Ägypten: Opposition berät über Mursis Verzicht auf Sondervollmachten
Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hat eine Forderung seiner Gegner erfüllt und seine Sonderrechte zurückgenommen. Die Opposition berät sich jetzt darüber, ob das reicht.
© Amr Abdallah Dalsh/Reuters

Mursi-Gegner in Kairo
Nach der Annullierung des umstrittenen Verfassungsdekrets des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi will sich die Opposition zu Beratungen versammeln. Die Nationale Heilsfront unter Vorsitz des Friedensnobelpreisträgers Mohammed ElBaradei werde am Sonntag zusammenkommen, um über ihre Position zu diskutieren, sagte der Generalsekretär von ElBaradeis Al-Dostur-Partei, Emad Abu Ghasi.
Die Nationale Heilsfront, ein Bündnis liberaler und linker Parteien, hatte die Annullierung des Dekrets gefordert, mit dem der islamistische Staatschef eigenmächtig seine Befugnisse erweitert hatte. Zudem tritt sie für eine Verschiebung des Referendums über den ebenfalls umstrittenen Verfassungsentwurf ein. Mursi willigte am Samstagabend zwar ein, das Dekret aufzuheben, hielt aber am Termin für die Volksabstimmung am 15. Dezember fest.
Nach fast neunstündigen Beratungen Mursis mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft im Präsidentenpalast verkündete der islamistische Politiker Mohammed Selim al-Awa am Samstagabend, dass die erst vor zwei Wochen beschlossenen Sondervollmachten für Mursi mit sofortiger Wirkung aufgehoben sind.
Die Opposition zeigt sich von diesem Schritt bisher nicht beeindruckt. Chaled Dawud von der oppositionellen Nationalen Rettungsfront nannte die Rücknahme des Dekrets gegenüber dem Nachrichtensender Al Jazeera "relativ bedeutungslos". Stattdessen sei der wichtigste Schritt – die Änderung der Verfassung – abgesichert, sagte er dem Sender. "Leider lässt uns der Präsident keine andere Option als unseren Widerstand zu steigern."
Opposition wirft Mursi Islamisierung Ägyptens vor
In dem im Eilverfahren durchgesetzten Verfassungsentwurf und dem schnell angesetzten Volksentscheid sehen Mursis Gegner den Versuch, die Islamisierung Ägyptens voranzutreiben. Die Islamisten hatten die Verfassunggebende Versammlung dominiert.
Seit dem von Mursi am 22. November erlassenen Dekret über seine Sondervollmachten hatte es massive Proteste gegen den Staatschef gegeben. Dabei wurden in Kairo in der Nacht zum Donnerstag sieben Menschen getötet.







(was ich persönlich als ausgesprochen respektlos empfinde) übersehen aber selbst einige wichtige Punkte, bzw. ignorieren Sie, oder gehen nicht auf sie ein. Die Scharia hat in anderen Gesellschaften einen anderen Stellenwert (das hat man einfach zu respektieren), ist problemlos mit Menschenrechten vereinbar (Frage der Politik ob dies gewollt ist), ist mit einer Verfassung vereinbar und nur eine (wenn in dieser Region auch die wichtigste) Quelle des Rechts und Säule der Gesellschaft.
Es ist erstaunlich, welcher Anspruch immer wieder durchklingt. Alles, was nicht wie unsere Verfassung formuliert ist, ist schlecht und falsch? Nochmals kann ich nur auf Artikel 6 des Entwurfs hinweisen, in dem Gleichheit, Freiheit und Menschenrechte verankert sind, solange sich natürlich kein Übersetzungsfehler eingeschlichen hat.
Und was Tunesien betrifft gibt es ebenfalls nur einen Verfassungsentwurf. Und die verfassungsgebende Versammlung ist durchaus positiv, aber bisher noch ohne Ergebnis.
http://www.tagesschau.de/...
http://www.amnesty.de/201...
http://www.auswaertiges-a...
In zwei Tagen ist es genau 1Jahr her, dass die Übergangsverfassung verabschiedet wurde, was mich zu der Frage führt, warum es scheinbar doch schwierig zu sein scheint, die neue Verfassung auszuarbeiten?
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