IranAhmadinedschad entlässt einzige Frau im Kabinett

Eine kritische Erklärung kostet Irans Gesundheitsministerin das Amt. Marsieh Wahid-Dastdscherdi war die einzige Frau mit Regierungsverantwortung in der Geschichte der Republik. von dpa

Irans Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi (Archiv)

Irans Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi (Archiv)  |  © Atta Kenare/AFP/Getty Images

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die einzige Frau in seinem Kabinett entlassen . Grund für den Rausschmiss von Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi sei eine kritische Erklärung, die ihr Ministerium veröffentlicht hatte, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Sie habe bemängelt, dass die Zentralbank kein Geld für den Import von Medikamenten, jedoch für Tierfutter, Pferdesättel und Hundehalsbänder bereitstelle.

Die staatliche Nachrichtenagentur Isna und der offizielle Fernsehsender Press TV veröffentlichten einen Brief, in dem Ahmadinedschad ihre Entlassung und die Ernennung eines Übergangsministers mitteilte.

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Wahid-Dastdscherdi war bislang die einzige Frau mit Regierungsverantwortung in der 34-jährigen Geschichte der islamischen Republik. Ahmadinedschad hatte ihre Arbeit vor Kurzem noch gelobt.

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Leserkommentare
    • DavidAM
    • 28. Dezember 2012 0:17 Uhr
    9. Danke

    Danke, einfach nur danke.
    Sie bringen auf den Punkt was mich bei nahezu jedem Bericht über den Iran, vorallem im Zusammenhang mit den USA und Israel maßlos nervt.
    Wenn über schlechte Taten des Iran berichtet wird gibt es in den ugen einiger Leute wohl keine unabhängigen Medien mehr, was alle Berichte angeht in denen schlecht über die USA oder Israel geschrieben wird sind die Medien dann plötzlich wieder ne zuverlässige Quelle.

    Zum Artikel: Es ist also okay das Sie für ihre Kritik am Regime entlassen wurde? Immerhin wars ja nicht weil Sie ne Frau ist ... Einige Leser und Kommentatoren sollten mal überlegen was sie hier denken und schreiben.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Es ist unglaublich,"
  1. die einen Minister entließ, weil er eine Wahl in einem Bundesland verlor.

    Ist nicht das gleiche, aber ähnlich. Die Willkür von "Herrschern".

    Hier spielt natürlich noch eines mehr eine Rolle. Besonders die Tatsache, dass die Ministerin eine Frau ist, in einem Land, das seine Frauen unterdrückt und die Tatsache, dass die Entlassung aufgrund einer Kritik erfolgte.

    Deshalb ist es auch gerechtfertigt Herrn A dafür zu kritisieren.

    Der Iran ist wirklich ein Unrechtsstaat.

  2. Er wird schon einen Grund gehabt haben Sie zu entlassen. Ich weiß garnicht warum man sich jetzt aufregt, weil Sie eine Frau ist? Es geht um die Eignung für weitere Jahre dieses Amt zu führen. Vielleicht war Sie dem iranischen Präsidenten zu sehr zum Betonkopf geworden? Wie auch immer, Hauptsache der Job wird in guter Qualität weitergeführt. Eine Frauenquote um der Frauenquote wegen ist der falsche weg.

  3. Ohja, ganz schlimm, aber haben wir nicht eigentlich im Moment größere Probleme, als die scheidenden Mitglieder der Regierung eines Staates, der für uns im Moment eig. komplett unwichtig sein dürfte? Ich meine so etwas läuten gehört zu haben von Bankenkrise, einem immer noch nicht ganz sauberen Wahlgesetz und der Richtigstellung der Beziehung unserer eigenen Politiker mit ihrem Volk...?

    Ich glaube wir haben besseres zu tun, als uns darüber aufzuregen.

    2 Leserempfehlungen
  4. in jedem Punkt.

    Zu Ihrer Frage: Ich glaube viele in Deutschland neigen dazu Unterdrückte oder vermeintlich Unterdrückte zu schützen. Das sehen wir im Kleinen bei Leuten wie Kachelmann und im Gigantischen beim Iran, der ja nunmal wirklich in vielfacher Weise ungerecht behandelt wird, aus Gründen die zumidnest diskutabel sind.

    Ich finde diesen Grund aber mehr als unausreichend, wenn man bedenkt, was im Iran mit Frauen getan wird, und was Frauen sich dort auch selber antun, wenn sie denn mal in Machtpositionen kommen.

    Der Iran ist, obwohl von ihnen häufig verteidigt, das Horrorszenario Linker Ideologen (zu denen ich gehöre). Ein mächtiges Patriachat, ohne Menschenrechte, Bürgerrechte, ohne Frauenrechte und mit deutlichen Agressionen gegebenüber allen Kritikern. Wer nicht für ihn ist, ist gegen Ihn.

    Das ist der Geschichte des Landes geschuldet und der überborderten Religiosität, die alles zerstampft, was sich nicht mit ihr deckt.

    Eigentlich müsste man jedem Iraner Asyl gewähren mit Bleiberecht, vielleicht sogar dem Recht auf Sesshaftigkeit. Schnell wäre dieser große Feind der Westmächte ohne Zukunft, denn die Jugend würde auswandern in die europäischen Demokratien. Warum tun wir das nicht? So viele Menschen sind es nicht.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Es ist unglaublich,"
  5. 14. Scheint

    dem Deutschen Volke ja genuin eigen sein, wenn man unsere Geschichte mit betrachtet: "Und deshalb besser die Klappe halten..."

    Antwort auf "Wir wissen nichts!"
  6. 15. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Danke, die Redaktion/jp

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sexismus"
  7. Verehrter gesperrter Golem,

    sie mögen warscheinlich Recht haben mit ihren Behauptungen zu der Lage im Iran und ich kann verstehen, wenn es sie stört, dass der Fokus der Kommentatoren auf ZeitOnline scheinbar nicht auf diesen Menschenrechtsverletzungen liegt.

    Gleichzeitig möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass unter diesem Artikel bisher maximal ein einzelner Kommentator die Absetzung Frau Wahid-Dastdscherdi zu relativieren versucht.

    Die anderen, so auch ich, versuchen darauf hinzuweisen, dass ZeitOnline den Fokus ebefalls nicht richtig setzt. Gerne sollen Menschenrechtsverletzungen angeprangert werden. Allerdings helfen dabei keine allgemeinen Aussagen sondern nur fallbezogene gute Berichterstattung. Bei diesem Fall kann ich nicht erkennen, dass Frau Wahid-Dastdscherdi abgesetzt wurde weil sie eine Frau ist.

    Ist es verkehrt, sich einen Journalismus zu wünschen, der nicht nur Headlines sondern Hintergründe sucht? Bevor ZeitOnline das nächste Mal eine Meldung kopiert, würde die Frage nach dem "Warum, Wieso, Weshalb?" einem gutem Journalismus den Weg bereiten.

    Freundlichst

    Antwort auf "Es ist unglaublich,"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Mahmud Ahmadinedschad | Medien | Brief | Entlassung | Gesundheitsminister | Import
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