Italien : Bersani führt Mitte-Links-Bündnis in Italiens Parlamentswahl

Das Mitte-Links-Bündnis in Italien geht mit Pierluigi Bersani als Spitzenkandidat in die Parlamentswahl 2013. Dem Bündnis werden gute Chancen gegeben.
Pierluigi Bersani, der Spitzenkandidat des Mitte-Links-Bündnisses für die Parlamentswahl in Italien © ANDREAS SOLARO/AFP/Getty Images

In Italien ist der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Pierluigi Bersani, zum Spitzenkandidaten des Mitte-Links-Bündnisses für die Parlamentswahl im Frühjahr 2013 gewählt worden. Der 61-Jährige setzte sich am Sonntag in einer Stichwahl gegen den Bürgermeister von Florenz , Matteo Renzi, durch. Ersten Erhebungen zufolge erhielt Bersani 61,5 Prozent der Stimmen, Bersani 38,5 Prozent. Das Mitte-Links-Bündnis ist in den Umfragen für die Parlamentswahl aktuell stärkste Kraft.

Bersani könnte damit Nachfolger des derzeitigen Regierungschefs Mario Monti werden. Bersani hatte wiederholt erklärt, er würde Montis Sparkurs fortsetzen. Allerdings will er Erleichterungen für Arbeiter und ärmere Bürger durchsetzen und mehr für das Wirtschaftswachstum tun.

Monti, der eine Technokratenregierung führt, hat erklärt, bei der für März angepeilten Wahl nicht anzutreten. Zugleich hat er aber seine Bereitschaft betont, als Ministerpräsident weiterzumachen, wenn dies nötig sein sollte – etwa bei einem unklaren Wahlausgang im kommenden Jahr.

Wer für das rechte Lager in die Wahl ziehen wird, ist noch offen. Exregierungschef Silvio Berlusconi hatte sich wiederholt widersprüchlich zu seiner politischen Zukunft geäußert. Der 76-Jährige war Ende Oktober zu vier Jahren Haft wegen Steuerbetrugs verurteilt worden. Es gibt auch Spekulationen, Berlusconi könne sich von seiner Partei PDL lossagen und ein Comeback über eine andere, womöglich neue Partei versuchen.

Europas drittgrößte Volkswirtschaft ist hoch verschuldet und wird als Kandidat für den Euro-Rettungsschirm gehandelt. An den Finanzmärkten war in den vergangenen Monaten die Arbeit Montis gewürdigt worden, der unter anderem Ausgabenkürzungen, Steuererhöhungen und Arbeitsmarktreformen angeschoben hat. Im Volk gibt es aber großen Unmut über diese Politik.

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Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

Ein wenig Hoffnung für Italien?

Wenn es für dieses Land überhaupt noch Hoffnung gibt. Auch Monti hat es bis Heute nicht geschafft Bilanzen vor zu legen, auch Monti beugt sich Merkels "Irrwitzigen" Banken- und Euro Rettung Plänen die zu Gunsten der Banken, der Verursacher der Krise ausgefallen sind.

Auch Monti streubt sich gegen eine wirksame Kontrolle des Finanzsektors. Genau wie in Griechenland, Spanien und Portugal soll die Krise auf Kosten der Bürger mit Lohndumping und Sozialabbau aus gesessen werden.

Da kann man für Italien nur hoffen das die "Neue Regierung" wirksame Konzepte vorlegen und auch durchsetzen kann.

Matteo Renzi wäre der Richtige gewesen

Bersani ist meiner Meinung nach nicht in der Lage, eine kompetente Regierung zu bilden, da er zu vielen unkompetenten Parteikumpeln und auch anderen Parteiangehörigen wie Vendola Dank schuldig ist und diese bestimmt eine Rolle spielen wollen.
Dazu ist er auch der ultralinken Gewerkschaft CGIL unterlegen, die sich schon geweigert hat, ein Übereinkommen für die Steigerung der Produktivität in der Industrie zu unterschreiben, ohne die die italienische Wirtschaft keine Chance hat. Dazu muss er die Mitte und die Linke dazu überzeugen, die gleichen Reformen durchzuführen.
Renzi hätte mit großer Warscheinlichkeit bei den nächsten Wahlen genug Stimmen erhalten, um das ohne Koalitionszustimmung auskommen zu können, da er auch von rechten Wählern gewählt worden wäre, die an den Stichwahlen nicht teilgenommen haben.