IsraelIsraels Außenminister Lieberman tritt zurück

Avigdor Lieberman hat seinen Rücktritt angekündet. Ihm droht eine Klage wegen Betrugs und Vertrauensbruchs. Dennoch könnte er bei den Wahlen im Januar wieder mitmischen. von dpa

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hat wegen der jüngsten Untreuevorwürfe gegen ihn seinen Rücktritt angekündigt. Obwohl er keine Straftat begangen habe, werde er auf die Ämter des Außenministers und des stellvertretenden Regierungschefs verzichten, erklärte der konservative Politiker. Er hoffe, dass die Vorwürfe schnell ausgeräumt würden.

Das Justizministerium hatte am Donnerstag erklärt, dass Lieberman wegen Untreue und Betruges angeklagt wird. Ein Verfahren wegen Korruption in einem zwölf Jahre alten Fall bleibt ihm aber erspart. Die Vorwürfe gegen ihn beziehen sich auf mutmaßliche Vetternwirtschaft bei der Begünstigung eines Diplomaten. Dieser soll Lieberman mit Polizei-Informationen in einem anderen Fall versorgt haben, von dem Politiker betroffen waren.

Anzeige

In der schriftlichen Ankündigung seines Rücktritts hieß es nach Angaben der Zeitung Jerusalem Post , Liebermans Rechtsanwälte hätten zu dem Rücktritt geraten. Dann könne der Politiker die Vorwürfe schnell vor Gericht bekämpfen und nach einem Freispruch in der kommenden Regierung wieder ein Amt übernehmen. Am 22. Januar wird ein neues Parlament gewählt.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat angekündigt, vorübergehend die Aufgaben des Außenministers zu übernehmen.

Netanjahus Likud-Partei und Liebermans Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) haben für die Wahl eine gemeinsame Kandidatenliste gebildet. Nach letzten Umfragen wird der Block die stärkste politische Kraft im Parlament, aber mit 35 bis 38 der 120 Sitze eine absolute Mehrheit deutlich verfehlen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. angesichts der Korruptionsfälle in der deutschen
    Politikerkaste, ala Wulff, Guttenberg, , Steinbrück, usw. und dem offenbar obligatorischen Eiertanz um den fälligen Rücktritt,

    kann Deutschland sich nur beschämt ein Beispiel an Israel nehmen.

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Zuvorderst sollten sich Italiens Politiker ein Beispiel an Israel nehmen. Da unten - im Sumpf Europas - tritt nie jemand zurück, bevor er nicht in dritter Instanz endgültig verurteilt wurde.

  2. http://de.wikipedia.org/w...
    Diesen Herrn muss man nun wahrlich nicht mit Samthandschuhen anfassen, wenn ihn israelische Medien als rechtsradikal, rassistisch und faschistisch bezeichnen.

    11 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • antlew
    • 14. Dezember 2012 18:22 Uhr

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au

    • antlew
    • 15. Dezember 2012 10:57 Uhr

    vielmehr sei er "rechtsradikal, rassistisch und faschistisch" dies mit einer Sammlung von Zitaten aus Wiki zu illustriert wird,
    dann ist der hinweis auf das jahrzehntelange Aushängeschild der deutschen Konservativen, nämlich FJ Strauß, dessen Konservativismus kaum jemand infragestellt,
    ein überaus sachlicher Gegenbeleg gegen diese Diffamierung des israelischen Kabinetts.
    Die betreffenden Zitate des FJ Strauß, aus denen man "rechtsradikal, rassistisch und faschistisch" ableiten könnte, lassen Lieberman eher moderat erscheinen.

    Daher ist die Attestierung jener symptomatischen Doppelmoral, wenn es um Israel geht, gerechtfertigt.

  3. dass selbst wenn Liebermann von der Bildfläche verschwindet, der nächste wohl nicht besser sein wird.

    10 Leserempfehlungen
    • antlew
    • 15. Dezember 2012 18:49 Uhr

    angesichts des Inhaltes und der Masse Ihrer Beiträge, bleibt nur der Rat, den Gevatter Broder einst so scharfblickend mit etwas anderen Worten formulierte:
    am meisten wäre Palästinensern und Israelis geholfen, wenn Sie und Ihre vereinskollegen sich ein anderes Hobby suchen würden!

    8 Leserempfehlungen
    • antlew
    • 14. Dezember 2012 18:22 Uhr
    7. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Konservativ?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Wir bitten Sie, zur Diskussion des konkreten Artikelinhalts zurückzukehren. Danke, die Redaktion/jp

    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/au

    • antlew
    • 15. Dezember 2012 10:57 Uhr

    vielmehr sei er "rechtsradikal, rassistisch und faschistisch" dies mit einer Sammlung von Zitaten aus Wiki zu illustriert wird,
    dann ist der hinweis auf das jahrzehntelange Aushängeschild der deutschen Konservativen, nämlich FJ Strauß, dessen Konservativismus kaum jemand infragestellt,
    ein überaus sachlicher Gegenbeleg gegen diese Diffamierung des israelischen Kabinetts.
    Die betreffenden Zitate des FJ Strauß, aus denen man "rechtsradikal, rassistisch und faschistisch" ableiten könnte, lassen Lieberman eher moderat erscheinen.

    Daher ist die Attestierung jener symptomatischen Doppelmoral, wenn es um Israel geht, gerechtfertigt.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Konservativ?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Meines Wissens ging Strauß nicht bewaffnet auf Jagd nach 'Ratten und Schmeißfliegen', der jagte eher Hirsche. Strauß forderte auch nicht mehrfach die Hinrichtung einer verhassten Volksgruppe und seiner politischer Gegner, u.a. mit Atombomben. Meines Wissens war Strauß auch nie Mitglied einer Partei wie der NPD. Es ist trotzdem unstrittig, daß Strauß Rassist und Rechtsganzweitaußen war, z.B. stammt 'Das Boot ist voll' aus dem Straußwahlkampf '80, auch die Berufung von Taubert läßt nicht auf Distanz zur Propaganda des 3. Reichs schließen. Strauß war verantwortlich für eine Einschränkung der Pressefreiheit erster Ordnung, was ihn aber in seiner politischen Laufbahn ein wenig bremste, die Spiegel-Affäre. Ob man derlei Beispiele noch unter 'konservativ' fassen möchte, hängt davon ab, mit welchem Verständnis von Demokratie und Rechtsstaat man ausgestattet ist.

    Trotzdem ist Strauß seit '88 tot, der Mann ist Geschichte! Es bleibt mir auch weiterhin unklar, welchen Themenbezug Ihr Kommentar zum gestrigen Rücktritt Liebermans haben könnte. In Israel sind Einschränkungen der Pressefreiheit wahrlich kein Grund zu Rücktritten, dort wandern Journalisten wie Anat Kam ins Gefängnis und Uri Blau nur knapp daran vorbei, Zensur ist Normalität, trotz erfreulich vielfältiger Medienlandschaft. Lieberman ist mutmaßlich kriminell, er ist Bellizist und Rassist und in Ihrem Demokratie- und Rechtsstaats-Verständnis 'konservativ'.

    Ich finde es recht amüsant, dass hier die beiden demokratischen Lichtgestalten Strauß (Gott hab ihn selig) und Liebermann gegeneinander in Stellung gebracht werden. Ein wirklich weiterführender Beitrag zur Diskussion um Lieberman und seine Äußerungen zu Palästinensern Siedlungsbau und Zukunft des Nahen Ostens! Nicht dass ich den halbkriminellen Riesenstaatsmann Strauß in irgendeiner Weise verteidigen möchte, auch nicht die Wähler, die ihn nach seinem Rückzug nach Bayern mit großer Mehrheit zum Ministerpräsidenten wählten. Aber gleiche moralische Maßstäbe gelten natürlich auch für die Wähler bei den anstehenden Parlamentswahlen in Israel. Das ist die Kehrseite der Demokratie: die Verantwortung der Wähler für die von ihnen Gewählten. Wir haben in Deutschland da ja Erfahrungen, die weit über Strauß hinausgehen.

    "Die betreffenden Zitate des FJ Strauß, aus denen man "rechtsradikal, rassistisch und faschistisch" ableiten könnte, lassen Lieberman eher moderat erscheinen."
    ---------------
    Da bin ich aber mal gespannt auf Zitate, die die "Araberjagd mit Fahrradketten und Stacheldraht moderat erscheinen lassen.

    • C.Herub
    • 15. Dezember 2012 16:01 Uhr

    Nö, eindeutig! Aber schade, dass Sie das zweite Zitat "überlesen" haben, was 50AE wohl mit "ausweichen" meinte, DvW.
    Sehen Sie es endlich ein: Sie arbeiten sich an einem Thema ab, was Sie sicher interessiert,Sie aber am Sachverhalt nichts ändern werden! Kümmern Sie sich doch um hungernde Kinder oder so... Die brauchen wirklich Hilfe. Israel sollten Sie einfach das machen lassen, was es macht: Sein winziges blühendes Land gegen innere und äußere Feinde zu verteidigen! Ist das zu viel verlangt? Ich meine, nein...

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "...;-)..."
    • antlew
    • 15. Dezember 2012 18:43 Uhr

    Ihren Bildungsmangel.
    Zu Straußens "Ratten und Schmeißfliegen"-Demagogie, den diversen Aufforderungen zur Gewalt gegen Linke, der Verharlosung von Neo-Nazis usw. informieren Sie sich bitte bei den einschlägigen Zitatesammlungen, zb:
    http://www.gavagai.de/zit...

    Auch verlaube ich gerne -
    "Trotzdem ist Strauß seit '88 tot, der Mann ist Geschichte! Es bleibt mir auch weiterhin unklar, welchen Themenbezug Ihr Kommentar zum gestrigen Rücktritt Liebermans haben könnte."

    - Ihr Unvermögen, einer Diskussion sachlich zu folgen und die Sinnfälligkeit von Rede und Gegenrede zu begreifen.
    Hier wurde behauptet, Lieberman sei kein Konservativer, sondern Faschist und Rechtradikaler.
    Das ist, angesichts des jahrzehntelangen Gallionsfigur der deutschen Konservativen, nämlich FJ Strauß und seiner Zitate und Taten, siehe Starfighter-Affäre - über 160 umgekommene Piloten(!), ein unreflektierter Unsinn, der eben von der symptomatischen Doppelmoral zeugt, derer auch Sie sich so eifrig befleißigen.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Mit Verlaub"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Avigdor Lieberman | Benjamin Netanjahu | Justizministerium | Betrug | Diplomat | Gericht
Service