SanktionenAhmadinedschad sieht Iran im "Wirtschaftskrieg"

Irans Präsident hat die Sanktionen gegen sein Land kritisiert. Die Öleinnahmen des Landes haben sich halbiert, Devisen sind knapp. Nun traten neue EU-Maßnahmen in Kraft. von afp und dpa

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einem Auftritt im Jahr 2011

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einem Auftritt im Jahr 2011  |  © dpa

Der Iran befindet sich nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad in einem "gezielten Wirtschaftskrieg mit dem Feind". So zitierte ihn die Nachrichtenagentur AFP . Der vom Ausland erwartete "Zusammenbruch" des Landes sei aber ausgeblieben. Die Auswirkungen des Ölembargos der westlichen Staaten habe die Führung in Teheran "bislang im Griff", sagte Ahmadinedschad. Allerdings hätten die Sanktionen schwere Auswirkungen auf die Bevölkerung. Vor mehreren Wochen hatte es Proteste gegeben.

Am Samstag traten mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU neue Sanktionen gegen das Land in Kraft . Sie umfassen Exportverbote für den Schiffbau, bestimmte Metalle, Öltechnologie und Computersoftware für industrielle Prozesse. Die Einfuhr und Beförderung von iranischem Erdgas wird ebenfalls untersagt. Außerdem legt die EU-Verordnung Einzelheiten für die Kontrolle von Banküberweisungen fest. So sind europäischen Banken Transaktionen mit iranischen Instituten weitgehend verboten. Die EU-Staaten hatten die Maßnahmen bereits Mitte Oktober beschlossen.

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Das Land befindet sich seit Längerem in einer Wirtschaftskrise. Die Öleinnahmen seien zurückgegangen, darunter leide auch der Handel, der vom Öl abhänge, sagte Ahmadinedschad. Das Ölembargo war im Laufe des Jahres schrittweise in Kraft getreten, für die EU-Staaten gilt es seit Juli vollständig. In Folge wurden Irans Devisen knapp, die Landeswährung Rial geriet unter Druck. In der vergangenen Woche bezifferte das Wirtschaftsministerium den Rückgang der Öleinnahmen auf 50 Prozent. Gemäß Schätzungen der Internationalen Atomenergieagentur ( IAEA ) exportierte der Iran im November 1,3 Millionen Barrel Rohöl – gegenüber 2,2 Millionen im Vorjahresmonat.

Die Sanktionen richten sich gegen das iranische Atomprogramm , hinter dem westliche Staaten Bestrebungen zum Bau von Atomwaffen vermuten. Israel , das eine atomare Bewaffnung Teherans besonders fürchtet, drohte dem Iran mehrfach mit einem militärischen Angriff auf die Atomanlagen.

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Leserkommentare
  1. Es geht ja nicht darum, ob der Iran eine Demokratie nach unseren Maßstäben ist. Das ist er sicher nicht. Der Iran ist eine Mischung aus Demokratie und Theokratie. Aber das ist immer noch besser Als eine Erbdiktatur wie in den Golfstaaten. Zudem im Iran auch z. B. Frauen Autofahren, studieren und in jedem Beruf arbeiten dürfen. Tatsächlich hat der Iran sogar eine höhere Frauenquote bei Studienabgängern als alle westlichen Länder.

    Länder die sanktioniert gehören gibt es genug. Bezüglich Sanktionen im Iran ist das aber absolut unerheblich.

    Antwort auf "@ 16 - einmarschieren"
  2. ... das steht auf einem anderen Blatt.

    Interessant finde ich die Argumentation von diesem Holocaustleugner:
    * gezielten Wirtschaftskrieg mit dem Feind"
    Er selbst spricht also von dem Feind
    * Die Öleinnahmen seien zurückgegangen, darunter leide auch der Handel, der vom Öl abhänge, sagte Ahmadinedschad.
    Er verlangt aber anscheinend, dass dieser Feind mit ihm Handel zu treiben hat.

    Naja, wenns schee macht.

  3. Wenn man das Ziel hat den Iran, vor dem zu erfolgenden Angriff, wirtschaftlich und militaerisch zu schwaechen, dann machen die Sanktionen Sinn. Hat sich ja beim Irak auch ausgezahlt.

    Sie machen auch dann Sinn, wenn man die wirtschaftliche Entwicklung Irans so weit wie moeglich einschraenken will.

    Besonders sinnvoll sind die Sanktionen auch dann, wenn man am Iran ein Exempel statuieren will. Andere Nationen koennen dann live und in Farbe die Konsequenzen begutachten, die ihnen bluehen, wenn sie sich nicht dem Hegemonialanspruch der USA unterwerfen.

    Alles in allem sind die Sanktionen also sehr wertvoll. es haengt nur von der Perspektive ab, die man dabei einnimmt.

    • Maggs
    • 23. Dezember 2012 15:29 Uhr

    sie treffen die Bürger im Iran und vernichten Arbeitsplätze in Deutschland.

    Zu 99% wird keine A-Bombe gebaut, Khomeini hat damals einen Bann auf den Bau von Atomwaffen erlassen und der müsste erst von den jetzigen Mullahs offiziel aufgehoben werden.
    Wer aber noch nie in Iran war oder mit Iranern zu tun hatte wird diese auch nicht verstehen können.
    Das Denken und Handeln ist einfach zu verschieden als das welches wir kennen. Aus diesem Grund wird sich das gemeine Volk auch nicht gegen die Machthaber im Iran erheben.

    • yazzup
    • 23. Dezember 2012 16:52 Uhr

    Ich kritisiere die Art und Weise, wie wir die demokratischen Helden spielen und trotzdem dafür sorgen, dass nur ein einseitiges Bild der Situation im Iran bei uns ankommt. Es gibt bis jetzt keine überzeugenden Gründe für das Verbot vom iranischen Nachrichtensender Press TV in Europa und wir wollen den Iranern die Meinungsfreiheit unter anderen demokratischen Werten beibringen!!!
    Ich war noch nie im Iran, um die Lage da objektiv zu beurteilen, kenne aber dafür Iraner, die mir alles Andere erzählen als was wir in den Medien zu hören bekommen. Unsere wirtschaftlichen Druckmittel tragen neben den Politischen zu so einer Oppression innerhalb vom Iran bei und wir sind somit indirekt daran Schuld, weil wir einfach von den USA in unseren politischen Entscheidungen abhängig sind. Der Iran hat uns nie bedroht oder Böses angetan und wenn wir die innerlichen Issues (Demokratie und Menschenrechte )im Iran als Vorwand für solche Entscheidungen nutzen, dann gibt es viele Länder, die einen Vorrang haben.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • hakufu
    • 23. Dezember 2012 18:15 Uhr

    Leider oder zum Glück war ich im Iran vor und nach der Revolution.

    Deshalb meine subjektive Einstellung.

    Zu Zeiten des Shahs konnten die Frauen im Cafe sitzen, und ihre Schönheit zeigen, flirten, kokettieren.

    Später, nach der Revolution, in einem vor der Revolution "first class hotel" schüchterne Versuche, trotz Tschador schüchternen Blickkontakt aufzunehmen.

    Wenn man dann noch den Mief des Sozialismus kennt, den Glauben, dass man eine bessere, gerechte Welt verordnen kann, lässt man sich nicht mehr so leicht von Heilslehren blenden.

    Fragen Sie die Frauen in Tehran, was sie wollen, den Lehren des Islams folgen, oder doch lieber der Glaube an den Weihnachtsmann, der Parfüm und Designer Kleidung in den Bereich des möglichen bringt.

    Puristen mögen solche Gedanken überhaupt nicht, und bevorzugen Mao Kleidung.

    Zurück zum Thema, seit der Revolution in Tehran hat der fundamentalistische Islamismus an Bedeutung gewonnen, dessen Folgen dann in Syrien und in Saudi Arabien kritisiert werden.

    Also, zum Glück können wir uns entscheiden, ob wir den von Coca Cola erfundenen Weihnachtsmann bevorzugen, oder einen fundamentalistischen Glauben, für den das kleine A. aus dem Iran steht.

    Last but not least, das Schachspiel kommt aus Persien. Möge diese Kultur wieder an Boden gewinnen

    • hakufu
    • 23. Dezember 2012 18:15 Uhr

    Leider oder zum Glück war ich im Iran vor und nach der Revolution.

    Deshalb meine subjektive Einstellung.

    Zu Zeiten des Shahs konnten die Frauen im Cafe sitzen, und ihre Schönheit zeigen, flirten, kokettieren.

    Später, nach der Revolution, in einem vor der Revolution "first class hotel" schüchterne Versuche, trotz Tschador schüchternen Blickkontakt aufzunehmen.

    Wenn man dann noch den Mief des Sozialismus kennt, den Glauben, dass man eine bessere, gerechte Welt verordnen kann, lässt man sich nicht mehr so leicht von Heilslehren blenden.

    Fragen Sie die Frauen in Tehran, was sie wollen, den Lehren des Islams folgen, oder doch lieber der Glaube an den Weihnachtsmann, der Parfüm und Designer Kleidung in den Bereich des möglichen bringt.

    Puristen mögen solche Gedanken überhaupt nicht, und bevorzugen Mao Kleidung.

    Zurück zum Thema, seit der Revolution in Tehran hat der fundamentalistische Islamismus an Bedeutung gewonnen, dessen Folgen dann in Syrien und in Saudi Arabien kritisiert werden.

    Also, zum Glück können wir uns entscheiden, ob wir den von Coca Cola erfundenen Weihnachtsmann bevorzugen, oder einen fundamentalistischen Glauben, für den das kleine A. aus dem Iran steht.

    Last but not least, das Schachspiel kommt aus Persien. Möge diese Kultur wieder an Boden gewinnen

  4. Dem gibt es nichts hinzu zu fügen.

    Wir westlichen "Demokratien" erdreisten uns zu bestimmen was für ein Land die beste Regierungsform zu sein hat. Das ich nicht lache.

    Die großen Mächte dieser Welt bekommen es nicht hin den illegalen Atomwaffenbesitz und die aggressive Siedlungspolitik Israels einzuschränken oder zu beenden, oder will man es vielleicht auch nicht? Dagegen verhängt man gegen ein Land Sanktionen was sich bis jetzt an die Regeln zur friedlichen Nutzung der Atomenergie gehalten hat?

    Ein Schelm, der böses dabei denkt!!!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Iran | Mahmud Ahmadinedschad | Europäische Union | Bevölkerung | Wirtschaftsministerium | AFP
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