Persischer GolfIran fängt angeblich US-Drohne ab

Die iranische Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben eine US-Drohne abgefangen. Der Iran hat damit auf die offenbar zunehmende Überwachung durch die USA reagiert. von afp, dpa und reuters

Der Iran hat nach eigenen Angaben eine US-Drohne erbeutet. Der Marine der Revolutionsgarden sei es gelungen, die Kontrolle über das unbemannte Flugzeug zu erlangen, als es in den iranischen Luftraum über dem Golf eingedrungen sei. Der Kommandeur der Marine der Pasdaran, Admiral Ali Fadawi, sagte, es handele sich um eine Drohne des Typs ScanEagle, die gewöhnlich von US-Kriegsschiffen aus eingesetzt werde.

Es gab keine Informationen darüber, wie die Drohne abgefangen wurde. Dem britischen Nachrichtensender BBC zufolge haben sich die USA bislang nicht dazu geäußert.

Anzeige

Die Drohne ScanEagle hat laut ihrem Hersteller Boeing eine Flügelspannweite von drei Metern und einen Einsatzradius von hundert Kilometern. Sie kann rund 20 Stunden in der Luft bleiben.

Am 1. November hatten iranische Flugzeuge auf eine US-Drohne vom Typ MQ1 nahe der Küste bei Buschehr gefeuert. Im Dezember 2011 war es den iranischen Streitkräften gelungen, eine größere US-Aufklärungsdrohne vom Typ RQ-170 Sentinel während eines Spionageeinsatzes über dem Osten des Irans abzufangen und zur Landung zu bringen.

Der iranische Botschafter in den USA, Mohammad Khazaee, hatte im November dem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon geschrieben und sich beschwert, die USA habe mehrfach mit "illegalen und provokativen Aktionen" den iranischen Luftraum verletzt. Allein im Oktober sollen die USA Khazaee zufolge sieben Mal in der Nähe der einzigen iranischen Atomkraftwerks Bushehr in den iranischen Luftraum eingedrungen sein.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. diese Verletzungen von Hoheitsgebieten souveräner Staaten
    sind anmaßend.

    22 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...wo derartige Machtspielchen von den Piloten und Besatzungen der abgefangenen oder abgeschossenen Flugzeuge ausgebadet wurden, die jahrelang in Kriegsgefangenenlagern ausharren mussten bis sie vielleicht mal gegen Spione etc. ausgetauscht werden konnten - sofern die eigene Regierung überhaupt zugab, Armeeangehörige zu vermissen...
    Heute wird nur noch für ein paar Millionen $ Technik in den Sand gesetzt.

  2. "Im Dezember 2011 war es den iranischen Streitkräften gelungen, eine größere US-Aufklärungsdrohne vom Typ RQ-170 Sentinel [...] zur Landung zu bringen.

    Um genau zu sein: Am 4. Dezember 2012, also auf den Tag genau vor einem Jahr.

    Durch die kostenlose Überführung von US-Kriegsgerät an den Feind macht sich Obama als Friedensnobelpreisträger alle Ehre.

    Allerdings bleiben auch das völlige Versagen der US-Rüstungsprodukte wie des Iron Dome, die zwei Abstürze der F-22 und zwei F-16 Abstürze in Saudi Arabien der Weltöffentlichkeit, Dank der Presse des Feindes niemandem mehr verborgen.

    Ich sehe hier einen Zusammenbruch des US-Militrkomplexes zu einem Ramschhandel für veraltetes Krieggerät.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Rend
    • 04. Dezember 2012 14:45 Uhr

    Äh kleine Anmerkung, Iron Dome hat nicht versagt, es hat letzten Monat bei der Gaza Aktion über 400 Raketen in Israel runtergeholt. Außerdem kein US-Rüstungsprodukt.

    Ihr Wissen über Militärtechnik ist ja atemberaubend ... Iron Dome ist eine israelische Produktion und extrem erfolgreich. Und auf einen Zusammenbruch des amerikanischen 'Militärkomplexes' können Sie noch lange warten - die Waffensysteme der USA sind in vielen Fällen noch immer die fortschrittlichsten weltweit.

    Bitte achten Sie auf eine sachliche Ausdrucksweise und verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/fk.

  3. ...selbst wenn die Meldung stimmt, schließlich schießt er selbst auf Drohnen außerhalb seines Hoheitsgebietes und schickt auch Drohnen nach Palästinensergebieten, von wo aus sie über israelischen Atomkraftwerken spionieren, dass hat in Israel auch niemand bestellt, beides war nachzulesen bei zeit online.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "UN resolution calls for Israeli nuclear transparency

    The UN passes a resolution, calling on the Israeli regime to quickly open its nuclear program to inspection and join the nuclear Non-Proliferation Treaty (NPT) “without further delay.”

    The 193-member UN General Assembly on Monday passed the resolution 174 to six with six abstentions, urging Tel Aviv to allow the International Atomic Energy Agency (IAEA) to have access to its nuclear facilities."

  4. "UN resolution calls for Israeli nuclear transparency

    The UN passes a resolution, calling on the Israeli regime to quickly open its nuclear program to inspection and join the nuclear Non-Proliferation Treaty (NPT) “without further delay.”

    The 193-member UN General Assembly on Monday passed the resolution 174 to six with six abstentions, urging Tel Aviv to allow the International Atomic Energy Agency (IAEA) to have access to its nuclear facilities."

    9 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
  5. 2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Apropos Israel"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • y5rx
    • 04. Dezember 2012 14:18 Uhr

    war da die Bundesrepublik Deutschland nicht auch noch dabei....

    • Megusta
    • 04. Dezember 2012 12:47 Uhr

    Mohammad Khazaee, ist Botschafter bei den vereinten Nationen nicht offiziell in den USA. Etwas missverständlich formuliert.

  6. ...Atomprogramm massiv ausgeweitet zu haben, und effektive Kontrollen nicht mehr möglich seien, so der glaubwürdige Bericht hier:

    http://www.zeit.de/politi...

    dann ist es eigentlich nur recht und billig, dass man dem Vertragspartner, der der Iran nun einmal ist, auf die Finger schaut, und wenn es die USA nicht tun, müssten es andere machen.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Erschreckend, was man hier alles lesen muss. Wenn Sie schon versuchen, einen völkerrechtlichen Vertrag als Rechtfertigung für das Verhalten der USA heranzuziehen, dann beschäftigen Sie sich bitte auch mit der Materie.

    Solange in besagtem Vertrag nicht vereinbart ist, dass bei einem Verstoß in den jeweiligen Luftraum eingedrungen werden darf, bleibt ein solches Verhalten absolut rechtswidrig.

    Die Theorie, dass man Vertragsverstöße mit Souveränitätsverletzungen oder gar mit Gewalt ahnden kann, hat sich schon im letzten Jahrhundert nicht durchgesetzt und gehört zurecht in die Mülltonne. Aus dieser Mülltonne werden auch Sie diese Ideologie nicht wieder hervorzaubern.

    Das Handeln der Vertragspartner ist auch hier auf die IM VERTRAG VEREINBARTEN MAßNAHMEN beschränkt. Selbiges gilt übrigens auch für die Verträge zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde: Selbst wenn ein Verstoß Palästinas vorliegen sollte (was eher nicht der Fall ist), könnte Israel nicht mit Gewalt oder gar Siedlungen Rache nehmen.

    Die Frage ist aber, ob der Iran mehr macht als seine durch den Atomwaffensperrvertrag zugesicherten Rechte.

    Und dafür ist bisher nicht ein einziger Beweis geliefert worden.

    Denn ob Sie es glaubeb oder nicht: Der Iran darf Uran anreichern! Denn er nutzt es für zivile Zwecke. Und genau das hat man ihm mit den Verträgen zugesichert.

    Es gibt kein Land der Welt, dass so genau kontrolliert wird wie der Iran. Und das scheint immernoch nicht zu reichen.

    Die USA & Konsorten verlangen vom Iran, die Inspekteure in jede militärische Anlage zu lassen. Und das, obwohl das kein Land der Welt machen würde. Und das, obwohl schon mehrere Male bekannt geworden ist, dass geheimes Material von Seiten der IAEA durchgesickert ist.

    Nein, der Iran nimmt hier seine zugesicherten Rechte in Anspruch, die jedem anderen souveränen Land der Erde auch zustehen.

  7. Ich finde es gut, dass der Iran die Drohnen fängt und nicht abschießt, das ist friedlicher.

    Die Verletzung des Luftraums zwecks Spionage ist ja bereits ein militärischer Angriff.
    Hier könnte Merkel doch mal ein paar Worte zum Thema Völkerrecht und Frieden verlieren.

    Und die USA dementieren umgehend, dass es etwas zu dementieren gibt:

    Das war ein ferngesteuertes Modeflugzeug, in das nur zum Spaß eine Kamera eingebaut war.
    Die Aufnahmen sollten ausschließend auf Youtube gezeigt werden.
    Den Soldaten wird halt langweilig auf ihren Flugzeugträgern, da braucht der Mensch ein Hobby.

    3 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte BBC | Atomkraftwerk | Drohne | Flugzeug | Golf | Information
Service