IranAhmadinedschad entlässt einzige Frau im Kabinett

Eine kritische Erklärung kostet Irans Gesundheitsministerin das Amt. Marsieh Wahid-Dastdscherdi war die einzige Frau mit Regierungsverantwortung in der Geschichte der Republik. von dpa

Irans Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi (Archiv)

Irans Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi (Archiv)  |  © Atta Kenare/AFP/Getty Images

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die einzige Frau in seinem Kabinett entlassen . Grund für den Rausschmiss von Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi sei eine kritische Erklärung, die ihr Ministerium veröffentlicht hatte, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Sie habe bemängelt, dass die Zentralbank kein Geld für den Import von Medikamenten, jedoch für Tierfutter, Pferdesättel und Hundehalsbänder bereitstelle.

Die staatliche Nachrichtenagentur Isna und der offizielle Fernsehsender Press TV veröffentlichten einen Brief, in dem Ahmadinedschad ihre Entlassung und die Ernennung eines Übergangsministers mitteilte.

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Wahid-Dastdscherdi war bislang die einzige Frau mit Regierungsverantwortung in der 34-jährigen Geschichte der islamischen Republik. Ahmadinedschad hatte ihre Arbeit vor Kurzem noch gelobt.

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Leserkommentare
    • zd
    • 27. Dezember 2012 19:04 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und verfassen Sie differenzierte Kommentare, die zu einer Debatte konstruktiv beitragen können. Danke, die Redaktion/ds

  1. Jedenfalls aufgrund des Artikel definitiv nichts. Keiner von uns kennt Einzelheiten, keiner die Sprache. Und (fast) alle im Westen warten geradezu darauf, dass etwas derartiges passiert, auf das man sich sodann mit vereinten Kräften stützen kann.

    Wie gesagt: Wir wissen nichts, rein gar nichts.

    Und deshalb besser die Klappe halten...

    Eine Leserempfehlung
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    • zd
    • 27. Dezember 2012 19:17 Uhr

    Entfernt, da unsachlich. Danke, die Redaktion/ds

    dem Deutschen Volke ja genuin eigen sein, wenn man unsere Geschichte mit betrachtet: "Und deshalb besser die Klappe halten..."

    DAS IST GENAU Die Intuition und der ZWECK des Artikels. Dort heißt es ua: Sie habe bemängelt - wohl öffentlich - dass die Zentralbank kein Geld für den Import von Medikamenten...
    Dies zeigt eindeutig, dass sie NICHT des Medikamentanmangels besorgt gewesen sein kann. Eher ist sie der Sensationssucht verfallen gewesen. Wäre sie besorgt hätte sie den Amtsweg einschlagen müssen. sie hätte sich bei ihrem Chef beschweren können. Vielleicht hätte sie so Erfolge erzielen können. Das kann also nicht ihr Anliegen gewesen sein. Möglicherweise hat sie zuviel "Westfernseh" geschaut und Sensationssüchtig geworden, oder sie wollte sich mit ihrem öffentlichen Auftritt sich vorab einen Namen verschaffen, später für den Präsidentenamt kandidieren und sich zum Wähleridol hochzappeln. Bemühung um die Behebung der Mangel an Medikamenten für Schwer- und Schwerstkranke hat nicht auf ihrem Tisch gestanden. Ein sachlicher Grung für ihre Abschiednahme. Dieser Mullahjunge, der Herr Doktor Ahmadinedjad ist bei Gott ein sehr scharfsinniger Bub. Das muss einmal gesagt werden. Er hat rechtzeitig die Unruhestifterin - damit aber auch alle anderen - in schranken gewiesen. Wer sonst hätte diesen Geistesgegenwart gehabt und das richtige getan? Niemand außer dieser Mahmud.

    • zd
    • 27. Dezember 2012 19:17 Uhr
    3. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Danke, die Redaktion/ds

    Antwort auf "Wir wissen nichts!"
  2. Das Weib schweige in der Gemeinde!

  3. 2 von 4 meiner Vorkommentatoren und die Redaktion von ZeitOnline gehen anscheinend davon aus, Frau Wahid-Dastdscherdi wäre aufgrund ihrer Weiblichkeit aus dem Kabinett entlassen worden.

    Aus dem Artikel kann ich dies nicht entnehmen, noch sonst irgendeine Information. Kopieren ist häufig einfach als recherchieren.

    Ob in Ausländischen Medien zur Guttenbergaffäre auch zu lesen war: "Kabinett verliert einziges Mitglied mit adligem Namen"?

    Freundlichst

    3 Leserempfehlungen
    • docaffi
    • 27. Dezember 2012 21:09 Uhr

    Iran lässt grüßen. In einem Land, wo die Zeugenaussage einer Frau halb soviel zählt, wie die eines Mannes, kann man keine andere Entscheidung über die einzige Ministerin erwarten.

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    • Socke9
    • 27. Dezember 2012 22:57 Uhr

    Wieso sollte sie nicht gekündigt werden, wenn sie ihre Arbeit schlecht macht? Wieso sollte sie nicht durch jemand Männlichen ersetzt werden dürfen? Weil sie eine Frau ist?
    Sie wurde nicht aufgrund ihres Geschlechts gekündigt. Es ist ganz im Gegenteil ein großer Fortschritt, dass eine Frau das Amt ausüben darf. Die Frauen müssen aber eben mit Männern konkurrieren. Ganz normal.

    Entfernt. Bitte verfassen Sie klar strukturierte, differenzierte Beiträge zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/jp

    • Socke9
    • 27. Dezember 2012 22:57 Uhr

    Wieso sollte sie nicht gekündigt werden, wenn sie ihre Arbeit schlecht macht? Wieso sollte sie nicht durch jemand Männlichen ersetzt werden dürfen? Weil sie eine Frau ist?
    Sie wurde nicht aufgrund ihres Geschlechts gekündigt. Es ist ganz im Gegenteil ein großer Fortschritt, dass eine Frau das Amt ausüben darf. Die Frauen müssen aber eben mit Männern konkurrieren. Ganz normal.

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    Entfernt, da unsachlich. Danke, die Redaktion/jp

  4. wie hier in der Hälfte der Kommentare reflexartig jede für den Iran negative Meldung relativiert oder infrage gestellt wird. Wahrscheinlich würde selbst bei einem iranischen Genozid die übliche Meute hier nach Erklärungen suchen oder dem Boten Verleumdung unterstellen...

    Im Iran herrscht Frauenapartheid, vor kurzem wurde den Frauen ihre letzte Domäne, das Studium genommen, indem man so ziemlich alle wichtigen Studiengänge für Frauen verboten hat.

    Im Iran herrscht eine der schärfsten religiösen Diskriminierungen überhaupt: Wer als Moslem konvertiert, wird zum Tod verurteilt!

    Homosexualität gibt es im Iran praktisch nicht. Die Geschichten von Schwulen und Baukränen kennen wir alle...

    Im Iran gibt es mehr als 3 Millionen Heroinsüchtige, weil sich die für ein muslimisches Land verhältnismäßig liberale Jugend aus Hoffnungslosigkeit in eine Parallelwelt träumt. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich wesentlich höher.

    Im Iran ist "Mein Kampf" ein Dauerbstseller, das Land ist eine Hochburg für Antisemiten und Holocaustleugner:
    http://www.spiegel.de/pol...

    Was macht den Iran also so sympathisch für so viele Deutsche? Ist es die Gegnerschaft zu Israel und den USA?

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    • DavidAM
    • 28. Dezember 2012 0:17 Uhr

    Danke, einfach nur danke.
    Sie bringen auf den Punkt was mich bei nahezu jedem Bericht über den Iran, vorallem im Zusammenhang mit den USA und Israel maßlos nervt.
    Wenn über schlechte Taten des Iran berichtet wird gibt es in den ugen einiger Leute wohl keine unabhängigen Medien mehr, was alle Berichte angeht in denen schlecht über die USA oder Israel geschrieben wird sind die Medien dann plötzlich wieder ne zuverlässige Quelle.

    Zum Artikel: Es ist also okay das Sie für ihre Kritik am Regime entlassen wurde? Immerhin wars ja nicht weil Sie ne Frau ist ... Einige Leser und Kommentatoren sollten mal überlegen was sie hier denken und schreiben.

    in jedem Punkt.

    Zu Ihrer Frage: Ich glaube viele in Deutschland neigen dazu Unterdrückte oder vermeintlich Unterdrückte zu schützen. Das sehen wir im Kleinen bei Leuten wie Kachelmann und im Gigantischen beim Iran, der ja nunmal wirklich in vielfacher Weise ungerecht behandelt wird, aus Gründen die zumidnest diskutabel sind.

    Ich finde diesen Grund aber mehr als unausreichend, wenn man bedenkt, was im Iran mit Frauen getan wird, und was Frauen sich dort auch selber antun, wenn sie denn mal in Machtpositionen kommen.

    Der Iran ist, obwohl von ihnen häufig verteidigt, das Horrorszenario Linker Ideologen (zu denen ich gehöre). Ein mächtiges Patriachat, ohne Menschenrechte, Bürgerrechte, ohne Frauenrechte und mit deutlichen Agressionen gegebenüber allen Kritikern. Wer nicht für ihn ist, ist gegen Ihn.

    Das ist der Geschichte des Landes geschuldet und der überborderten Religiosität, die alles zerstampft, was sich nicht mit ihr deckt.

    Eigentlich müsste man jedem Iraner Asyl gewähren mit Bleiberecht, vielleicht sogar dem Recht auf Sesshaftigkeit. Schnell wäre dieser große Feind der Westmächte ohne Zukunft, denn die Jugend würde auswandern in die europäischen Demokratien. Warum tun wir das nicht? So viele Menschen sind es nicht.

    Verehrter gesperrter Golem,

    sie mögen warscheinlich Recht haben mit ihren Behauptungen zu der Lage im Iran und ich kann verstehen, wenn es sie stört, dass der Fokus der Kommentatoren auf ZeitOnline scheinbar nicht auf diesen Menschenrechtsverletzungen liegt.

    Gleichzeitig möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass unter diesem Artikel bisher maximal ein einzelner Kommentator die Absetzung Frau Wahid-Dastdscherdi zu relativieren versucht.

    Die anderen, so auch ich, versuchen darauf hinzuweisen, dass ZeitOnline den Fokus ebefalls nicht richtig setzt. Gerne sollen Menschenrechtsverletzungen angeprangert werden. Allerdings helfen dabei keine allgemeinen Aussagen sondern nur fallbezogene gute Berichterstattung. Bei diesem Fall kann ich nicht erkennen, dass Frau Wahid-Dastdscherdi abgesetzt wurde weil sie eine Frau ist.

    Ist es verkehrt, sich einen Journalismus zu wünschen, der nicht nur Headlines sondern Hintergründe sucht? Bevor ZeitOnline das nächste Mal eine Meldung kopiert, würde die Frage nach dem "Warum, Wieso, Weshalb?" einem gutem Journalismus den Weg bereiten.

    Freundlichst

    @Golem:

    Daß die iranischen Frauen vom politisch-religiösen System unterdrückt werden - wer wollte das bestreiten? Aber Frauenapartheid? Vor der islamischen Revolution waren 75% der Frauen Analphabetinnen - dieses Verhältnis hat sich heute komplett umgekehrt. Der Frauenanteil an den Universitäten liegt bei über 60%, in einigen Fächern sogar bei 2/3. Im Studienfach Medizin wurde deshalb schon vor einigen Jahren eine Männer-Frauen-Quote von 50:50 eingeführt. Zuletzt wurden jedoch an 36 von 120 Universitäten Studiengänge für die Frauen gesperrt, das ist richtig. Noch eine interessante Zahl: In der ersten weltweit durchgeführten Gallup-Studie zum Islam ("Who Speaks for Islam? What a Billion Muslims Really Think") sprachen sich 85% der befragten Iraner für die Gleichberechtigung von Mann und Frau aus.

    Zur Todesstrafe bei Apostasie eine Ergänzung: Soweit bekannt, ist eine solche seit 1990 im Iran nicht mehr vollstreckt worden.

    Zum Antisemitismus: Der ist Bestandteil von Ahmadinedschads Staatsideologie und das Ausmaß der Propaganda ist tatsächlich erschreckend. Andererseits: Die größte jüdische Gemeinde in der islamischen Welt findet sich - im Iran. Die iranische Verfassung stellt die jüdische Minderheit sogar ausdrücklich unter Schutz.

    Will damit nur sagen: Es gibt viele solcher Widersprüchlichkeiten, wenn man einmal genauer schaut. Das alles sagt natürlich nichts zugunsten des Regimes, aber vielleicht etwas über die Komplexität und Vielfalt eines islamischen Landes.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Mahmud Ahmadinedschad | Medien | Brief | Entlassung | Gesundheitsminister | Import
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