ItalienMonti will als Chef einer Mitte-Koalition weiter regieren

Mario Monti will mit der italienischen Partei des Zentrums seine Reformpolitik fortsetzen. Doch Umfragen zufolge hat seine Koalition kaum Chancen bei der Parlamentswahl. von dpa

Italiens scheidender Ministerpräsident, Mario Monti

Italiens scheidender Ministerpräsident, Mario Monti  |  © Alessandro Bianchi/Reuters

Der scheidende Ministerpräsident Mario Monti würde Italien weiter regieren, sollte eine Koalition der Parteien der Mitte Ende Februar als Sieger aus den Parlamentswahlen hervorgehen. Er habe die Nominierung als Führer eines solchen Bündnisses angenommen, sagte Monti und stieg damit eine Woche nach seinem Rücktritt in den Wahlkampf ein.

Die Parteien des Zentrums hätten ihm "glaubwürdig und reichlich Unterstützung" zugesichert für sein Reformprogramm , sagte Monti. Dieses hatte er am vergangenen Wochenende präsentiert. Der Chef der bisherigen Experten-Regierung hatte mit den Christdemokraten, verschiedenen Mitgliedern seiner Regierung, Abweichlern der Mitte-Rechts- und der Mitte-Links-Parteien sowie Ferrari-Boss Luca Cordero di Montezemolo beraten.

Anzeige

Als Anwärter auf den Posten des Ministerpräsidenten konkurriert Monti mit seinem Amtsvorgänger Silvio Berlusconi vom Mitte-Rechts-Block und dem Chef der Demokratischen Partei (PD) Pier Luigi Bersani , der ein Mitte-Links-Bündnis führt und laut Umfragen die besten Chance auf die Regierungsbildung hat.

Monti hätte bisher keine Mehrheit

Der von Bersanis PD-geführte Block käme demnach derzeit auf rund 40 Prozent. Er hätte aber keine Mehrheit im Senat sicher und könnte von einer Allianz unter Monti abhängig sein, dessen Bündnis auf 10 bis 15 Prozent kommen könnte. Berlusconis Bündnis einschließlich der rechtspopulistischen Lega Nord liegt Umfragen zufolge derzeit bei 20 bis 25 Prozent. Monti wird sich nicht um ein Parlamentsmandat bewerben, weil er als Senator auf Lebenszeit dort bereits einen Sitz hat.

Der Wirtschaftswissenschaftler hatte nach dem Rücktritt Berlusconis als Ministerpräsident im November 2011 die Regierung übernommen, um das Euro-Land aus der Krise zu führen. Er brachte zahlreiche Reformen auf den Weg. Unter den Sparmaßnahmen litt aber die Zustimmung der Bevölkerung zu seiner Politik.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • u.t.
    • 29. Dezember 2012 14:56 Uhr

    (sind ja auch wieder alle da;-))

    Ich fände eine Mitte-Links-Koalition unter Führung Bersanis auch nicht schlecht.
    Vielleicht würde das die Akzeptanz struktureller Reformen erhöhen (die Monti ja gerne angepackt hätte, aber weitgehend vom Parlament im Stich gelassen wurde. Nun wird ihm das Label angehängt, er hätte v.a. Abgaben erhöht und Ausgaben gekürzt; logisch, je weniger strukturelle Reformen, desto mehr musste Geld eingespart werden).

    Und ich bleibe dabei: Was gibt es denn nun zu meckern? Monti kandidiert zwar nicht für das Parlament, aber alle Welt weiß, dass man ihn unterstützt, wenn man das Mitte-Bündnis wählt.
    Ich denke, das ist doch schon recht klar und damit akzeptabel.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Ich fände eine Mitte-Links-Koalition unter Führung Bersanis auch nicht schlecht."

    da bin ich mit Ihnen eiverstanden, jede Stimme die man Berlusconi wegnehmen kann wird benötigt. Besonders im Senat, schlimmstenfalls muss sonst bald ein 2tes mal gewählt werden, das wäre eine Chance die man Berlusconi nicht bieten sollte, die würde er nutzen.

    Außerdem wollte mal Hallo sagen & einen guten Rutsch wünschen.

    Gruß
    Pitti

  1. "Ich fände eine Mitte-Links-Koalition unter Führung Bersanis auch nicht schlecht."

    da bin ich mit Ihnen eiverstanden, jede Stimme die man Berlusconi wegnehmen kann wird benötigt. Besonders im Senat, schlimmstenfalls muss sonst bald ein 2tes mal gewählt werden, das wäre eine Chance die man Berlusconi nicht bieten sollte, die würde er nutzen.

    Außerdem wollte mal Hallo sagen & einen guten Rutsch wünschen.

    Gruß
    Pitti

    Antwort auf "Hallo zusammen,"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Italien | Mario Monti | Silvio Berlusconi | Bevölkerung | Allianz | Chef
Service