TerrorismusZahl der Opfer durch Terroranschläge sinkt

Obwohl die Zahl der Terrorangriffe seit 2001 gestiegen ist, gingen die Todeszahlen zuletzt zurück. Experten warnen jedoch vor einem Anstieg durch Konflikte wie in Syrien. von 

Seit Beginn des Irak-Kriegs hat sich die Zahl der Terroranschläge fast vervierfacht. Allerdings sind die Anschläge, nachdem sie von 2005 bis 2007 einen Höchstwert erreichten, in den letzten Jahren leicht zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt der Global Terrorism Index (GTI) des Institute for Economics and Peace, der 158 Staaten über einen Zeitraum von zehn Jahren vergleicht. In dem Bericht warnen die Autoren jedoch, die Situation in Syrien und die Konflikte im Mittleren Osten könnten die Lage verschlechtern.

Hoffnung gibt es demnach in Bezug auf die sinkende Anzahl von Todesopfern terroristischer Aktivitäten . Während im Jahr 2011 etwa 7.500 Menschen durch Anschläge starben, waren es im Jahr 2007 noch knapp 10.000 – ein Rückgang von 25 Prozent. Bei den Todesopfern werden Selbstmordattentäter und andere Angreifer mitgezählt. Auch die Zahl der Verletzten ist seit 2009 von 19.000 auf 14.000 Menschen im Jahr 2011 zurückgegangen.

Anzeige

Der Rückgang der Todesopfer sowie auch der zwischenzeitliche Anstieg der Attacken ist der Studie zufolge auf die Ereignisse im Irak zurückzuführen. Mehr als ein Drittel aller Opfer zwischen 2002 und 2011 waren Iraker.

Irak und Afghanistan im Zentrum des Terrors

Allein im Irak und in Afghanistan fanden 35 Prozent der verübten Attentate zwischen 2002 und 2011 statt. Neben dem Irak wurden besonders Pakistan , Afghanistan und Indien von Anschlägen heimgesucht. Auch Thailand , die Philippinen und Russland wurden vom Institut als häufig betroffene Staaten hervorgehoben. In den zehn Ländern, die am häufigsten zum Ziel von Anschlägen wurden, fanden 87 Prozent der weltweiten Vorfälle statt. Die am meisten betroffenen Regionen waren der Mittlere Osten und Nord-Afrika, gefolgt vom Pazifik .

Die Studie des Instituts kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Terroranschlag zu erleiden, nicht mit der wirtschaftlichen Situation des Landes zusammenhängt. Stattdessen haben den Autoren zufolge Länder mit einem mittleren Einkommen ein doppelt so hohes Risiko wie ärmere Länder. "Das zeigt, dass Armut kein Hauptgrund für Terrorismus ist", schreiben sie.

Stattdessen beeinflussen etwa die Situation der Menschenrechte und politische Stabilität die Wahrscheinlichkeit von Terrorismus stark. Demokratien sind am wenigsten gefährdet, einen Terrorismusanschlag zu erleiden, auch wenn es Ausnahmen gibt, wie die Bombenanschläge in London und Madrid und das Massaker von Utøya in Norwegen zeigen.

Von den 158 Staaten haben in den zehn Jahren nur 31 Länder keine Terrorismusanschläge erlitten. Nordamerika ist am die am wenigstens bedrohte Region für einen Anschlag, gefolgt von Westeuropa .

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • hareck
    • 04. Dezember 2012 15:11 Uhr

    Die Gefahr, bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen, ist für einen US-Amerikaner geringer, als zu Hause von einem Möbelstück erschlagen zu werden (oder so ähnlich).

    Und statt tausende Arbeitsplätze für die Sicherung von häuslichen Möbelstücken zu schaffen, pumpen die Regierungen lieber weiter Milliarden in die Überwachung ihrer Bürger.

    So was...

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Badewannen-Unfall zum Opfer zu fallen. Völlig korrekt.

    Der Wille, sich ausgerechnet einer Opferwerdung im Kontext von politischer Erpressung (und darum geht es bei Terrorismus, sonst ist es keiner) mit solchem Aufwand zu widersetzen - ist in einer Demokratie:

    Eine Sache der Ehre des Demokratischen Souveräns, ohne die er in Sachen 'Volksherrschaft' oder krasser: 'Alle Gewalt geht vom Volke aus' - einpacken könnte.

    Einpacken zugunsten der Rohheit der erstbesten kosmisch durchgeistigten, oder sonstwie groß-kriminellen Konstellation der Weltpolitik.

    Oder einer tribalen Lokalpolitik; darauf scheint ja auch vieles noch eher hinauszulaufen.

    • Menaku
    • 04. Dezember 2012 15:13 Uhr

    Warum werden denn ständig neue Überwachungsmaßnahmen gefordert, wenn wir doch im sichersten Teil dieser Welt leben?

    Noch schlimmer: warum sind auch noch so viele Deutsche von der Notwendigkeit solcher Maßnahmen überzeugt?

    das ist mir unbegreiflich...

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Kurdistan*, der kann das ja tun. Aber die Richtung der globalen Migrationsströme spricht nicht für einen Trend zur Flucht aus der Sicherheit.

    Abenteuertourismus gibt es, aber Kick für einen Aufenthalt auf Dauer mit Kind und Kegel, wird sich das wohl nicht durchsetzen.

    *bitte nach politisch-kulturellem Gusto ergänzen, Mexiko, Russland ... Chikago und Manchester sind allerdings 'out' !

  1. Badewannen-Unfall zum Opfer zu fallen. Völlig korrekt.

    Der Wille, sich ausgerechnet einer Opferwerdung im Kontext von politischer Erpressung (und darum geht es bei Terrorismus, sonst ist es keiner) mit solchem Aufwand zu widersetzen - ist in einer Demokratie:

    Eine Sache der Ehre des Demokratischen Souveräns, ohne die er in Sachen 'Volksherrschaft' oder krasser: 'Alle Gewalt geht vom Volke aus' - einpacken könnte.

    Einpacken zugunsten der Rohheit der erstbesten kosmisch durchgeistigten, oder sonstwie groß-kriminellen Konstellation der Weltpolitik.

    Oder einer tribalen Lokalpolitik; darauf scheint ja auch vieles noch eher hinauszulaufen.

    Eine Leserempfehlung
  2. Kurdistan*, der kann das ja tun. Aber die Richtung der globalen Migrationsströme spricht nicht für einen Trend zur Flucht aus der Sicherheit.

    Abenteuertourismus gibt es, aber Kick für einen Aufenthalt auf Dauer mit Kind und Kegel, wird sich das wohl nicht durchsetzen.

    *bitte nach politisch-kulturellem Gusto ergänzen, Mexiko, Russland ... Chikago und Manchester sind allerdings 'out' !

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "absurde Situation"
  3. Nicht wenige vorgeblich unbescholtener Bürger in hiesigen Gefilden verlieren sich darin, die nachweislich voneinander abschließend separierte und zugleich durch einander bestehende Existenz vor allem der geistes- und sozialwissenschaftlichen Dimension als einen, wortwörtlich, mit allen verfügbaren Mitteln zu bekämpfenden "Filz" auszugeben. Dass infolge dessen deren zeitgenössischen Vertreter weltweit sich unablässig in Lebensgefahr befinden, ist dem deswegen offenkundig einzig unwissenschaftlich arbeitenden Institute for Economics and Peace keinen Deut wert und lässt deren Global Terrorism Index (GTI) als höchst willkürlich gebildet zurück.

    2 Leserempfehlungen
  4. Wo doch gerade dort die westlichen Friedens- und Freiheitsbringer ihre Wirkschwerpunkte setzten.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Kein geringerer als Joschka Fischer gibt einen Hinweis:

    "In the emerging struggle between the region’s Shia and Sunni powers, the old Middle East conflict has become a sideshow."

    http://todayszaman.com/ne...

    Davon ist er aber jetzt convinced.

    Dass man jeden post-tyrannischen Zipfel von Souveränität am liebsten dazu benutzen würde, um die Nachbargemeinde in die Luft zu jagen, konnte man ja schließlich nicht so einfach unterstellen. Das wäre diffamierend und ausgrenzend gewesen.

    Ein weithin unterberichtetes Wirkschwerpunkt-Schicksal:

    "For at least a year now, Sunni extremist gunmen have been methodically attacking members of the Hazara community, a Persian-speaking Shiite minority"

    http://www.nytimes.com/20...

    Die ersten Vertreter dieser wenig vom Glück gesegneten Volksgruppe wollen Aufständische bereits als Assad-Reserve auf dem syrischen Schlachtfeld gesichtet haben.

    • cubeBox
    • 04. Dezember 2012 16:18 Uhr

    Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Die Anzahl an Terroranschlaegen waere ja deutlich hoeher, gaebe es keine Sicherheitsmassnahmen.

    Davon abgesehen schliesst das eine nicht das andere aus. Es starben auch mehr Menschen an Infektionen als z.B. an der NSU. Ebenso sterben mehr Menschen an Autounfaellen als an Uebergriffen von bestimmten Migranten.

    Ginge man nach der Logik, wuerde man immer nur monokausal gegen das vorgehen, was die groessten Opferzahlen erzeugt.
    Die Realitaet ist aber vielschichtiger.

    Ausserdem hat man es bei Menschen nicht (wie ja ersichtlich) mit allein rational denkenden Wesen zu tun. Daher spielt Symbolpolitik, das "Gefuehl" ebenfalls eine Rolle. Sonst waere ja kein einziger auf die Anti-Kernenergie-Propaganda reingefallen, schon weil bewusst waere, dass alle hier permanent deutlich mehr von radioaktiver (kosmischer) Strahlung aus dem Weltall bestrahlt werden, auf einem Endlager hocken (genannt Planet) usw.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, nf
  • Schlagworte Opfer | Terrorismus | Afghanistan | Anschlag | Armut | Attentat
Service