Bundeswehr : Falsche Erfolgsmeldungen aus Afghanistan
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Kriegsherren und Korruption bestimmen das Geschehen

Doch wie sieht es wirklich in Afghanistan aus? Die Heinrich-Böll-Stiftung zog im Oktober 2012 die Büroleiterin aus Kabul ab – wegen der schlechten Sicherheitslage. Im September wurde ein geheimer Bericht des Bundesnachrichtendienstes bekannt, in dem ebenfalls von einer prekären Situation im Land gesprochen wurde.

Auch die Erfolgsbilanz, die die westlichen Regierungen sich selbst ausstellen, scheint arg geschönt zu sein. Berichte von Wissenschaftlern und Think Tanks wie dem Afghan Analysts Network zeigen, wie weit Afghanistan von guter Regierungsführung und funktionierender Rechtsstaatlichkeit entfernt ist. Ehemalige Kriegsherren und Stammesälteste bestimmen das Geschehen im Land. Korruption ist weiterhin stark verbreitet und das staatliche Gewaltmonopol geht über die Hauptstadt nicht wirklich hinaus.

Die Taliban haben längst Parallelstrukturen etabliert

Afghanistans Präsident Hamid Karsai wird immer wieder als Bürgermeister von Kabul verspottet. In den Provinzen haben meist weiterhin Warlords das Sagen – und die Anführer verschiedener Taliban-Gruppierungen.

Wie lange die Regierung Karsai und dessen Nachfolger sich an der Macht halten werden, wenn die westlichen Kampftruppen abgezogen sind, ist die große Frage. Für die Sicherheitslage im Land prophezeien die meisten Experten eine gravierende Verschlechterung, wenn die Isaf in zwei Jahren Geschichte ist.

Taliban-Gruppen werden ihren Einfluss weiter aufbauen, in weiten Teilen haben sie längst Parallelstrukturen etabliert– auch im Norden, dem Einsatzgebiet der Bundeswehr. Die Sicherheitslage hat sich vor allem für die westlichen Truppen verbessert. Aufständische greifen längst vor allem die afghanischen Sicherheitskräfte an: Soldaten, die sowieso abziehen, sind kein wirklich lohnendes Ziel mehr.

Der Sieger eines Konfliktes schreibt dessen Geschichte, heißt es. Wer in Afghanistan gewinnt, die moderaten Kräfte oder die reaktionären Taliban, bleibt offen.

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Kommentare

61 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

1. Kommentar schon eine Falschaussage.

Uranmunition, ist Munition zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen, durch die Hohe dichte des abgereicherten Urans im Vergleich zu Materialien wie Wolfram Carbid, wird bei gleichem Kaliber eine höhere Durchschlagswirkung erziehlt, nun stellt sich die Frage wieso sie denken, dass die NATO solche, auch teure Munition in Afghanistan im Kampf gegen Leicht Infanterie , nix anderes sind die Insugents, einsetzen sollte? Also gegen vollkommen ungepanzerte Kräfte.

Aber Sie sind ja sicher auch der Meinung, dass die Taliban in Afghanistan hochgeachtete Freiheitskämpfer sind, und keine: Menschenhändler, Vergewaltiger und Drogenbarone, und Massenmörder.

Man sollte solche Kommentare, wegen ihrer Falschaussagen nicht etwa bannen sondern markieren.

Unsere Terroristen

"Continued US sponsorship of the al-Qaeda-Taliban nexus in Afghanistan was confirmed as late as 2000 in Congressional hearings. Testifying before the Senate Foreign Relations Subcommittee on South Asia, Congressman Dana Rohrabacher – former White House Special Assistant to President Reagan and now Senior Member of the House International Relations Committee – declared that ‘this administration has a covert policy that has empowered the Taliban and enabled this brutal movement to hold on to power’. The assumption is that ‘the Taliban would bring stability to Afghanistan and permit the building of oil pipelines from Central Asia through Afghanistan to Pakistan’.US companies involved in the project included UNOCAL and ENRON.US officials held several meetings with the Taliban from 2000 to summer 2001, in an effort to get the Taliban to agree to a joint federal government with their local enemies, the Northern Alliance, promising financial aid and international legitimacy if the deal was struck.According to Pakistani Foreign Minister Niaz Naik, who was present at the meetings, US officials threatened the Taliban with military action if they failed to comply with the federalization plan. Even the date of threatened military action, October 2001, was proposed. Needless to say, the Taliban rejected the plan.So months before the 9/11 terrorist attacks, a war on Afghanistan was already on the table."
http://www.newint.org/fea...

Nicht unbedingt teuer

Wow, dem Kommentator Falschaussage zu unterstellen und selbst ohne Quellen kommen und ihm sofort Sympathie für die Taliban zu unterstellen, ist schon ein starkes Stück, zumal es mehr als genug Anhaltspunkte zu einem möglichen Einsatz dieser Waffen in Afghanistan gibt, googlen Sie einfach mal. Und ich wage auch zu bezweifeln, dass diese Waffen teuer sein müssen (http://www.taz.de/!86384/ z.B.). Immerhin nutzt man hier oft Uran, welches entweder keinen großen Reinheitsgrad hat oder schon einige Zerfallszyklen hinter sich hat. Somit hat man die Müllbeseitigung schon in der Tasche... Außerdem eignet es sich generell als durchschlagskräftiges Material zum Beispiel beim Angriff auf Häuser, die wohl ein oft genutztes Versteck bei Talibanangriffen sein dürften. Ihr Kommentar dürfte unter diesen Punkten wohl auch in die Kategorie 'gesondert markiert' gesteckt werden können.