Iran : Ahmadinedschad entlässt einzige Frau im Kabinett

Eine kritische Erklärung kostet Irans Gesundheitsministerin das Amt. Marsieh Wahid-Dastdscherdi war die einzige Frau mit Regierungsverantwortung in der Geschichte der Republik.
Irans Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi (Archiv) © Atta Kenare/AFP/Getty Images

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die einzige Frau in seinem Kabinett entlassen . Grund für den Rausschmiss von Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi sei eine kritische Erklärung, die ihr Ministerium veröffentlicht hatte, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Sie habe bemängelt, dass die Zentralbank kein Geld für den Import von Medikamenten, jedoch für Tierfutter, Pferdesättel und Hundehalsbänder bereitstelle.

Die staatliche Nachrichtenagentur Isna und der offizielle Fernsehsender Press TV veröffentlichten einen Brief, in dem Ahmadinedschad ihre Entlassung und die Ernennung eines Übergangsministers mitteilte.

Wahid-Dastdscherdi war bislang die einzige Frau mit Regierungsverantwortung in der 34-jährigen Geschichte der islamischen Republik. Ahmadinedschad hatte ihre Arbeit vor Kurzem noch gelobt.

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Kommentare

48 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Antwort auf: 2. Wir wissen nichts!

DAS IST GENAU Die Intuition und der ZWECK des Artikels. Dort heißt es ua: Sie habe bemängelt - wohl öffentlich - dass die Zentralbank kein Geld für den Import von Medikamenten...
Dies zeigt eindeutig, dass sie NICHT des Medikamentanmangels besorgt gewesen sein kann. Eher ist sie der Sensationssucht verfallen gewesen. Wäre sie besorgt hätte sie den Amtsweg einschlagen müssen. sie hätte sich bei ihrem Chef beschweren können. Vielleicht hätte sie so Erfolge erzielen können. Das kann also nicht ihr Anliegen gewesen sein. Möglicherweise hat sie zuviel "Westfernseh" geschaut und Sensationssüchtig geworden, oder sie wollte sich mit ihrem öffentlichen Auftritt sich vorab einen Namen verschaffen, später für den Präsidentenamt kandidieren und sich zum Wähleridol hochzappeln. Bemühung um die Behebung der Mangel an Medikamenten für Schwer- und Schwerstkranke hat nicht auf ihrem Tisch gestanden. Ein sachlicher Grung für ihre Abschiednahme. Dieser Mullahjunge, der Herr Doktor Ahmadinedjad ist bei Gott ein sehr scharfsinniger Bub. Das muss einmal gesagt werden. Er hat rechtzeitig die Unruhestifterin - damit aber auch alle anderen - in schranken gewiesen. Wer sonst hätte diesen Geistesgegenwart gehabt und das richtige getan? Niemand außer dieser Mahmud.