Silvio Berlusconi"Ich trete an, um zu gewinnen"

Silvio Berlusconi hat bestätigt, 2013 wieder italienischer Ministerpräsident werden zu wollen. Er fühle sich berufen, sein Land "vor dem Abgrund zu retten". von afp und dpa

Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat offiziell bestätigt, dass er bei der Wahl im kommenden Jahr erneut für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren will. "Ich trete an, um zu gewinnen", sagte Berlusconi in Milanello in der Nähe von Mailand . Er fühle sich berufen, " Italien vor dem Abgrund" zu retten.

Diese Entscheidung hatte sich vergangene Woche angekündigt. Am Mittwoch hatte er bereits erklärt, aus den eigenen Reihen werde er immer wieder gedrängt, doch noch einmal anzutreten. Nun sagte er : "Ich kehre traurig in den öffentlichen Dienst zurück und erneut tue ich es aus einem Gefühl der Verantwortung heraus."

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Berlusconi hatte im November 2011 angesichts der Gefährdung Italiens durch die Schuldenkrise sein Amt als Regierungschef niederlegen müssen, Nachfolger wurde der ehemalige EU-Kommissar Mario Monti . Noch im Oktober dieses Jahres hatte Berlusconi erklärt, er werde nicht noch einmal als Spitzenkandidat seiner Partei Volk der Freiheit (PDL) antreten, seine Rolle sei eine beratende.

Gericht hat Berlusconi die Ausübung öffentlicher Ämter untersagt

Am Donnerstag hatte Berlusconis Partei Montis Kabinett faktisch die Unterstützung entzogen , indem ihre Fraktionen im Senat und Abgeordnetenhaus bei zwei getrennten Vertrauensabstimmungen über die Wirtschaftspolitik jeweils den Saal verließen. Monti gewann die Abstimmungen zwar anschließend. Seine Regierung steht aber unter Druck.

Der Medienmilliardär Berlusconi wird in mehreren Verfahren von der italienischen Justiz belangt. Im Oktober wurde er wegen Steuerbetrugs in erster Instanz zu einer Haftstrafe verurteilt , außerdem wurde ihm für die Dauer von mehreren Jahren die Ausübung öffentlicher Ämter untersagt. Seine Anwälte hatten Berufung angekündigt.

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Leserkommentare
    • Cocajew
    • 08. Dezember 2012 17:00 Uhr

    Er ist ein gestandener Europäer und ist tief im Volk verwurzelt.

    Eine Leserempfehlung
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    • RPT
    • 08. Dezember 2012 17:35 Uhr

    Und er wird auch gar nicht erst antreten können, weil die Urteile gegen ihn Bestand haben werden. Ich vertraue den Italienern!

    italien aus der ferne betrachten ist möglich, führt aber zu keinen schlüssigen ergebnissen. das zeigt auch ihr urteil betreffend berlusconi.

    ist das vielleicht ironisch gemeint?

    • Otto2
    • 08. Dezember 2012 20:37 Uhr

    sieht man wahrscheinlich auch in Italien nicht noch einmal.
    Das der sich das traut, sagt auch etwas über die politische Kultur im Land.

  1. "und erneut tue ich es aus einem Gefühl der Verantwortung heraus"
    Martin Sonneborn hätte es nicht schöner sagen können. Auch Italien hat also eine Satire-Partei. Man weiß´gar nicht, ob man lachen oder weinen soll. Fragt sich nur, warum so viele Italiener vollkommen verblendet diesem Narren hinterherlaufen.

    17 Leserempfehlungen
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    "Fragt sich nur, warum so viele Italiener vollkommen verblendet diesem Narren hinterherlaufen."

    Allerdings! Das kann nur an zu geringer Wahlbeteiligung liegen. Massenproteste gegen ihn gab es doch zuhauf.

    Ein Appell an dieser Stelle:
    Bitte alle 2013 zur Bundestagswahl gehen!

    Eine Nicht- oder Ungültigwahl ist ohne Wirkung, auch wenn viele gebildete Menschen das Gegenteil glauben. Es zählen nur die abgegebenen gültigen Stimmen.

    Danke vorab!

    • Bregens
    • 09. Dezember 2012 0:23 Uhr

    .
    Kohl viermal und sogar Schröder zweimal gewählt haben.

    Der Blödheitskoeffizient scheint mir hüben, wie drüben gleich hoch zu sein.

    • RPT
    • 08. Dezember 2012 17:08 Uhr

    nochmal diesen kriminellen Lustgreis hat der Spitze ihrer Regierung haben wollen. Falls doch, dann hätte es aber immerhin den Vorteil, dass es das dann war mit dem Euro.

    3 Leserempfehlungen
  2. Die nächste Wahl wird zeigen, ob ein Volk lernfähig ist.
    Ich bete für Italien.

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    • Centime
    • 08. Dezember 2012 18:05 Uhr

    Empfinde ich als Arroganz.

    Lernfaehig in welche Richtung? Jedes Volk und jeden Waehler eines anderen Volkes als meines, habe ich zu respektieren.Denn, falsch oder richtig gewaehlt, nur das eigene Volk bezahlt dafuer.

  3. "Fragt sich nur, warum so viele Italiener vollkommen verblendet diesem Narren hinterherlaufen."

    Allerdings! Das kann nur an zu geringer Wahlbeteiligung liegen. Massenproteste gegen ihn gab es doch zuhauf.

    Ein Appell an dieser Stelle:
    Bitte alle 2013 zur Bundestagswahl gehen!

    Eine Nicht- oder Ungültigwahl ist ohne Wirkung, auch wenn viele gebildete Menschen das Gegenteil glauben. Es zählen nur die abgegebenen gültigen Stimmen.

    Danke vorab!

    8 Leserempfehlungen
  4. ...wenn Berlusconi noch mal gewählt wird! Meine Meinung über die Italiener könne ernsthaft darunter leiden.
    Und wenn wir dann bei der nächsten Fussballmeisterschaft schon wieder gegen Italien verlieren...

    9 Leserempfehlungen
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    • Conte
    • 09. Dezember 2012 11:58 Uhr

    Ungeachtet ihrer, zuweilen, seltsamen regierenden Politiker im Bund und Land, bin ich kein Rassist geworden! Manchmal kann nachdenken helfen.

  5. Ich warte immer noch darauf das seine Tönung sich mal auflöst, genauso wie seine Partei. Schrecklich wie ein mann mit Geld soviel Schaden anrichten kann.

    5 Leserempfehlungen
  6. Silvio, ich will dich nicht! Sorry, aber ich bin echt wütend. Wir Italiener baruchen alles, nur nicht mehr diesen Kasper. Es ist wie ein Alptraum, der einfach nicht aufhört.

    22 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, nf
  • Schlagworte Silvio Berlusconi | Mario Monti | Wirtschaftspolitik | Abgeordnetenhaus | Gericht | Justiz
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