IranAhmadinedschad entlässt einzige Frau im Kabinett

Eine kritische Erklärung kostet Irans Gesundheitsministerin das Amt. Marsieh Wahid-Dastdscherdi war die einzige Frau mit Regierungsverantwortung in der Geschichte der Republik. von dpa

Irans Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi (Archiv)

Irans Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi (Archiv)  |  © Atta Kenare/AFP/Getty Images

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die einzige Frau in seinem Kabinett entlassen . Grund für den Rausschmiss von Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi sei eine kritische Erklärung, die ihr Ministerium veröffentlicht hatte, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Sie habe bemängelt, dass die Zentralbank kein Geld für den Import von Medikamenten, jedoch für Tierfutter, Pferdesättel und Hundehalsbänder bereitstelle.

Die staatliche Nachrichtenagentur Isna und der offizielle Fernsehsender Press TV veröffentlichten einen Brief, in dem Ahmadinedschad ihre Entlassung und die Ernennung eines Übergangsministers mitteilte.

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Wahid-Dastdscherdi war bislang die einzige Frau mit Regierungsverantwortung in der 34-jährigen Geschichte der islamischen Republik. Ahmadinedschad hatte ihre Arbeit vor Kurzem noch gelobt.

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Leserkommentare
  1. vertiefen Sie sich doch mal in diese entscheidungssammlung zu Iran http://www.asyl.net/index.php?id=70&no_cache=1&tx_ttnews[cat]=295
    und Sie bekommen einen eindruck davon, wie gut man im BMI mit verfolgung im Iran leben kann.

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    Antwort auf "Böse Taten "
  2. als ich gerade darüber nachdachte, das fast alle führenden Aktivistinnen der - eine - Million - Kampagne mittlerweile zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden sind, das Menschenrechtsanwältinnen durch scheinheilige politisch motivierte Urteile in Folterknästen weggeschlossen wurden, das in vielen iranischen Universitäten Geschlechtertrennung herrscht - wenn Frauen überhaupt zum Studium zugelassen werden, und das durch islamistisches Recht 9 jährige Mädchen (Kinder) im Iran zur Heirat frei gegeben werden - gewinnt man/frau eher den Eindruck im Jahre 2012/13 eine Reise ins finsterste Mittelalter angetreten zu haben.

    Bischen viel Teufelei auf einmal, findest Du nicht?

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    Antwort auf "Potential"
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    @knockout:

    Je nachdem wie man es sieht: Für manche ist schon der Islam an sich eine Ausgeburt des Bösen, und dann können die Ereignisse im Iran natürlich auch allesamt nichts anderes sein als irgendwas mit Mittelalter und finster.

    Ich für meinen Teil sehe eine wachsende Zahl selbstbewußter muslimischer Frauen, die ihre Zukunft und ihre Religion selbst gestalten möchten und die sich weder von ihren Staatsführern noch den Islamisten oder vom Westen bevormunden lassen wollen. Frauen dieses Schlages haben auch im arabischen Frühling Seite an Seite mit den Männern gekämpft, sie kämpfen im Iran seit 30 Jahren, und trotz Repression mischen sie sich weiterhin ein, demonstrieren, kritisieren, unterlaufen Verbote und Vorschriften, sie treiben einen islamischen Feminismus voran und interpretieren den Koran neu. Sie werden auch verprügelt und verhaftet - doch wer einmal den aufrechten Gang gelernt hat, der läßt sich nicht mehr einschüchtern! Die Frauen werden trotz der Einschränkungen weiterhin an die Universitäten drängen. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahren weiter geöffnet worden. Sie können sich mittlerweile als Polizistinnen oder Busfahrerinnen ausbilden lassen - vor 10 Jahren war das noch undenkbar, ebenso wie eine (wenn auch konservative) Frau in der Ministerriege, die öffentlich die Regierung kritisiert. Alles in allem also: Kein Grund zum Heulen und Zähneklappern und kein Grund für "Teufeleien"!

  3. DAS IST GENAU Die Intuition und der ZWECK des Artikels. Dort heißt es ua: Sie habe bemängelt - wohl öffentlich - dass die Zentralbank kein Geld für den Import von Medikamenten...
    Dies zeigt eindeutig, dass sie NICHT des Medikamentanmangels besorgt gewesen sein kann. Eher ist sie der Sensationssucht verfallen gewesen. Wäre sie besorgt hätte sie den Amtsweg einschlagen müssen. sie hätte sich bei ihrem Chef beschweren können. Vielleicht hätte sie so Erfolge erzielen können. Das kann also nicht ihr Anliegen gewesen sein. Möglicherweise hat sie zuviel "Westfernseh" geschaut und Sensationssüchtig geworden, oder sie wollte sich mit ihrem öffentlichen Auftritt sich vorab einen Namen verschaffen, später für den Präsidentenamt kandidieren und sich zum Wähleridol hochzappeln. Bemühung um die Behebung der Mangel an Medikamenten für Schwer- und Schwerstkranke hat nicht auf ihrem Tisch gestanden. Ein sachlicher Grung für ihre Abschiednahme. Dieser Mullahjunge, der Herr Doktor Ahmadinedjad ist bei Gott ein sehr scharfsinniger Bub. Das muss einmal gesagt werden. Er hat rechtzeitig die Unruhestifterin - damit aber auch alle anderen - in schranken gewiesen. Wer sonst hätte diesen Geistesgegenwart gehabt und das richtige getan? Niemand außer dieser Mahmud.

    Antwort auf "Wir wissen nichts!"
  4. keine Frage, daß sich die Lage der Frauen unter Ahmadineschad noch einmal verschlechtert...
    [...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke, die Redaktion/jp

    Antwort auf "Potential"
  5. 45. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie klar strukturierte, differenzierte Beiträge zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/jp

    • nobodye
    • 29. Dezember 2012 6:43 Uhr

    Der Grund der Entlassung war definitiv nicht ihr Geschlecht. Ahmadinedjad hat mit vielen Probleme, er hat allein während seiner 2. Amtzeit 9 Minister entlassen.

    Die Frau war nicht besonders toll, sin hat u.a. gesagt, Frauen seien bis zum 40. Lebensjahr geistig unreif.

    Als sie gefragt wurde, ob die Störsignale die die islamische Republik ausstrahlt, gesundheitschädlich wären, hat sie gesagt:

    Das iranische Volk hat für seine Ziele bereits viele Märtyrer dem Land geschenkt!

    Der Grund der Entlassung ist übrigens noch nicht bekannt. Das Parlament hat Ahmadinedjad gefragt, dies zu veröffentlichen.

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  6. @knockout:

    Je nachdem wie man es sieht: Für manche ist schon der Islam an sich eine Ausgeburt des Bösen, und dann können die Ereignisse im Iran natürlich auch allesamt nichts anderes sein als irgendwas mit Mittelalter und finster.

    Ich für meinen Teil sehe eine wachsende Zahl selbstbewußter muslimischer Frauen, die ihre Zukunft und ihre Religion selbst gestalten möchten und die sich weder von ihren Staatsführern noch den Islamisten oder vom Westen bevormunden lassen wollen. Frauen dieses Schlages haben auch im arabischen Frühling Seite an Seite mit den Männern gekämpft, sie kämpfen im Iran seit 30 Jahren, und trotz Repression mischen sie sich weiterhin ein, demonstrieren, kritisieren, unterlaufen Verbote und Vorschriften, sie treiben einen islamischen Feminismus voran und interpretieren den Koran neu. Sie werden auch verprügelt und verhaftet - doch wer einmal den aufrechten Gang gelernt hat, der läßt sich nicht mehr einschüchtern! Die Frauen werden trotz der Einschränkungen weiterhin an die Universitäten drängen. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahren weiter geöffnet worden. Sie können sich mittlerweile als Polizistinnen oder Busfahrerinnen ausbilden lassen - vor 10 Jahren war das noch undenkbar, ebenso wie eine (wenn auch konservative) Frau in der Ministerriege, die öffentlich die Regierung kritisiert. Alles in allem also: Kein Grund zum Heulen und Zähneklappern und kein Grund für "Teufeleien"!

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Lieber Harry,"
  7. Es ist sehr angenehm und wohltuend, auf jemanden zu stoßen, der reflektiert - und das kenntnisreich - anstatt Reflexe zu bedienen.

    Antwort auf "Iran und Islam"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Mahmud Ahmadinedschad | Medien | Brief | Entlassung | Gesundheitsminister | Import
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