Das Weiße Haus in Washington © Mandel Ngan/AFP/Getty Images)

Der US-Haushaltsstreit ist auch wenige Tage vor Auslauf des Ultimatums noch nicht beigelegt. Denn beim Krisentreffen im Weißen Haus haben sich Präsident Obama und Vertreter von Demokraten und Republikanern am Freitag nicht geeinigt. Barack Obama zeigte sich nach dem Treffen mit führenden Vertretern der beiden Parlamentskammern dennoch "verhalten optimistisch". Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid , und der republikanische Minderheitsführer Mitch McConnell wollen versuchen, bis Sonntag einen Kompromiss zu erarbeiten.

Die Gespräche seien konstruktiv gewesen, eine Einigung sei möglich, sagte Obama. "Wir haben jetzt die letzte Minute erreicht. Das amerikanische Volk wird kein Verständnis dafür haben, wenn wir unserer Wirtschaft aus politischen Gründen selbst eine Wunde zufügen."

Wird bis zum Jahreswechsel kein Kompromiss gefunden, treten automatisch umfangreiche Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen im Umfang von mehr als 500 Milliarden Dollar in Kraft. Diese Kürzungen könnten die USA  über die sogenannte Fiskalklippe in eine Rezession stürzen .

Hauptstreitpunkt sind weiterhin Steuererhöhungen für die Reicheren. Obama beharrt darauf, dass zum Jahresende auslaufende Erleichterungen für die Mittelschicht verlängert werden. Haushalte mit einem Jahreseinkommen von über 250.000 Dollar sollen hingegen höhere Steuern zahlen. Falls keine Einigung zustande kommen sollte, werde Obama seinen Parteikollegen Reid auffordern, einen Gesetzestext vorzulegen, um die andernfalls automatisch zum 1. Januar eintretenden Steuererhöhungen für den Mittelstand zu stoppen.

Obwohl die Republikaner gegen diesen Plan sind, äußerte sich McConnell ebenfalls optimistisch. Das Treffen im Weißen Haus sei gut gewesen, es bestehe Hoffnung auf eine Einigung.

An der Krisensitzung, die nur eine Stunde dauerte, nahmen auch Vize-Präsident Joe Biden , der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, und die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi , teil.

Repräsentantenhaus kommt zu Sondersitzung zusammen

Obama war wegen des Haushaltsstreits vorzeitig aus dem Weihnachtsurlaub in Hawaii nach Washington geflogen. Nach den Senatsmitgliedern sollen am Sonntag auch die Abgeordneten des Repräsentantenhauses für eine Sondersitzung in Washington zurückkehren. Die Sitzung könnte bis Mittwoch, den 2. Januar, fortgesetzt werden, sagte der republikanische Mehrheitsführer Eric Cantor.

Sollten sich die Parteien nicht einigen können, dann rechnet der Internationale Währungsfonds mit Auswirkungen für die gesamte Weltwirtschaft . Die Börse in New York reagierte bereits am Freitag. Der Dow-Jones-Index gab um 1,21 Prozent nach, der Nasdaq um 0,86 Prozent.

US-Finanzminister Timothy Geithner hatte an die Parteiführer im Kongress appelliert, einen Kompromiss zu finden, um das Land vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Er warnte zudem, dass die USA die Schuldenobergrenze von 16,39 Billionen Dollar am 31. Dezember erreichen würden.