es gibt für die augenblickliche Krise sehr tief liegende Ursachen und die wird keiner der beiden Kandidaten in den kommenden 4 Jahren so ohne weiteres lösen können.
    Wenn man den hiesigen Medien folgt, dann herrscht inzwischen in beiden Kammern des Amerikanischen Parlaments eine Art "kalter Krieg", der von gegenseitiger Ablehnung geprägt ist. Es ist ja nicht so, dass die USA alleine in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken, das politische System schwächelt genauso.
    Wer die Bilder der Verwüstung die der Wirbelsturm Sandy hinterlassen hat aufmerksam betrachtet, der fragt sich schon warum eine Stadt so wohlhabend wie New York nicht einmal über Flutschutztore für vitale Teile der Infrastruktur verfügt.
    Eine ganz entscheidende Frage ist doch, ob der von den Republikanern propagierte "schlanke Staat" nicht letztenendes einer ist, der dem weiteren Verfall vitaler Teile der Infrastruktur tatenlos zusieht - und dies kann der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung auch nicht förderlich sein.

  8. und die greedy Beutelschneider gegen den Rest. Traurig.

    In den swing states warten jetzt schon Tausende Rechtsanwälte auf ihren Einsatz, um Teile der Wahlen anzufechten. Es droht ein unwürdiges Schauspiel. Wollen wir das Beste hoffen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, Reuters, AFP, kg
  • Schlagworte Barack Obama | Dorf | Mitt Romney | TV-Sender | Umfrage | Wahl
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