Wer war der Junge, der in einer Grundschule in Newtown erst 20 Kinder und sechs Erwachsene niederschoss und schließlich sich selbst tötete? Diese Frage stellt sich seit Freitagmorgen ein ganzes Land. Ein Klassenclown, ein Draufgänger oder Aufschneider war Adam L. jedenfalls nicht. Klassenkameraden erinnern sich an einen unauffälligen Jungen, blass, groß und still.

Die Studentin Alex I. lebte nur wenige Häuser von ihm entfernt und besuchte mit ihm zusammen die Mittelschule. In einem Interview mit dem CNN-Moderator Piers Morgan e rzählt sie : "Die meiste Zeit, wenn ich ihn gesehen habe, war er alleine." Er sei still gewesen, aber hochintelligent. Wenn man ihn ansah oder ansprach, habe er sich offenbar unwohl gefühlt.

Auch andere ehemalige Mitschüler schildern den 20-Jährigen als einen unauffälligen Einzelgänger. Der New York Times erzählten sie, Adam L. sei oft mit einem Aktenkoffer in die Schule gekommen und habe im Unterricht in der Nähe der Tür gesessen, um schnell hinein- und hinausschlüpfen zu können.

Wenn man ihn ansah, so zitiert die Zeitung die Bekannten, habe der Junge keine erkennbaren Emotionen gezeigt. Er wäre intelligent gewesen, habe aber oft einen nervösen Eindruck gemacht. Andere sagen, er sei krank gewesen. CNN meldet, er habe unter einer Form von Autismus gelitten.

In Newtown lebte er anfangs zusammen mit seinen Eltern und seinem vier Jahre älteren Bruder Ryan. Die Familie war aus Kingston, New Hampshire in die Kleinstadt im Südwesten Connecticuts gezogen. Als Adam dann 17 Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden, sein Vater hat wieder geheiratet. Der Junge wohnte dann bei seiner Mutter Nancy, sein Bruder bei seinem Vater.

Freunde beschreiben Nancy L. als fürsorgliche Mutter. Ihr Kinder hätten immer an erster Stelle gestanden. Nachbarn in der Kleinstadt konnten den US-Medien wenig über Adam L. berichten. Eine Busfahrerin beschrieb die Brüder als "nette und höfliche Kinder".

Im Jahrbuch seiner Highschool-Klasse ist kein Foto von Adam L. abgedruckt. Stattdessen steht an der Stelle, wo es hätte sein sollen: "kamerascheu".