GroßbritannienGeheime Dokumente belasten Russland im Mordfall Litwinenko

Russland soll schuld an der Ermordung des russischen Geheimdienstmitarbeiters Litwinenko im Jahr 2006 sein. Die britische Regierung will dafür nun Beweise haben. von 

Seit Jahren beschäftigt die Ermordung des russischen Geheimdienstmitarbeiters Alexander Litwinenko die britische Justiz. Jetzt will die Regierung Medienberichten zufolge Beweise dafür haben, dass die russische Regierung bei der Ermordung Litwinenkos eine Mitschuld trägt.

Der für die Untersuchung zuständige Anwalt Hugh Davies sagte bei einer Voranhörung, die Auswertung geheimer Dokumente lasse den Schluss zu, dass sich die russische Regierung in dem Fall schuldig gemacht habe.

Zudem könne er aufgrund der Fakten ausschließen, dass die britische Regierung, die spanische Mafia oder Gruppierungen aus Tschechien in den Fall involviert waren, sagte Davies. Auch gebe es keine Beweise dafür, dass die Briten Litwinenko nicht ausreichend geschützt hätten.

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Öffentliche Anhörung findet im Mai 2013 statt

Die Sitzung war eine Vorstufe zu der öffentlichen Anhörung , die Litwinenkos Witwe durchgesetzt hat und die im Mai 2013 beginnt.

Die Beweislage lässt bislang folgende Schlussfolgerungen zu: Litwinenko wurde im November 2006 in einer Londoner Hotelbar mit dem radioaktiven Stoff Polonium 210 vergiftet. Von diesem überaus seltenen Stoff wurden Rückstände am mutmaßlichen Tatort gefunden.

Im Krankenhaus sagte Litwinenko vor seinem Tod, Kreml-Funktionäre und Präsident Putin seien für seine Vergiftung verantwortlich. Der Kreml wies die Vorwürfe stets zurück.

Leserkommentare
  1. den Tod von Litwinenko erinnere ich mich noch recht gut. doch die ganze Geschichte stank schon damals!
    Die Briten wollen uns weismachen, das hier ein Giftmord vorliegt? Vergiftung mit sehr seltenen, teuren und zurückverfolgbaren Material, das für den Giftmörder ebenso gefährlich ist, wie für das Opfer? Blödsinn.

    Wahrscheinlicher ist, dass es sich um Fall vom Schmuggel von Radioaktiven Material handelt, bei dem was schief lief.

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    --bei dem man sich also aus Versehen das radioaktive Material in den Tee schüttete und diesen dann austrank?

    Mit Verlaub, wenn etwas "Blödsinn" ist, dann diese Version.

    • Dr.Ing
    • 24. März 2013 10:12 Uhr

    Polonium als Gift hat zwei Vorteile.
    a) wenn es auffällt dient es als Warnung an andere "Unbotmäßige"
    b) es ist sehr selten und unbekannt und wird daher im Normalfall nicht bemerkt.

    • Heekhof
    • 13. Dezember 2012 19:38 Uhr

    Faszinierend, die britische Staatsanwaltschaft ist in der Lage, Fremdeinwirkung durch

    a) die britische Regierung
    b) die spanische Mafia
    c) tschetschenische Gruppierungen auszuschliessen.

    Ohne mich nun unbedingt auf das Niveau der Berichterstattung herablassen zu wollen... Wie bitte kann dieses Ausschlußprinzip überhaupt einen Anspruch auf Rechtmäßigkeit erwirken.. dies ist wohl nur in England möglich. Um es nicht ganz deutlich zu sagen: Hätte die russische Regierung bzw. deren Akteure die Finger im Spiel, würde niemand danach fragen, wie es zu diesem Unfall oder jenem Herzversagen kam, es wäre schlichtweg niemals nachweisbar.

    Was also bitte soll eine solche Form der Berichterstattung bewerkstelligen, das russische Agenten Gegenagenten mit einer Extraration Strahlen ausstatten, damit diese dann zu Tode kommen und jeder nach Ihren Spuren sucht?

    Ganz ehrlich, ich empfehle eine Pilgerreise nach Figueras.. das wäre realistischer, bzw. hätte mehr an Realismus als diese Mär...

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    " Hätte die russische Regierung bzw. deren Akteure die Finger im Spiel, würde niemand danach fragen, wie es zu diesem Unfall oder jenem Herzversagen kam, es wäre schlichtweg niemals nachweisbar."

    Diese Annahme unterschlägt eine Möglichkeit:
    Nämlich, dass hier demonstriert werden sollte: "Wer sich mit uns anlegt, ist seines Lebens nicht mehr sicher - nirgendwo auf der Welt".

    Diese Deutung der Geschehnisse würde immerhin die Verwendung ausgerechnet von Polonium einigermaßen plausibel erklären.

    • Heekhof
    • 14. Dezember 2012 22:13 Uhr

    Sie haben absolut recht mit ihrem Gedankngang, und ich hätte diesen - ehrlich gesagt - auch noch geteilt.

    Doch es gibt einen ganz erheblichen Faktor, der gegen diese Theorie spricht, der Tote stand nicht nur im Dienste diverser nicht öffentlicher Gruppierungen, nein, sein Hauptbrot erhielt er von Beresowski.

    Und nun zur Kernfrage: Glauben Sie tatsächlich, das sich jemand, dessen Mitarbeiter angeblich von Russischen Agenten eliminiert worden ist, tatsächlich um eine Rückkehrerlaubnis nach Russland bemühen würde? Denn genau daran arbeitet Beresowski im Augenblick unter Einsatz nicht unerheblicher Geldmittel?

    Oder halten Sie es möglicherweise auch für möglich, das sich der "arme Kerl" in seiner augenblicklichen Lage nicht besonders wohl fühlt, weil er feststellte, das auch in England schwarz auf weiß gelegenlich grau ergibt?

  2. Die britische Regierung stellt fest, dass die britische Regierung mit der Sache nix zu tun hat... Statt dessen kann uns die britische Regierung andere Schuldige präsentieren, die Russen...
    Glückerweise war der hochvergiftete Ermodete noch nicht tot, gut bei Sinnen und durchaus fähig zu sprechen und die Verantwortlichen zu benennen; wir ahnen es, es waren die Russen...(wieso nur kommt mir gerade Hollywood in den Sinn??)
    Britische Regierung lässt Passagen aus dem Ermittlungsbericht streichen...

    Geheimdienst...Behörde...Regierung...gibt es überhaupt noch irgendjemanden der ihnen Glauben schenkt?

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    ...sollte es diese Beweise tatsächlich geben, wird die Justiz darüber entscheiden und deren Urteil wird dann hoffentlich nicht von jedermann als subjektiv eingestuft, das wäre nämlich Schwachsinn.

  3. ...sollte es diese Beweise tatsächlich geben, wird die Justiz darüber entscheiden und deren Urteil wird dann hoffentlich nicht von jedermann als subjektiv eingestuft, das wäre nämlich Schwachsinn.

    Antwort auf "Neverending Stories"
  4. " Hätte die russische Regierung bzw. deren Akteure die Finger im Spiel, würde niemand danach fragen, wie es zu diesem Unfall oder jenem Herzversagen kam, es wäre schlichtweg niemals nachweisbar."

    Diese Annahme unterschlägt eine Möglichkeit:
    Nämlich, dass hier demonstriert werden sollte: "Wer sich mit uns anlegt, ist seines Lebens nicht mehr sicher - nirgendwo auf der Welt".

    Diese Deutung der Geschehnisse würde immerhin die Verwendung ausgerechnet von Polonium einigermaßen plausibel erklären.

    Antwort auf "Ausschluß anderer?"
  5. nur noch Geheimdienstler bzw. Spione? Krass.

  6. --bei dem man sich also aus Versehen das radioaktive Material in den Tee schüttete und diesen dann austrank?

    Mit Verlaub, wenn etwas "Blödsinn" ist, dann diese Version.

    Antwort auf "an skandal rund um"
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    "Mit Verlaub, wenn etwas "Blödsinn" ist, dann diese Version."

    Nicht blödsinniger als die Version, dass Geheimdienstler jemanden umbringen indem sie ihm Gift in den Tee schütten... und zwar so, dass er nicht gleich stirbt sondern noch in der Lage ist die 'Täter' zu enttarnen und sich sogar Spuren des Giftes im Körper nachweisen lassen.

    Gift in den Tee... sorry, das hört sich nach verzweifelter Hausfrau an und nicht nach Geheimdienst.

    professionelle Geheimdienstler hätten es so angestellt, daß der Gegenüber im Cafe gleich nach Absetzen der Teetasse unter Konvulsionen und mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammenbricht und vor den Augen der Tischnachbarn röchelnd und unfähig, noch ein Wort von sich zu geben, sein Leben aushaucht?

    Und in dem Fall (also bei einer vielfach höheren Dosis, oder einem anderen Gift) hätte man bei einer Obduktion kein Gift mehr im Körper gefunden? Wieso eigentlich?

    Nur zu, versuchen Sie es noch einmal. Vielleicht gelingt es Ihnen beim dritten Versuch, ein halbwegs nachvollziehbares Argument zu präsentieren.

  7. Vor einigen Monaten war Immunität hiermal Thema. Ich finde, Immunität ist ein Relikt aus einer Zeit, wo man der Meinung war, daß Menschne nicht gleichwertig sind. Heute bekommt jeder Politiker im Amt Immunität.

    Ich denke, daß Botschaste oder Aussenminsiter dieses Recht haben sollten, aber sonst niemand.

    Hier ist ein gutes, extremes vielleicht, Beisiel, wie dieses REcht missbraucht wird.

    Putin, dieser lupenreine Demokrat (Shröder, SPD) ist ein krimineller Diktator. Aber, Hauptsache das Gas fliesst, dann kann man über Menschnrechte schon mal hinweg gehen.
    Und, nur ja nicht regenerative Energieerzeugung fördern. Dann könnten wir ja unabhängige werden von Putins Reich.

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  • Schlagworte Alexander Litwinenko | Andrej Lugowoi | Behörde | MI6 | Mafia | Polonium
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