Die Kommunistische Partei Chinas hat eine neue Führung. Der chinesische Vizepräsident Xi Jinping ist neuer Parteichef. Auf der Sitzung des Zentralkomitees in Peking wurde der 59-Jährige zum Nachfolger des aus Altersgründen ausgeschiedenen 69-jährigen Hu Jintao. Anschließend stellte der neue Parteivorsitzende seine engste Führungsmannschaft vor.

Im mächtigen Ständigen Ausschuss des Politbüros, um den heftig gerungen worden war, sind künftig statt neun nur noch sieben Mitglieder. An der Seite des neuen Parteichefs Xi stand in der Großen Halle des Volkes der bisherige Vizepremier Li Keqiang, der im Zuge des Generationenwechsels im März nächsten Jahres neuer Regierungschef werden soll.

Auch Vizepremier Wang Qishan gehört zum engsten Führungszirkel. Der erfahrene Krisenmanager war am Vortag zum neuen Vorsitzenden der Disziplinierungskommission gemacht worden, die nach den jüngsten Skandalen den Kampf gegen Korruption verstärken soll.

"Um Eisen zu schmieden, muss man stark sein"

Auf der Jahrestagung des Parlaments im März soll Xi auch das Amt des Präsidenten übernehmen. Nach amtlichen Angaben ist Xi bereits zum Militärchef befördert worden.

Xi dankte der Partei für das in ihn gesetzte Vertrauen. Angesichts zahlreicher Skandale innerhalb der Führungsebene will er verstärkt gegen die Korruption vorgehen. "Um Eisen zu schmieden", sagte Xi, "muss man stark sein". Es liege in seiner Verantwortung, "die Partei einer strengen Disziplin zu unterziehen, um effektiv die anliegenden Probleme anzugehen".

Außerdem werde er alles daran setzen, dem Volk ein "besseres Leben" zu ermöglichen, sagte er. Die Partei müsse den Kontakt zur Bevölkerung wieder verbessern.

Der scheidende Präsident Hu Jintao hatte zum Parteitagsbeginn in der vergangenen Woche größere Anstrengungen im Kampf gegen die Korruption gefordert. Wenn das Problem nicht in den Griff gebracht werde, könne dies zum "Kollaps von Partei und Staat" führen, warnte Hu.

Nordkoreas Machthaber erster Gratulant

Einigkeit besteht in der politischen Führung Chinas darüber, dass die Wirtschaft reformiert werden müsse, um den Lebensstandard vieler unzufriedener Bürger zu verbessern. China verzeichnet zwar nach wie vor deutliche Wachstumsraten, allerdings fallen diese nicht mehr so hoch aus wie noch vor wenigen Jahren.

Die 2.200 Delegierten der Kommunistischen Partei hatten ihren 18. Parteitag am Mittwoch mit vielen roten Fahnen und der sozialistischen Kampfhymne Die Internationale abgeschlossen. Bei dem Treffen waren auch die rund 200 Mitglieder des Zentralkomitees der Partei gewählt worden, das wiederum die Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros bestimmt.

Erster Gratulant zur Beförderung zum Parteichef war Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Er gratuliere der Kommunistischen Partei Chinas zum "erfolgreichen Parteitag" und Xi zur Wahl, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Nordkoreas. Kim sprach von einer "traditionellen Freundschaft" beider Länder. China ist Nordkoreas wichtigster Verbündeter und der größte Unterstützer des abgeschotteten Landes.