Besetzte GebieteIsrael baut noch mehr Wohnungen und richtet Universität ein

Seit der Aufwertung der Palästinenser durch die UN treibt Israel sein Siedlungsprogramm noch stärker voran als bisher: Der Bau weiterer 1.200 Wohnungen ist genehmigt. von afp und dpa

Ungeachtet internationaler Kritik setzt Israel seine Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten fort . Das Innenministerium hat den Bau von 1.200 Wohnungen in der jüdischen Siedlung Gilo im annektierten Ostteil von Jerusalem genehmigt, berichtete die Nichtregierungsorganisation Peace Now.

Wenige Stunden zuvor hatte Verteidigungsminister Ehud Barak Pläne gebilligt, im besetzten Westjordanland eine erste Universität einzurichten. Die Akademie in der Siedlung Ariel werde als eigenständige Hochschule aufgewertet, teilte das Ministerium mit. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßte die Entscheidung, "nach Jahrzehnten eine weitere Universität in Israel " zu gründen. Ariel ist eine der größten jüdischen Siedlungen im Westjordanland. Ihre Akademie wurde bislang als Ableger der Bar-Ilan-Universität im Bezirk Tel Aviv geführt. Für die Aufwertung hatten sich vor allem jüdische Siedler eingesetzt. Die Einrichtung der Universität wird als weiteres Signal dafür gewertet, dass sich die Siedler in dem besetzten Gebiet auf Dauer einrichten können.

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Bereits in der vergangenen Woche hatten die Behörden den Bau von Tausenden Wohnungen in Siedlungen von Ost-Jerusalem sowie im Westjordanland genehmigt oder ausgeschrieben. Israel reagierte damit auf die Anerkennung Palästinas als Beobachterstaat durch die Vereinten Nationen .

Mehr als 340.000 jüdische Siedler leben im Westjordanland und mehr als 200.000 in Ost-Jerusalem. Israel betrachtet Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt, während die Palästinenser den Osten der Stadt zur Hauptstadt eines eigenen Staates machen wollen. Die Staatengemeinschaft erkennt die Annexion Ost-Jerusalems nicht an und betrachtet die jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten als illegal. Am vergangenen Mittwoch hatten alle Mitglieder des UN-Sicherheitsrats mit Ausnahme der USA von Israel einen Verzicht auf den Bau weiterer Siedlungen in den palästinensischen Gebieten verlangt.

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Leserkommentare
  1. Islamische Laender werden als unfrei betitelt und auf dieser Plattform erlebt man die tatsaechliche Meinungsfreiheit in eurer Pseudodemokratie. In eurem Europa ist Meinungfreieheit nur vorhanden, solange keiner diese Meinung mitbekommt, sobald aber einer seine Meinung oeffentlich Kund gibt, wird diese unter scheinheiligen Argumenten zensiert. Und zwar weil dieses Medien selbst unfrei ist und Angst vor juristischen Konsequenzen haben muss. Worin genau findet man denn die Freiheit in eurer Demokratie?

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    "Worin genau findet man denn die Freiheit in eurer Demokratie?"
    ---------------
    Wer ist denn "eure" und wer sind Sie?

    • Apex
    • 25. Dezember 2012 13:53 Uhr

    Wenn hier mal wieder Gebietsansprüche aus altertümlicher Zeit geltend gemacht werden, möchte ich auch dezent auf den Anspruch des spanischen Königs Juan Carlos I. hinweisen, welcher ja auch König von Jerusalem ist.

    Deus lo vult!

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    dass Ägypten anspruch auf militärbasen aus pharaonischer zeit erhebt....
    das dürfte lustig werden.
    lieber wäre mir allerdings, es verbreitete sich die einsicht, dass wir nur die eine erde haben und die nun mal miteinander teilen müssen. wobei die betonung auf miteinander liegt.

    der spanische König kurz vor der Eroberung Israels bzw. Jeruslames steht. Ansprüche mögen zwar existieren, aber bereits im 18. Jahrhundert hat man sich langsam von der Vorstellung abgewandt, dass ein noch so dürftige Grund eine Eroberung legitimiert.

    Diesen Krisenherd haben die Westmaechte selbst verursacht, weil nach dem Zweiten Weltkrieg keiner die Juden unmittelbar in Europa haben wollte.

    Kein Land der Welt kann sich derartige Menschenrechtsverletyungen wie Israel erlauben und groesstenteils daher weil die U.S.A hinter Isreael steht und die U.S.A wirtschaftlich so wichtig ist. Tja und die U.S.A sind nicht daran interessiert, dass in dieser Spaehre Frieden herrscht, denn dann haetten sie kaum noch Gruende islamische Laender zu schickanierne, auszubeuten und zu besetzen. Nach der Jahrtausendwende haben die Amerikaner islamische Laender ueberfallen und ausgebeutet und die Weltgemeinschaft hat mitgemacht.Und dann schwetzen irgendwelche deutsche Politiker von Friedenspolitik.

  2. dass Ägypten anspruch auf militärbasen aus pharaonischer zeit erhebt....
    das dürfte lustig werden.
    lieber wäre mir allerdings, es verbreitete sich die einsicht, dass wir nur die eine erde haben und die nun mal miteinander teilen müssen. wobei die betonung auf miteinander liegt.

    Antwort auf "Auch andere Ansprüche"
  3. der spanische König kurz vor der Eroberung Israels bzw. Jeruslames steht. Ansprüche mögen zwar existieren, aber bereits im 18. Jahrhundert hat man sich langsam von der Vorstellung abgewandt, dass ein noch so dürftige Grund eine Eroberung legitimiert.

    Antwort auf "Auch andere Ansprüche"
  4. Diesen Krisenherd haben die Westmaechte selbst verursacht, weil nach dem Zweiten Weltkrieg keiner die Juden unmittelbar in Europa haben wollte.

    Kein Land der Welt kann sich derartige Menschenrechtsverletyungen wie Israel erlauben und groesstenteils daher weil die U.S.A hinter Isreael steht und die U.S.A wirtschaftlich so wichtig ist. Tja und die U.S.A sind nicht daran interessiert, dass in dieser Spaehre Frieden herrscht, denn dann haetten sie kaum noch Gruende islamische Laender zu schickanierne, auszubeuten und zu besetzen. Nach der Jahrtausendwende haben die Amerikaner islamische Laender ueberfallen und ausgebeutet und die Weltgemeinschaft hat mitgemacht.Und dann schwetzen irgendwelche deutsche Politiker von Friedenspolitik.

    Antwort auf "Auch andere Ansprüche"
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    • zfat90
    • 25. Dezember 2012 19:22 Uhr

    ich wüsste nicht, welche Menschenrechte Israel verletzen sollte. Aber ein kleiner Beispiel was eine Menschenrechtsverletzung ist:

    http://www.blick.ch/news/...

  5. 46. [...]

    Bitte verzichten Sie auf unnötige Provokationen und überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/fk.

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    Entfernt, kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/fk.

  6. "Worin genau findet man denn die Freiheit in eurer Demokratie?"
    ---------------
    Wer ist denn "eure" und wer sind Sie?

    Antwort auf "Meinungsfreiheit"
  7. Für Israel kommt es bei einem Friedensvertrag in erster Linie darauf an, dass dieser verlässlich ist und nicht zur Vorbereitung weiterer Angriffe missbraucht wird.
    Es gibt berechtigte Zweifel, da sie in der Vergangenheit damit schlechte Erfahrungen gemacht haben.
    Wie soll man sich auf einen Frieden mit Menschen verlassen, die bereits ihre Kleinkinder zum Hass erziehen, Schulkinder zum Steinewerfen auf die Straße schicken, Jugendliche mit Schusswaffen ausstatten, den Müttern zum Tod ihrer Kinder gratulieren und diese dann in einer wild schreienden und schießenden Menge zu Grabe tragen?

    Wer die Antwort weiß, soll Israel für den Siedlungsbau verdammen.
    Viele Israelis haben jede Hoffnung verloren und schaffen jetzt einseitig Fakten.
    Da sie keine andere Möglichkeit sehen, ist die Frage, ob das Recht oder Unrecht ist, für sie nicht mehr erheblich.
    Für die Palästinenser ist das eine Tragödie.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Israel | Universität | UN | Benjamin Netanjahu | Ehud Barak | Hochschule
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