Flüchtlingskinder in Athen warten auf die Essensausgabe von einer Suppenküche. © Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat die Situation von Flüchtlingen in Griechenland angeprangert . " Griechenlands Versagen, die Rechte von Migranten und Asylsuchenden zu garantieren, nimmt die Ausmaße einer humanitären Krise an", sagte John Dalhuisen, Amnesty-Direktor für Europa und Zentralasien .

Die griechische Regierung sei vor dem Hintergrund des wachsenden Migrationsdrucks, der Wirtschaftskrise in dem Land sowie einer steigenden fremdenfeindlichen Stimmung nicht einmal fähig, die grundlegendsten Anforderungen zum Schutz von Flüchtlingen zu erfüllen. Amnesty kritisiert insbesondere die hohen Hürden für Asylanträge, die auch nicht durch die starke Belastung Griechenlands durch die vielen Flüchtlinge gerechtfertigt seien.

Jedes Jahr kommen Zehntausende Menschen aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien über die Land- und Seegrenzen nach Griechenland, das für sie das Tor zu einem besseren Leben in Europa ist. Besonders gestiegen ist die Zahl der Flüchtlinge, die über die türkisch-griechische Grenze ins Land gelangen .


Vor Kurzem hatte auch das UN-Flüchtlingshilfswerk die Situation von Migranten und Asylsuchenden in Griechenland kritisiert . Insbesondere Kinder würden unter katastrophalen Bedingungen festgehalten oder schutzlos sich selbst überlassen. Diesen Eindruck bestätigte Amnesty: Kinder, die allein ohne Angehörige nach Griechenland kämen, würden unter ärmlichen Bedingungen in Auffanglagern festgehalten. "Die griechische Regierung muss dafür Sorge tragen, dass die Inhaftierung von Flüchtlingen nur ein Letztes Mittel ist und die von Kindern gesetzlich ganz verboten wird", sagte Dalhuisen.

Die große Mehrheit der Flüchtlinge scheitere zudem daran oder gebe es auf, ihre Anerkennung von Asyl durchzusetzen. Dadurch riskierten sie allerdings, bei einer der Massenverhaftungen festgenommen und in überfüllten sowie unhygienischen Gefängnissen inhaftiert zu werden. Die griechischen Behörden verletzten fortwährend die internationalen Standards zum Schutz von Flüchtlingen.

Besorgniserregend sei auch der Anstieg rassistischer Übergriffe im vergangen Jahr. Ziel solcher Übergriffe seien fast täglich Asylsuchende, Migranten, Läden und Moscheen gewesen.