Syrische Rebellen in Aleppo © Odd Andersen/AFP/Getty Images

Man wäre ja zu gerne dabei gewesen beim Abendessen der NATO-Außenminister und ihres Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen am Dienstagabend in Brüssel . Es muss beim Thema Syrien hoch hergegangen sein , denn nachher beschwerte sich ein Teilnehmer gar, er habe "die Kriegstrommeln" gehört. Wörtlich überliefert ist nur Rasmussens eher harmloses Zitat, man dürfe angesichts der Entwicklungen in der Region nicht "den Kopf in den Sand stecken".

Doch das scheint genug gewesen zu sein, um die Ministerriege zu spalten : Die USA , Großbritannien und die Türkei wollen wie Rasmussen offen über einen möglichen NATO-Einsatz diskutieren. Deutschland, Polen und anderen Ländern geht das schon zu weit.

Der Restaurant-Streit zeigt, dass sich die westlichen Staaten mit einer gemeinsamen Haltung zu der Frage schwertun: Wie offen soll man über ein militärisches Eingreifen in Syrien sprechen?

Täglich mehr Tote als im Irakkrieg

Es gibt sehr gute Gründe, nicht in Syrien einzugreifen. Die Verstrickung des Irans und die Gefahr einer völlig unkontrollierbaren Eskalation im gesamten mittleren Osten ist der offensichtlichste. Deshalb darf man die extrem interventionskritische Haltung gerade deutscher Diplomaten keinesfalls als Bedenkenträgertum abtun.

Auf der anderen Seite aber ist noch lange kein Kriegstreiber, wer offen über ein militärisches Eingreifen redet.

Denn so kann es nicht weitergehen. Der Bürgerkrieg in Syrien dauert nun schon 20 Monate, täglich sterben mehr Menschen als in der schlimmsten Phase des Irakkriegs. Die Menschen in den Dörfern sind den massiven Luftangriffen Assads völlig hilflos ausgeliefert, sie haben noch nicht einmal Keller, in die sie flüchten könnten. Nun berichten der amerikanische Geheimdienst und ein Fernsehsender, die Armee könnte bald auch Chemiewaffen einsetzen .