Wann wählen die Amerikaner einen neuen Präsidenten?
Wer kann Präsident werden?
Wer darf wählen?
Wie kann man wählen?
Welche Aufgabe haben die Wahlmänner?
Wie funktionieren die Vorwahlen (Primaries)?
Wie unterscheiden sich Primary und Caucus?
Was ist der Super Tuesday?
Was sind Superdelegierte?
Wann finden die Vorwahlen statt?
Was sind Swing States und warum sind sie so wichtig?
Warum sind die Wahlen in den USA immer an einem Dienstag?
Wann steht fest, wer gewonnen hat?


Am 8. November 2016 stimmen die US-Bürger zum 58. Mal über einen Präsidenten ab. Bei der letzten Präsidentschaftswahl am 6. November 2012 wurde Barack Obama zum zweiten und letzten Mal gewählt. Alle vier Jahre bestimmen die Wahlberechtigten in einer indirekten Wahl den Präsidenten oder die Präsidentin der Vereinigten Staaten. Zeitgleich mit der Präsidentenwahl werden auch alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der 100 Senatssitze neu vergeben. Die Abgeordneten beider Kammern werden direkt vom Volk gewählt. Die neue Legislaturperiode beginnt Anfang Januar 2017. Den Auftakt zur Präsidentschaftswahl macht traditionell das kleine Dorf Dixville Notch in New Hampshire. Die Bewohner können am 8. November ab 0 Uhr Ortszeit wählen. Nach und nach folgen weiter westlich gelegene Staaten.

Wer kann Präsident werden?

US-Präsident kann jeder gebürtige US-Amerikaner werden, der bei Amtsantritt mindestens 35 Jahre alt ist und 14 Jahre am Stück seinen Wohnsitz in den USA hat. Eine Legislaturperiode dauert vier Jahre. Eine Wiederwahl ist nur einmal möglich. Die Parteien bestimmen ihren Spitzenkandidaten lange vor der Wahl. Meist konkurrieren mehrere Bewerber bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten um die Stimmen der Basis.

Der texanische Senator Ted Cruz, der als Kandidat für die Republikaner antritt, wurde in Kanada geboren. Mitbewerber Donald Trump ist daher der Meinung, Cruz erfülle nicht die Richtlinien, um US-Präsident werden zu können. Allerdings ist Ted Cruz gebürtiger US-Amerikaner, seine Mutter ist US-Bürgerin und sein Vater Inhaber einer Green-Card. Experten gehen deshalb davon aus, dass er antreten darf.

Chris Jackson/Getty
Was googeln die US-Amerikaner?

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Wer Infos zu den US-Präsidentschaftskandidaten sucht, hat konkrete Fragen. Welche sind das und wie lauten die Antworten darauf?

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... kommen von Google Trends USA. Wir haben sechs Wochen ausgewertet – von Mitte Januar bis Ende Februar 2016.

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Donald Trump

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Wer darf wählen?

Wahlberechtigt ist jeder Bürger ab 18 Jahren, der in einem der US-Bundesstaaten oder in der Hauptstadt Washington lebt. Ausgenommen davon sind Bewohner von Außengebieten, wie etwa Puerto Rico, illegale Einwanderer, Häftlinge und ehemalige Gefängnisinsassen, denen das Bürgerrecht aberkannt wurde. Für Afro-Amerikaner gilt erst seit 1965 das bedingungslose Wahlrecht. Amerikanische Staatsbürger, die außerhalb der Vereinigten Staaten wohnen, haben dieselben Berechtigungen. Sie wählen in dem Bundesstaat, in dem sie ihren letzten Wohnsitz in den USA hatten. Insgesamt sind rund 200 Millionen Amerikaner stimmberechtigt.

Wie kann man wählen?

In den USA gibt es keine Meldeämter, deshalb liegt es in der Eigenverantwortung der Wähler, sich registrieren zu lassen, bevor sie ihre Stimme abgeben können. Die sogenannte Registrierungshürde gilt als ein Grund für die relativ niedrige Wahlbeteiligung in den USA, die in der Regel bei etwas mehr als 50 Prozent liegt. Das ist signifikant niedriger als der europäische Durchschnitt. Da jeder Bundesstaat ein eigenes Wahlrecht hat, unterscheidet sich der Ablauf von Staat zu Staat teils erheblich: In Oregon etwa gibt es ausschließlich Briefwahl. In einigen anderen Bundesstaaten gibt es die Möglichkeit des Early Votings (Frühes Wählen), das heißt die Wähler können ihre Stimme bereits vor dem eigentlichen Wahltag abgeben.

Welche Aufgabe haben die Wahlmänner?

Der US-Präsident wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt durch das Wahlmännergremium (Electoral College). Das Gremium wählt 41 Tage nach dem offiziellen Wahltag am 8. November in geheimer Abstimmung den neuen Präsidenten. Die Wahl ist entschieden, sobald ein Kandidat die Mehrheit von 270 Wahlmännerstimmen erreicht hat. Die Zahl der Wahlmänner variiert in den Bundesländern je nach Bevölkerungsstärke. Kalifornien etwa verfügt über 55, das kleine Delaware über 3. Weiter gilt in 48 Staaten die Regel, dass sämtliche Wahlmännerstimmen an den Kandidaten gehen, der die Mehrheit der Stimmen erhält (Winner-Takes-It-All-Prinzip). Einzige Ausnahmen sind die kleinen Staaten Maine und Nebraska: Dort werden die Wahlmänner proportional zum Wahlergebnis geteilt. Eine Folge des Mehrheitswahlrechts ist, dass ein Kandidat Präsident werden kann, obwohl nicht die Mehrheit der Wähler für ihn gestimmt hat. Entscheidend ist, wer mehr Wahlmännerstimmen hat. In einer Patt-Situation, das heißt wenn beide Kandidaten genau 269 Wahlmänner gewinnen, greift der 12. Zusatzartikel zur Verfassung: Das neu gewählte Repräsentantenhaus wählt den Präsidenten. Jeder Bundesstaat hat dann nur noch eine Stimme.

Wie funktionieren die Vorwahlen (Primaries)?

Bevor die Amerikaner im November ihren Präsidenten wählen, müssen die beiden großen Parteien, die Demokraten und die Republikaner, in den Vorwahlen ihre Präsidentschaftskandidaten nominieren. Dadurch beginnt der Wahlkampf schon lange vor der Präsidentenwahl. Die Primaries wurden eingeführt, um die Transparenz innerhalb der Parteien zu fördern. Sie finden normalerweise in der Zeit von Januar (diesmal ab Februar) bis Juni des Wahljahres statt. Anders als bei dem Wahlmännerverfahren für die Wahl des Präsidenten ist das Verfahren zur Nominierung der Präsidentschaftskandidaten nicht in der amerikanischen Verfassung verankert. Die Vorwahlen beginnen mit dem Caucus am 1. Februar in Iowa, gefolgt von der Primary in New Hampshire am 9. Februar. Der Sieger wird im Spätsommer auf nationalen Parteitagen von den Delegierten offiziell nominiert. Der Kandidat präsentiert dann auch seinen Stellvertreter, den Anwärter auf das Amt des Vize-Präsidenten.

Wie unterscheiden sich Primary und Caucus?

In einigen Bundesstaaten finden keine Primaries, sondern der aufwendige Caucus statt. Bei der Primary stimmen registrierte Wähler direkt darüber ab, für wen die Delegierten ihres Bundesstaates auf dem nationalen Parteitag stimmen sollen. Beim Caucus wählen die Wahlberechtigten lokale Delegierte. Diese wählen dann in mehreren nachfolgenden Runden die Delegierten für den nationalen Parteitag. Beim Caucus herrscht Anwesenheitspflicht, während bei der Primary auch per Briefwahl abgestimmt werden kann. Der genaue Ablauf des Caucus unterscheidet sich je nach Bundesstaat und nach Partei.

Was ist der Super Tuesday?

Am 1. März 2016 finden in elf (Demokraten) bzw. zwölf (Republikaner) Bundesstaaten die Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidaten statt. An diesem Tag werden die meisten Delegierten gewählt, wodurch eine Vorentscheidung fallen könnte. Deswegen ist die Rede vom Super Tuesday. Gewählt wird in Alabama, Alaska (hier stimmen nur die Republikaner ab), Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Oklahoma, Tennesse, Texas, Vermont, Virginia und im Außenbezirk Samoa (nur Demokraten). Manchmal wird auch von einem Super Tuesday, Part 2 gesprochen. Damit ist der 15. März gemeint, an dem zwar nur fünf Staaten wählen, unter ihnen jedoch bevölkerungsstarke wie Florida, Illinois und Ohio, die viele Delegierte stellen.

Was sind Superdelegierte?

Bei den Demokraten gibt es neben den Delegierten, die bei den Vorwahlen gewählt werden, noch Superdelegierte. Einfache Delegierte müssen für einen bestimmten Kandidaten stimmen. Superdelegierte sind in ihrer Wahl nicht gebunden und können frei entscheiden, wen sie wählen. Es handelt es sich um Kongressabgeordnete, Gouverneure, Senatoren, ehemalige Präsidenten und Mitglieder der Parteiführung. Von den 712 Superdelegierten werden voraussichtlich die meisten für Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin stimmen.

Eingeführt wurden die demokratischen Superdelegierten nach der Wahl 1980. Die Parteispitze wollte sich dadurch ein Mitspracherecht im Auswahlprozess sichern. Auch bei den Republikanern gibt es Superdelegierte, jedoch deutlich weniger. Hier kann jeder Bundesstaat selbst entscheiden, ob die RNC-Delegierten (Mitglieder des Republican National Committee) gebunden oder ungebunden abstimmen.

Wann finden die Vorwahlen statt?

2016 beginnen die Vorwahlen am 1. Februar und enden im Juni. Die Termine im Überblick:

Was sind Swing States und warum sind sie so wichtig?

Eine entscheidende Rolle bei der Wahl spielen traditionell die Swing States. Das sind Bundesstaaten, in denen grundsätzlich keine der beiden Parteien eine größere strukturelle Mehrheit hat. Die Swing States oder Wechselstaaten können das Gesamtergebnis entscheiden, weshalb sich der Wahlkampf besonders auf diese Staaten konzentriert. Anhand der Sitzverteilung im US-Senat kann man häufig erkennen, ob es sich um einen Swing State handelt oder nicht. Jeder Bundesstaat stellt zwei Senatoren. Die Staaten, die einen Republikaner und einen Demokraten in den Senat schicken, sind tendenziell eher den Swing States zuzurechnen. Dazu zählen unter anderem Florida, Ohio, Pennsylvania und Virginia.

Warum sind die Wahlen in den USA immer an einem Dienstag?

Seit 1845 ist der Wahltag auf den Dienstag nach dem ersten Montag im November festgelegt. Dadurch fällt die Wahl immer auf ein Datum zwischen dem 2. und dem 8. November. Zuvor fanden die Wahlen über einen längeren Zeitraum im Herbst des Wahljahres statt. Der Kongress hat damals einen einheitlichen Termin festgelegt, um den Bauern entgegenzukommen: Im November ist die Ernte bereits eingeholt und das milde Klima begünstigt längere Reisen zu den Wahllokalen. Der Sonntag fiel wegen des traditionellen Kirchenbesuchs als Wahltermin aus. Auch der Montag wurde ausgeschlossen, um die Anreise zu ermöglichen. Samstag war in vielen Orten Markttag, der am Freitag vorbereitet wurde. Auch der Donnerstag kam nicht infrage, da an diesem Tag die damals von den US-Amerikanern ungeliebten Briten ihr Parlament wählten. Somit blieben nur der Dienstag und Mittwoch als offizieller Wahltag übrig.

Wann steht fest, wer gewonnen hat?

Der Ablauf der US-Wahl hat drei Phasen. Zuerst wählen die Wähler der einzelnen Bundesstaaten ihre Wahlmänner. Das ist der offizielle Wahltag am 8. November. Daraus ergibt sich das Electoral College mit 538 Mitgliedern. 41 Tage später, am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember treffen sich die Wahlmänner jedes Bundesstaates, um für den Präsidenten und den Vizepräsidenten zu stimmen. Anfang Januar des Folgejahres zählt der Kongress die Wahlmännerstimmen aus. Wenn ein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, gilt er als gewählt. Am 20. Januar um 12 Uhr werden der neue Präsident sowie der neue Vizepräsident vereidigt.

Mitarbeit: Lena Fiedler 

Kurz erklärt - So funktioniert die US-Präsidentenwahl