Seit Jahren beschäftigt die Ermordung des russischen Geheimdienstmitarbeiters Alexander Litwinenko die britische Justiz. Jetzt will die Regierung Medienberichten zufolge Beweise dafür haben, dass die russische Regierung bei der Ermordung Litwinenkos eine Mitschuld trägt.

Der für die Untersuchung zuständige Anwalt Hugh Davies sagte bei einer Voranhörung, die Auswertung geheimer Dokumente lasse den Schluss zu, dass sich die russische Regierung in dem Fall schuldig gemacht habe.

Zudem könne er aufgrund der Fakten ausschließen, dass die britische Regierung, die spanische Mafia oder Gruppierungen aus Tschechien in den Fall involviert waren, sagte Davies. Auch gebe es keine Beweise dafür, dass die Briten Litwinenko nicht ausreichend geschützt hätten.

Öffentliche Anhörung findet im Mai 2013 statt

Die Sitzung war eine Vorstufe zu der öffentlichen Anhörung , die Litwinenkos Witwe durchgesetzt hat und die im Mai 2013 beginnt.

Die Beweislage lässt bislang folgende Schlussfolgerungen zu: Litwinenko wurde im November 2006 in einer Londoner Hotelbar mit dem radioaktiven Stoff Polonium 210 vergiftet. Von diesem überaus seltenen Stoff wurden Rückstände am mutmaßlichen Tatort gefunden.

Im Krankenhaus sagte Litwinenko vor seinem Tod, Kreml-Funktionäre und Präsident Putin seien für seine Vergiftung verantwortlich. Der Kreml wies die Vorwürfe stets zurück.