Jean-Claude Juncker (r.), Chef der Euro-Finanzminister, im Gespräch mit Zyperns Finanzminister Vassos Shiarly © Francois Lenoir/Reuters

Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker , zieht sich in den kommenden Wochen von seinem Posten an der Spitze des Gremiums zurück. Er habe seine Kollegen darüber in Kenntnis gesetzt, dass er das Amt Ende des Jahres 2012 oder zu Beginn des kommenden Jahres abgeben wolle, sagte Juncker nach einem Treffen der Euro-Finanzminister. "Ich habe sie darum gebeten, alles Mögliche zu tun, um einen anderen Minister als Euro-Gruppen-Chef zu ernennen", sagte er.

Der Luxemburger Ministerpräsident wollte eigentlich schon im Juli das Amt niederlegen, erklärte sich aber dann doch noch zu einer Verlängerung von ein paar Monaten bereit, weil sich die Euro-Finanzminister nicht auf einen Nachfolger einigen konnten. Die Bundesregierung hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ) informell als Nachfolger für Juncker ins Gespräch gebracht – war damit aber am Widerstand Frankreichs gescheitert.

Seit 1995 regiert Juncker Luxemburg und ist damit der dienstälteste Regierungschef in der Europäischen Union. Er gilt als entschiedener Verfechter der europäischen Integration. Den Chefposten der finanzpolitischen Koordination in der Euro-Zone hat Juncker inne, seit dieser 2005 geschaffen wurde.

Spanische Banken erhalten 39,5 Milliarden Euro Hilfe

Die Euro-Finanzminister billigten bei ihrem Treffen wie erwartet den Antrag Spaniens auf Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM . Die Banken des Landes erhalten Finanzhilfen in Höhe von insgesamt 39,5 Milliarden Euro. Die Hilfen sollen Mitte kommender Woche überwiesen werden.

Mit 37 Milliarden Euro sollen die verstaatlichten Geldhäuser Bankia , Novagalicia, CatalunyaCaixa und Banco de Valencia gestützt werden. Die EU-Kommission gab die Hilfen bereits in der vergangenen Woche frei . Mit weiteren 2,5 Milliarden Euro soll die sogenannte Bad Bank ausgestattet werden, in die spanische Banken riskante oder wertlose Immobilienaktiva auslagern können.

Der Chef des Rettungsschirms ESM, Klaus Regling , sagte, es gehe um die Rekapitalisierung der Banken. Die Hilfen sollten zum spanischen Bankenrettungsfonds Frob in Form von besonderen ESM-Anleihen transferiert werden, nicht als Bargeld. Details würden zu einem späteren Zeitpunkt erläutert.