OstkongoRegierungstruppen übernehmen Kontrolle in Goma

Nach dem Abzug der Tutsi-Rebellen sind Regierungstruppen in der kongolesischen Stadt Goma eingerückt. Nun könnten Friedensverhandlungen mit der M23-Miliz folgen. von afp und dpa

Ankunft der kongolesischen Armee in Goma

Ankunft der kongolesischen Armee in Goma  |  © Goran Tomasevic/Reuters

Zwei Tage nach dem Abzug der Rebellenmiliz M23 aus der Stadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben die regulären Streitkräfte des Landes dort wieder die Kontrolle übernommen. Ein Bataillon der kongolesischen Armee sei vor Ort, sagte ein Armee-Sprecher. Weitere würden folgen.

Die bisher rund 600 Soldaten seien von den Einwohnern der Stadt mit Freudenrufen begrüßt worden. Auch der internationale Flughafen von Goma soll seinen Betrieb wieder aufnehmen, teilten die Provinzbehörden mit.

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Ein Sprecher der UN-Blauhelmmission Monusco sagte, es müssten nach dem Einschlag von Granaten noch einige Reparaturen vorgenommen werden. Die Öffnung des Flughafens solle insbesondere Hilfsorganisationen die Versorgung der zahlreichen Vertriebenen im Umkreis erlauben.

Internationale Militärbeobachter hatten den Rückzug der Rebellen aus der Großstadt am Samstag bestätigt, nachdem diese Goma etwa zehn Tage unter ihrer Kontrolle gehabt hatten . Sie sollen dort Läden, Apotheken und Privathäuser geplündert haben.

Mit der Rückkehr der vor den Rebellen geflohenen Beamten konnte in Geschäften, Schulen und Behörden der Betrieb wiederaufgenommen werden. Am Rande der Stadt waren noch einige Rebellen positioniert, sagte der ugandische Oberbefehlshaber Aronda Nyakairima nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus dem Kongo und Ruanda , doch er sei "vollkommen zufrieden" mit der Umsetzung des Abkommens.

Verhandlungen in Uganda möglich

Wann und in welchem Rahmen die im Abkommen vereinbarten Verhandlungen mit der kongolesischen Regierung in Kinshasa aufgenommen werden sollen, ist aber noch nicht klar. Innenminister Richard Mujey Mangez sagte, die Gespräche könnten "in den kommenden Tagen" beginnen – wahrscheinlich in der ugandischen Hauptstadt Kampala.

Die M23 war in diesem Jahr von früheren Rebellen gegründet worden, die hauptsächlich zur Volksgruppe der Tutsi gehören. Es heißt, sie werde von dem abtrünnigen General Bosco Ntaganda angeführt, den der Internationale Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen sucht. Die Rebellen waren 2009 in die Armee integriert worden, hatten sich am Ende aber losgesagt, weil die Regierung in Kinshasa Versprechungen nicht eingehalten habe. Kongos Regierung und die Vereinten Nationen haben den Nachbarländern Uganda und Ruanda wiederholt vorgeworfen, die Rebellen zu unterstützen. Beide Länder bestreiten das.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
    • Schlagworte Vereinte Nationen | Apotheke | Flughafen | Hilfsorganisation | Innenminister | Kriegsverbrechen
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