Soldaten, die in Afghanistan stationiert waren, fliegen am 8. Dezember von Zypern nach Frankreich. © Lionel Bonaventure /AFP/Getty Images

Zwei Jahre vor dem geplanten Ende des Einsatzes der internationalen Schutztruppe Isaf in Afghanistan haben die letzten französischen Kampftruppen bereits das Land verlassen . Etwa 200 Soldaten sind nach Angaben der Flughafenaufsicht von Kabul Richtung Zypern gestartet. Sie sollten nach einem mehrtägigen Zwischenstopp auf Zypern am Dienstag in Paris ankommen. Auf der Mittelmeerinsel war ein Erholungsaufenthalt für die Soldaten geplant.

Nach einem Anschlag im Januar dieses Jahres hatte der damalige Präsident Nicolas Sarkozy einen beschleunigten Abzug der Truppen angekündigt. Sein Nachfolger François Hollande zog das Ende des französischen Kampfeinsatzes noch weiter vor. Der frühzeitige Abzug war eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen. Ursprünglich sollte die französische Mission ebenso wie der Nato-geführte Isaf-Einsatz erst 2014 enden.

Ungefähr 1.500 französische Militärangehörige verbleiben zunächst in Afghanistan , die meisten von ihnen in Kabul. Dabei handelt es sich vor allem um medizinisches Personal, Ausbilder für die afghanischen Sicherheitskräfte sowie um Wacheinheiten zu deren Schutz. Ihre Zahl soll bis zum kommenden Sommer auf 500 Einsatzkräfte reduziert werden.

88 französische Soldaten starben im Einsatz

Frankreich hatte in Afghanistan unter anderem die Verantwortung für die Provinz Kapisa , nordöstlich von Kabul. Dort erlitten französische Kampftruppen seit ihrer Verlegung in die Provinz im Jahr 2008 schwere Verluste: Knapp zwei Drittel der 88 getöteten französischen Soldaten seit Beginn des Einsatzes wurden in dieser Schlüsselprovinz zwischen Kabul und Pakistan getötet.

Zwei der sechs Bezirke der Provinz Kapisa gelten wegen der Präsenz radikalislamischer Taliban -Kämpfer weiterhin als unsicher. Unterstützt von 250 US-Soldaten sollen künftig 4.700 afghanische Sicherheitskräfte für Ordnung sorgen.

Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hatte Mitte Oktober angekündigt, dass der Abzug der Kampftruppen im kommenden Jahr Einsparungen über 90 Millionen Euro ermögliche. Seit Beginn des Einsatzes im Jahr 2001 hat Frankreich nach Angaben des Ministers 65.000 Soldaten nach Afghanistan geschickt. Das Land war mit zwischenzeitlich bis zu 4.000 Soldaten nach den USA , Großbritannien , Deutschland und Italien der fünftgrößte Truppensteller für die Isaf.

Nach dem offiziellen Ende des Isaf-Einsatzes will die internationale Staatengemeinschaft aber weiter Soldaten in dem Land stationieren, um die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden. Deutschland hat in Afghanistan derzeit mehr als 4.700 Bundeswehrsoldaten stationiert. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière ( CDU ) und Außenminister Guido Westerwelle (FPD) legten Mitte November einen Vorschlag vor, wonach die Zahl bis Februar 2014 auf 3.300 sinken soll.