ÄgyptenSchüsse auf Mursi-Gegner im Zentrum Kairos

Gegner und Anhänger des ägyptischen Präsidenten Mursi haben heute zu Demonstrationen aufgerufen. Schon vorher gab es Angriffe auf Protestierer, mehrere Menschen wurden verletzt. von dpa und reuters

Mursi-Gegner campieren auf dem Tahir-Platz in Kairo.

Mursi-Gegner campieren auf dem Tahir-Platz in Kairo.  |  © Mohamed Abd El/Reuters

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo haben Unbekannte auf oppositionelle Demonstranten gefeuert und neun Menschen verletzt. Auf dem Tahrir-Platz hätten die Angreifer auch Brandsätze geworfen, berichten Augenzeugen weiter. Dort campierten derzeit viele Menschen. Oppositionelle Demonstranten wurden durch den Angriff aus dem Schlaf gerissen, hieß es. Sie riefen: "Das Volk will den Sturz des Regimes."

Für den heutigen Dienstag haben linke, liberale und andere Oppositionsgruppen zu einem Marsch zum Präsidentenpalast aufgerufen, um gegen die von Präsident Mohammed Mursi für Samstag angesetzte Volksabstimmung über die islamistisch geprägte Verfassung zu protestieren. Die Mursi-Gegner befürchten einen Islamisierung Ägyptens, sollte der Verfassungsentwurf in Kraft treten. Mursi lehnt eine Verschiebung des Referendums ab.

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Auch Anhänger des islamistischen Präsidenten wollen heute demonstrieren, um Mursi ihre Unterstützung zu bekunden. Die Studentenbewegung der Muslimbrüder teilte unterdessen mit, sie werde nicht wie geplant auf dem Universitätsgelände demonstrieren. Man wolle gewaltsame Zusammenstöße mit den Demonstranten der Gegenseite vermeiden.

Militär darf per Dekret Demonstranten festnehmen

Mursi hatte zuvor der Armee Polizeirechte übertragen: Bis das Ergebnis des Referendums veröffentlicht ist, dürfen die Streitkräfte Zivilisten festnehmen . Mursis Sprecher Jassir Ali hatte am Montag erklärt, Mursi habe der Armee diese Sondervollmachten auf Wunsch der Wahlkommission erteilt. Die Richter des Staatsrates erklärten, sie seien nur dann bereit, die Abstimmung zu überwachen, wenn für die Sicherheit der Richter in den Wahllokalen garantiert werde.

Unterdessen haben die EU-Außenminister beide Lager zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts aufgerufen. "Das ist eine sehr fragile Lage", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle. "Es ist eine Lage, die mich auch deswegen so besorgt, weil wir den Erfolg der ägyptischen Revolution wollen." Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte: "Der Weg zur Demokratie ist wirklich steinig, aber es ist wichtig, dass die Bürger sich engagieren."

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    • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, tok
    • Schlagworte Mohammed Mursi | Militär | Bundesaußenminister | Catherine Ashton | EU-Außenminister | Richter
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