Nahost-KonfliktEinigung über Waffenruhe zwischen Israel und Hamas

Die Zeichen stehen auf Feuerpause in Gaza. Israel und die Hamas haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt. US-Außenministerin Clinton lobt Ägyptens Leistung als Vermittler. von dpa und reuters

Rauch im Süden des Gazastreifens nach israelischen Luftangriffen

Rauch im Süden des Gazastreifens nach israelischen Luftangriffen  |  © Said Khatib/AFP/Getty Images

Israel und die radikalislamische Hamas im Gazastreifen haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt . Das bestätigte der ägyptische Außenminister Mohammed Kamel Amr. Die Kampfpause soll ab 21.00 Uhr Ortszeit beginnen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte die Übereinkunft. Er habe der Vereinbarung nach einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama zugestimmt. Er wolle damit dem Versuch einer Stabilisierung der Lage und einer Beruhigung eine Chance geben, "bevor es notwendig wird, härter vorzugehen".

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US-Außenministerin Hillary Clinton dankte der ägyptischen Regierung für die Vermittlung. An ihren ägyptischen Kollegen Amr gewandt sagte sie auf einer Pressekonferenz, sein Staat habe "Verantwortung und Führung" bewiesen. Die Bemühungen um ein dauerhaftes Ende der Feindseligkeit würden nun gemeinsam fortgesetzt.

In israelischen Kreisen hieß es, Israel werde nicht – wie von der Hamas gefordert – die Blockade des Gazastreifens komplett aufheben.

Details der vereinbarten Waffenruhe

Bereits Dienstagabend hatten die Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad eine Waffenruhe angekündigt. Sie sollte um 23.00 Uhr in Kraft treten. In der Nacht gingen die Beschüsse aber weiter.

Die ägyptische Tageszeitung Al-Ahram veröffentlichte Details der vereinbarten Waffenruhe: "Israel muss alle feindseligen Aktionen im Gazastreifen von Land, von See und aus der Luft stoppen". Dazu würden auch Überfälle und gezielte Angriffe auf Personen gehören. "Die palästinensischen Gruppierungen müssen alle Feindseligkeiten vom Gazastreifen gegen Israel beenden, darunter das Abfeuern von Raketen und Angriffe auf die Grenzen", zitierte die Zeitung aus der Vereinbarung.

"Innerhalb von 24 Stunden nach Inkrafttreten der Waffenruhe müssen die Grenzübergänge geöffnet sein und das Überqueren der Grenze durch Menschen ermöglicht werden, dies gilt auch für Waren", hieß es. Es sei untersagt, die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken oder sie an der Grenze anzugreifen. " Ägypten erhält Garantien, dass beide Seiten sich an die Vereinbarungen halten." Jede Partei sei verpflichtet, auf Aktionen zu verzichten, die diese Übereinkunft brechen.

Explosion in Tel Aviv

In der israelischen Küstenstadt Tel Aviv hatte es am Vormittag eine Explosion in einem Bus gegeben . Dabei wurden nach Angaben der Zeitung Haaretz mindestens 21 Menschen verletzt – die meisten leicht, zwei von ihnen schwer. Im Gazastreifen wurde die Tat von der Hamas als Erfolg gefeiert. Der Anschlag machte die Hoffnungen auf eine baldige Waffenruhe vorerst zunichte.

Israel hatte vor einer Woche seine Militäroffensive gegen Ziele im Gazastreifen begonnen, um den Raketenbeschuss von palästinensischer Seite zu stoppen. Seit Beginn der Offensive sind in dem Landstrich mehr als 130 Menschen getötet worden. Auf israelischer Seite kamen fünf Menschen ums Leben. Im Gazastreifen waren nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 54 Zivilisten unter den Toten, rund 840 Menschen wurden verwundet, darunter 225 Kinder.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nf
    • Schlagworte Israel | Bill Clinton | Hamas | Barack Obama | Benjamin Netanjahu | Nahost-Konflikt
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