Naher OstenIsrael genehmigt Bau weiterer Wohnungen in Ost-Jerusalem

In Ost-Jerusalem sollen 1.500 neue Wohnungen entstehen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will den UN-Sicherheitsrat einschalten, um das Projekt zu stoppen. von afp, dpa und reuters

Ein israelischer Planungsausschuss hat den Bau weiterer 1.500 Wohnungen im Stadtteil Ramat Schlomo in Ost-Jerusalem genehmigt. Bis zum Baubeginn müssen noch weitere Genehmigungen erteilt werden. Das Komitee des Innenministeriums für die Region Jerusalem habe die ursprünglich vorgesehene Zahl von 1.600 Wohnungen auf 1.500 verringert, sagte eine Sprecherin. Bis zum Baubeginn würden aber noch Jahre vergehen, hieß es.

Das Vorhaben hatte im März 2010 während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden in Jerusalem eine heftige diplomatische Krise zwischen den Regierungen Israels und der USA ausgelöst. Im August 2011 wurde es vorerst verschoben.

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Die Palästinenser verurteilten die Baugenehmigung als gefährlich und alarmierend. Ein Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte die Einschaltung des UN-Sicherheitsrates an, um das Projekt zu stoppen. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erakat forderte die USA auf, im Sicherheitsrat für die palästinensischen Resolutionen gegen die israelische Siedlungspolitik zu stimmen.

In der Vergangenheit hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Palästinenserführung vor einem Einschalten der UN gewarnt. Damit würden die Palästinenser mit Israel getroffene Übereinkünfte wie den 1993 in Oslo beschlossenen Friedensprozess "verletzen". Die Gespräche stehen seit September 2010 still. Für die Palästinenser ist ein Stopp des Siedlungsbaus Vorbedingung für weitere Verhandlungen.

Israel hatte auf die kürzliche Anerkennung Palästinas durch die Vereinten Nationen als Beobachterstaat mit der Ankündigung reagiert, 3.000 weitere Wohneinheiten im Westjordanland zu bauen . Darunter waren auch Häuser im Gebiet E1 zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim im Westjordanland . Ihr Bau würde die Bildung eines zusammenhängenden Palästinenserstaates im Westjordanland äußerst erschweren.

Mehr als 340.000 Israelis wohnen in Siedlungen im besetzten Westjordanland und mehr als 200.000 im mehrheitlich von Arabern bewohnten Ostteil Jerusalems. Diesen hatte Israel während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 besetzt und später annektiert. Israel betrachtet Jerusalem heute als seine "unteilbare" Hauptstadt, während die Palästinenser den Osten der Stadt zur Hauptstadt eines eigenen Staats machen wollen. Die UN erkennen die Annexion Ost-Jerusalems nicht an und betrachtet die jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten als illegal.

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Leserkommentare
    • vonDü
    • 18. Dezember 2012 14:10 Uhr

    Wenn Sie ihren eigenen Texte in Richtung typisch deutsch und den Zusammenhang mit Vorurteilen nicht verstehen (wollen); auch gut. Ist nicht Thema hier.

    Vor-Urteil, in Bezug auf Ostjerusalem, werfen Sie in den Raum und fordern mich zum Rätselraten auf, was das bedeuten könnte.

    Zum Beispiel, dass das Kleben an der Scholle, besonders in Ostjerusalem, auch etwas mit drittheiligsten Heiligtum des Islam zu tun hat.

    Oder das der Vorschlag sehr inhuman ist, weil zwangsweise Umsiedlungen nie ohne Opfer und häufig katastrophal verlaufen. Die arabischen Kulturen sind für ihre Gastfreundschaft bekannt, aber nicht dafür Fremde als gleichberechtigte Bürger aufzunehmen.

    Es gäbe noch mehr Gründe gegen ihren Vorschlag, aber die eigenen Vorschläge über das Nachdenken zu beherzigen, kann ja nicht schaden.

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    Hier wird mit der Religion, oder anders gesagt, mit der Metaphysik argumentiert? Da muus ich doch wieder auch unseren Freund T. verweisen. Er meinte doch zurecht:
    Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.

  1. Hier wird mit der Religion, oder anders gesagt, mit der Metaphysik argumentiert? Da muus ich doch wieder auch unseren Freund T. verweisen. Er meinte doch zurecht:
    Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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    "The neighborhood is named in memory of Rabbi Shlomo Zalman Auerbach, one of the most important halakhic authorities of the twentieth century who lived most of his life in the Sha'arei Hesed area of the city and passed away in 1995."
    http://www.jerusalem.muni...

    • vonDü
    • 18. Dezember 2012 15:37 Uhr

    des Tucholsky Zitates.

    Falls es Ihnen entgangen sein sollte, die Metaphysik spielt in dieser Gegend der Welt, besonders in Jerusalem, eine andere Rolle, als in Ihrem Kosmos.

    "Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger."

    "Stupid is as stupid does", wie Forrest Gump zu sagen pflegte.

  2. "The neighborhood is named in memory of Rabbi Shlomo Zalman Auerbach, one of the most important halakhic authorities of the twentieth century who lived most of his life in the Sha'arei Hesed area of the city and passed away in 1995."
    http://www.jerusalem.muni...

    Antwort auf "Lese ich richtig?"
    • vonDü
    • 18. Dezember 2012 15:37 Uhr

    des Tucholsky Zitates.

    Falls es Ihnen entgangen sein sollte, die Metaphysik spielt in dieser Gegend der Welt, besonders in Jerusalem, eine andere Rolle, als in Ihrem Kosmos.

    "Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger."

    "Stupid is as stupid does", wie Forrest Gump zu sagen pflegte.

    Antwort auf "Lese ich richtig?"
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    • 50AE
    • 18. Dezember 2012 15:48 Uhr

    besonders in Jerusalem, eine andere Rolle, [...]"

    Exakt so ist es! Insbesondere wenn Sie das "drittheiligste Heiligtum des Islam" als "Grund" dafür heranziehen, die Araber hätten irgend einen Anspruch auf Jerusalem! LOL

    Die Metaphysik spielt nie eine Rolle, sie ist.
    Aber mit einem Forrest Gump als Vorbild sei Ihnen dessen Narrenfreiheit gegönnt.

  3. Dem ist nichts hinzuzufügen!

    Außer vielleicht: selbst wenn es eines Tages ein Palästina ohne fanatisierte Moslems geben sollte, dann wären die Israelis eben Migranten. Die Palästinenser fördern doch mit Sicherheit die Vielfalt.

    Antwort auf "[...]"
    • 50AE
    • 18. Dezember 2012 15:48 Uhr

    besonders in Jerusalem, eine andere Rolle, [...]"

    Exakt so ist es! Insbesondere wenn Sie das "drittheiligste Heiligtum des Islam" als "Grund" dafür heranziehen, die Araber hätten irgend einen Anspruch auf Jerusalem! LOL

  4. Die Metaphysik spielt nie eine Rolle, sie ist.
    Aber mit einem Forrest Gump als Vorbild sei Ihnen dessen Narrenfreiheit gegönnt.

    • vonDü
    • 18. Dezember 2012 16:44 Uhr
    72. @70 71

    Es gibt eine normative Kraft des Faktischen, aber nicht des Phraseologischen, was glaube ich von Wehner stammt. Passt gut.

    War von Argumenten, für oder gegen jemand die Rede?

    Ob der Anspruch der Israelis auf Klagemauer und mehr gerechtfertigt ist, oder nicht, oder ob die Ansprüche der Palästinenser in Ihren Augen lächerlich sind, ist völlig unerheblich, weil sie da sind, und daher konkret mit Ihnen umgegangen werden muss.

    Beide Seiten verlangen Jerusalem als Hauptstadt und beide Seiten betrachten die Stadt als heilige Stätte und leiten daraus Ansprüche ab. Und ganz offensichtlich wollen die Palästinenser bleiben wo sie sind.

    Es ist aufschlussreich, dass Sie sich in der Jerusalemfrage und dem Heimatrecht für Palästinenser, für schlauer, als der Rest der Welt halten.
    Und offenbar auch nicht wissen, dass es Vereinbarungen über eine Zweistaatenlösung gibt, denen auch Israel zugestimmt hat.

    In dieser Lage kommen Sie mit einem Vorschlag aus der Mottenkiste der Diktaturen, der alle Realitäten der Region und der Weltpolitik ignoriert und halten dass auch noch für besonders schlau? Welches Verständnis von Demokratie und Menschenrechten, darf man hinter Vorschlägen für Zwangsumsiedlungen vermuten?

    Wer Gump nur zitiert und wer sich die Narrenfreiheit nimmt, ist daher für mich geklärt.

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    man könne seiner Sache, seinem Anliegen mit Vermutungen, Unterstellungen und falsche Behauptungen dienen? Da der Anfang doch ganz überzeugend wirkte, wundere ich mich über dieses Abrutschen in die Polemik.

    Im Übrigen: Die hier angesprochene Zweistaatenlösung ist bisher reine Theorie. Dass Sie da nicht besser informiert sind, wundert mich dann doch - und erneut - s.o.

    • 50AE
    • 18. Dezember 2012 18:03 Uhr

    wollen die Palästinenser bleiben wo sie sind."

    Wenn sie " Jerusalem, complete and united, is the capital of Israel." * anerkennen, sehe ich kein Problem, dass Araber dort bleiben.

    * Sefer Ha-Chukkim No. 980 of the 23rd Av, 5740, page 186, here the 1st clause

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Israel | Mahmud Abbas | UN-Sicherheitsrat | Benjamin Netanjahu | Bildung | Hauptstadt
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