Jugendliche im schottischen Glasgow (Archiv) © Jeff J Mitchell/Getty Images

Die Europäische Union will ihre Mitgliedstaaten verpflichten, allen EU-Bürgern unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten irgendeine Form von Beschäftigung zu garantieren. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet , sollen die Regierungen dazu eine sogenannte Jugendgarantie abgeben. Dies geht der Zeitung zufolge aus einem Regelungspaket hervor, das Sozialkommissar László Andor am kommenden Mittwoch vorstellen will. Mit der Regelung soll garantiert werden, dass Jugendliche spätestens vier Monate nach Ende ihrer Ausbildung oder dem Verlust des Arbeitsplatzes eine neue Stelle, einen neuen Ausbildungsplatz oder einen Praktikumsplatz erhalten. Wie die Staaten die Garantie umsetzen, soll ihnen weitgehend überlassen bleiben.

Die Europäische Kommission setze dabei vor allem auf die enge Zusammenarbeit der Sozialpartner und eine frühe Einbindung der Arbeitsämter. In dem Entwurf heißt es laut FAZ , die EU könne die Programme der Staaten mit Geld aus dem Europäischen Sozialfonds unterstützen. Vorbild seien ähnliche Initiativen in Österreich, den Niederlanden und Norwegen . Vergleichbare Konzepte führen demnach zurzeit Finnland und Luxemburg ein.

Sanktionen für Länder, die die Garantie nicht erfüllen, seien nicht vorgesehen. Andor wolle den Vorschlag zunächst nur in der rechtlich weniger bindenden Form einer Empfehlung vorlegen. Er reagiere damit auf den Widerstand von Ländern wie Großbritannien und Schweden, die argumentierten, die EU sei für Fragen wie die Jugendarbeitslosigkeit nicht zuständig.

5,5 Millionen junge Menschen ohne Arbeitsplatz

Vor allem Jugendliche aus südeuropäischen Staaten, in denen schon lange hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht, sollen demnach von dem Programm profitieren. Nach Angaben der Kommission suchten in der EU derzeit 5,5 Millionen junge Menschen einen Arbeitsplatz – mehr als ein Fünftel der Altersgruppe. 7,5 Millionen Menschen unter 25 Jahren hätten weder eine Stelle noch einen Ausbildungsplatz. Laut FAZ beziffert die Kommission die Kosten hierfür auf jährlich mehr als 150 Milliarden Euro , oder rund 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die Arbeitslosenquote ist demnach vor allem bei Jugendlichen in Griechenland und Spanien mit mehr als 55 Prozent besonders hoch . In Italien , Portugal , Irland, Bulgarien, Zypern, Lettland , Ungarn und der Slowakei betrage sie mehr als 30 Prozent. Ein Drittel der Betroffenen sei seit mehr als einem Jahr arbeitslos.