Machtwechsel : China arbeitet offenbar an neuer Wirtschaftsordnung

Eine Reise des neuen chinesischen Parteichefs Xi beflügelt Spekulationen: Beobachter rechnen mit einer Liberalisierung der Wirtschaft, aber auch mit mehr Nationalismus.
Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping, pflanzt einen Baum bei seinem Besuch in Shenzhen. © TaKungPao.com/Reuters

China steht womöglich vor weiteren wirtschaftspolitischen Reformen: Der neue Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping, hat am Wochenende die Sonderwirtschaftszone Shenzhen in Süd-China besucht, berichtet die New York Times .

Beobachter werten die Reise als Zeichen für die mögliche Richtung von Xis künftiger Politik. Die ehemalige Fischerei-Enklave hatte sich nach den wirtschaftlichen Reformen zu einer industriellen Metropole entwickelt und gilt als Symbol für wirtschaftliche Reformen hin zu einem staatsgelenkten Kapitalismus.

Die Reise war Xis erste außerhalb Pekings seit seiner Ernennung zum Parteichef am 15. November . Dem Bericht zufolge besuchte Xi in Shenzhen ein privates Internet-Unternehmen und legte einen Kranz an einer Statue von Exstaatschef Deng Xiaoping nieder.

Deng hatte die Stadt 1979 zur Sonderwirtschaftszone erklärt und damit wirtschaftliche Reformen in China eingeleitet. Im Jahr 1992 war Deng in die Unterprovinzstadt gereist, um die Reformen wiederzubeleben, die nach der blutigen Niederschlagung der pro-demokratischen Proteste von 1989 ins Stocken geraten waren.

"Weg zur wohlhabenden Bevölkerung"

"Reform und Öffnung sind vorrangige politische Ziele, an denen die Kommunistische Partei festhalten muss", sagte Xi einem Hongkonger Fernsehsender. "Wir müssen auf diesem richtigen Weg bleiben. Wir müssen unbeirrt auf dem Weg zu einem wohlhabenden Land und einer wohlhabenden Bevölkerung bleiben." China brauche "neue Pionierarbeit".

Beobachter werten die Reise Xis als bislang stärkstes Zeichen für die Richtung der künftigen Politik des neuen Generalsekretärs. "Wenn er tatsächlich nach Shenzhen gereist war, bedeutet das, dass er vor hat, Reformen zu einem Hauptanliegen zu machen", zitiert die Zeitung den Politikanalysten Li Weidong. "Das wäre wirklich ein Phänomen." Bislang hatte der neue Parteichef sich mit seinen politischen Positionen eher zurückgehalten.

Neben wirtschaftlichen Reformen gehen Beobachter unter Xi auch von einem Erstarken des Nationalismus in China aus. In einer Rede vom 29. November hatte Xi vom "Chinesischen Traum" und dem "Wiedererwachen der Nation" gesprochen. Dies war laut New York Times sowohl als Aufruf zur Erneuerung gedeutet worden als auch als Zeichen für eine neue nationalistische Haltung.

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Kommentare

14 Kommentare Kommentieren

was China braucht ist politische Reform

Im Bereich der Wirtschaft hat China bereits alle Instrument geschafft,über die ein moederner Staat verfügen soll.

Nur polische alte System verhindert die effiziete Lauf des wirtschaftlichen Mechanismus.

Zum Beispiel, wenn Korruption nicht beseitigt wird, ist eine frei fair Wettbewerbung unmöglich.

Weelches Vorbild?

Sie nehmen scheinbar das westliche Modell als Vorbild, aber genau das ist es, an was sich China gerade nicht richten soll. Chinas Wirtschaft entsprang aus dem Kommunismus und hat als einziges Land die Möglichkeit einen Spagat zwischen Kommunismus und Kapitalismus zu spannen und daraus hoffentlich etwas besseres für die Gemeinschaft zu errichten.

Dass das westliche Wirtschaftsmodell nicht wirklich langfristig erfolgreich sein kann, sehen wir an der Situation in nahezu allen westlichen Ländern. Wir sollten kooperativ nach China rüberschauen und nicht alles verteufeln, was sich die chinesische Regierung ausdenkt, denn sie sind Pioniere ihrer Politik. - auch wenn es sich hier für einige komisch anhören mag.

Hauptsache China

verfolgt einen antiamerikanischen und antieuropäischen Kurs umd diese zwei machtmißbrauchenden Machtkonglomerate weiter zu dezimieren. Den USA und Europa ist nur beizukommen wenn man ihnen auf breiter Front begegnet. Die Chinesen müssen den Westen finanziell und ökonomisch attakieren, der Iran medial und im Cyberrraum und Russland muss militärisch das Bollwerk bilden um die sich heranschlängelnde NATO-Viper abzuwehren.

Spätestens in fünf Jahren wwäre dann mit sichbaren Ergebnissen zu rechen, mit einem geerdeten und auf Normalmaß zusammensgeschmolzenen Westen, der auf dem Boen der Tatsache angekommen ist. Ein geduldeter westlicher Demokratieraum unter Aufsicht der Kulturnationen.

"Diktaturen dieser Welt vereinigt euch ...

.. und zerstört die Demokratien!" Ist es das was sie sagen wollen? Oder was ist unter "Ein geduldeter westlicher Demokratieraum unter Aufsicht der Kulturnationen." zu verstehen? Was sind die Kulturnationen? Was soll die Kriegsrhetorik? Warum sollte man Milliarden Menschen im Westen medial, ökonomisch, finanziell, im Cyberraum (und militärisch?) attackieren?

Hauptsache Selbsthass

Dieser Selbsthass auf alles "westliche" und die Überhöhung alles "anti-westlichen" erstaunt mich immer wieder.

Ziehen Sie doch nach Russland oder China, wenn das für Sie die einzigen "Kulturnationen" sind. Treten Sie dort ins Militär ein, um die "NATO-Viper abzuwehren", oder arbeiten Sie fleißig an der Unterminierung der westlichen Wirtschaft. Sehr wahrscheinlicher landen Sie dann aber eher in einem Scharmützel im Kaukasus oder bei den Besetzungstruppen in Tibet, als dass Sie den Westen "zusammenschmelzen".

Übrigens: der größte Teil der Kultur, die Sie dann erfahren werden, dürfte entweder aus andauernde Körperverletzungen durch betrunkene Kameraden des russischen Militärs oder 70 Stunden-Wochen in der Plastikspielzeug-Fabrik eines chinesischen Millionärs bestehen.

yak yak yak

wie amüsant
und was sollte china reiten auf geschäfte zu verzichten?
welchen grund sollte russland haben die euros nicht zu nehmen die per pipeline ins land gepumpt werden?
was den iran angeht ist der kampf zwischen millitaristischen faschisten(immerhin republikanisch der herr achmeddjihad) und religiösen fanatikern noch nicht ausgestanden..auf welche seite gedenken sie ihre hofnungen zu setzen...oder sind iraner von geburt an bessere menschen...so wie ein gewisser resa p.?

Darüber müssen Sie sich nicht wundern,

Herr Fuchs. China ist vielen Zeitgenossen gerade gut genug dafür, als Projektionsfläche dafür herzuhalten, was sie sich wünschen würden. Das hat aber mit China oder auch dem Iran oft gar nicht viel zu tun.

Im übrigen nimmt die Ansicht, mit "mehr Kulturnationen" werde die Welt besser, desto mehr ab, je näher Sie China räumlich kommen.

Inwieweit Äußerungen eines Sprechers des philippinischen Außenministeriums einen Trend abbilden, sollte man abwarten. Aber von den Philippinen über Vietnam nach Südkorea und Japan (von Taiwan nicht zu reden) ergeben sich andere Meinungsbilder als hier im Thread.

China und Iran sind unbestrittene Kulturnationen. Aber über ihre Attraktivität in ihrer Nachbarschaft sagt das allenfalls bedingt etwas aus.

Und Russland? Nun ja. Fragen wir mal einige Polen oder Tschechen. Mitunter werden die Barbaren von gestern (Japan in den Philippinen, USA in Vietnam, Deutschland in Polen und Tschechien) als das kleinere Problem gesehen.

Xi & Co. sollten damit übrigens einstweilen gut leben können. Je größer die Belagerungsmentalität in der Öffentlichkeit zu Hause, desto stabiler die Herrschaft eben dort.

wieso eine politsche Reform nötig ist @2

Chinesische Wirtschaft hängt von Export ab. Während es für einen Land wie BRD mit nur ungefähr 80 Milionen Bevölkerung normal ist, ist es für China mit fast 14 Milliarde Leute eigentlich anormal.

Die größeste wirtschaftliche Problem für China ist das Mangel der inner Frage. Wieso ? Weil chinesiche Regierung versäumt, eine sozial Netz aus zu bauen. Einerseits mussen die arme Chinese sehr niederige Lohne akzeptieren, anderseits, wenn sie überhaupt das Geld vorhanden haben, wagen sie nicht aus zu geben. Sie müssen für Krankenfall, Alte Geld beiseit zu legen. Daher erweist China die höchste Sparquote in der Welt.

Nur wenn das Volk direkt die Poitik mitstimmen kann, wird Chinesiche Regierung erst gezwungen das Geld statt in welchen Zug mit hochgeschwindigkeit, die sich weniger als 5 % Chinese leisten können, zu nehmen, in sozial Netz und Bildung zu investieren.

Aber es ist für deutsche Industrie nicht unbedingt gut.