UMPFranzösische Konservative wiederholen Wahl des Parteichefs

Die Spaltung der französischen Oppositionspartei UMP ist abgewendet. Copé und Fillon, die Rivalen um die Nachfolge von Sarkozy, haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. von afp und dpa

Jean-François Copé

Jean-François Copé  |  © Charles Platiau / Reuters

Der Machtkampf um die politische Nachfolge von Nicolas Sarkozy ist nach einem wochenlangen Streit beigelegt. Die beiden Rivalen Jean-François Copé und François Fillon einigten sich am Montagabend auf eine Wiederholung der Urabstimmung über die zukünftige Führung der konservativen UMP-Partei. Die Wahl wird vermutlich im September kommenden Jahres stattfinden.

Der Streit um den Vorsitz der größten französischen Oppositionspartei hatte die UMP an den Rand der Spaltung gebracht . Nach der Urabstimmung Mitte November wurde Copé von parteiinternen Gremien zum Sieger erklärt . Der frühere Premierminister Fillon weigerte sich allerdings, das äußerst knappe Ergebnis zu akzeptieren, und warf den von Copé-Anhängern dominierten Parteiinstanzen Wahlmanipulationen vor.

Anzeige

Um Druck auf das Copé-Lager auszuüben, gründete Fillon eine Dissidentenfraktion in der Nationalversammlung . Sie soll nun wieder aufgelöst werden. Der Abstimmungstermin im Spätsommer 2013 ist ein Kompromiss. Fillon forderte zunächst Neuwahlen zu Jahresbeginn. Copé wollte hingegen bis mindestens Frühjahr 2014 im Amt bleiben. Beide hätten jedoch die Krise beenden wollen, teilte die UMP mit. Das Leitungsgremium der UMP soll dem Kompromiss nach vor dem 15. Januar gebildet werden. Copé und Fillon verpflichteten sich außerdem, auf gerichtliche Schritte zu verzichten.

Die Einigung der Rivalen sieht neben den Neuwahlen auch tiefgreifende Reformen der Parteistatuten vor. Zudem soll sie die Basis für die Suche nach dem nächsten Präsidentschaftskandidaten sein. Dafür sollen erstmals Vorwahlen nach US-amerikanischem Vorbild abgehalten werden.

Die UMP zählt ungefähr 300.000 Mitglieder. Die Wahl des Parteivorsitzenden war auch deswegen so umstritten, weil sie als mögliche Vorentscheidung über die UMP-Kandidatur im Jahr 2017 galt. Dann endet die Amtszeit des sozialistischen Präsidenten François Hollande . Er hatte sich in diesem Mai gegen Sarkozy durchgesetzt.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Uerige
    • 18. Dezember 2012 7:20 Uhr

    Es ist in Ländern in Deutschland eigentlich an der Zeit das sich große "Volksparteien" spalten!

    Meinungsdiskurs mit mehr Teilnehmern würde DE und FR gut tun.

    Es wäre toll würde ein Teil der CDU zu den Freien Wählern (Sozial-Konservativ) abwandern und würde sich eine Art VVD (Konservativ-Liberal) wie in den Niederlanden rausbilden (Präsident Rutten / ein hübscher Mann).

  1. Ist das nicht viel zu spät für die Neuwahl des Parteivorsitzenden? Wie kann eine Partei so lange ohne Führung verbleiben?

  2. Der Schleimbeutel im Elysee ist weg. Es leben die Schleimbeutel? DAS wäre ja noch schöner gewesen. Wenn schon in der Bedeutungslosigkeit, dann doch zumindest gemeinsam - oder?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Wahl | Nicolas Sarkozy | Nachfolge | Premierminister | Präsidentschaftskandidat | Präsident
Service